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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-16 · Heft 34 (16.8.1852) · p. Seite 405

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 34 (16.8.1852)
Date
1852-08-16
Page
Seite 405 (sequence 9)
Language
German
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405 Literarische Nachrichten. Prag, im April. Rapoport's Erech millin. Artikel Asmoda i. Fortsetzung. Kap. 7. ES muß hier noch bemerkt werden, daß die im Midrasch und in den beiden Talmuden erwähnte Sage von Salomo'S Sturze vom Throne rc. bereits zur Zeit der Abfassung des Buches Kohelet eristirt zu haben scheint. Denn im Eingänge -dieses. Buches wird von Salomo gesagt, daß er König sei in Jerusalem; Kap. 1, 12. aber heißt es: „Ich Kohelet war König in Jerusalem" — gleichsam als wollte er sagen, daß er es jetzt nicht mehr sei.? Hierauf hat meines Wissens — außer dem Midrasch — noch Niemand aufmerksam gemacht*); nur' faßt es der *) Der verehrte Herr Verfasser scheint übersehen zu haben, waS Jahn in seiner Einleitung in die.göul. Bücher d. a. B. S. 849 sagt; I. fuhrt/ nämlich den fragi lichen Passus als Beweis an, daß Salomo nicht Per- - fasser des Kohelet sei, Indessen ist dieser Beweis; noch nicht unumstößlich, denn bedeutet nicht blos „sein", sondern auch „werden". Vgl. ,->18 W -llör Genes. 1, 3.; ttbärbs TM 3ef. .66, 2.;, Sefon? fceff: fibbrr W’rt “'D Echa 1, 11., wo der Zustand als noch fortdauernd gedacht wird. Salomo, konnte demnach sehr angemessen sagen: „Ich Kohelet bin König gew orvrn" rc., mir hat die Vorsehung diese Gunst erwiesen! Salomo durfte darauf um so mehr Gewicht legen, als er;— als Epigon — auf die Krone keinen rechtlichen Anspruch hatte und in der That nur durch eine besondere Fügung Gottes auf den Thron gelangte (vgl. besonders 1 Reg. 2, 22.). 3a, der Zusatz „öWrpi" nöthigt fast zu dieser Auffassung; eS 'wäre sonst nicht einzusehen , was damit gesagt sein sollte, daß S. König in Jerusalem tvar. Wol aber gewinnt dieser Passus an Bedeutung, wenn es heißt : „Ich ... bin König ... geworden in Jerusalem; denn Salomo war wirklich der erste König vonJsrael, der in Jerusalem gesalbt wurde. Saul hat Jerusalem gar nicht besessen, und David zog nur als.Eroberer, mithin als Fremdling ein. Salomo hingegen war ein echter Jerusalemer, war der Erste, in Israel, der ' als Königssohn den Thron bestieg, in Jerusalem bestieg — und darauf durfte er mit Recht stolz sein. : (Siehe: „Lehrt die Bibel einen persönlichen Messias? Beantwortet von vr. I. Kampf" Lit. Bl. d. Or.-1845. No. 27. S. 426.) — Die Ueberschrift des Buches braucht nicht -vom Verfasser selbst herzurühren; vielleicht ist sie.erst aus 1, 12. —"freilich mißverständlich — hervorgegangen. 6onk. Midr. Kobel, zum Vers 'hdt ib» nbnip : — snbfib •»wi rrn nr /121 ^löon nb^rin nTinbi—Ueberhaupt wäre ich geneigt» anzunehmen, daß die falsche Auffassung deS vielberegten ^b?2 die eigentliche Quelle der ÄS modai- Midrafch in dem Sinne, als wenn Salomo selbst so spräche. Lassen wirden Midrasch selbst sprechen: „Ich Kohelet.war König" — ich war eS, als ich eS noch war*), jetzt: aber bin ich NichtsI re. Drei:Schicksale erlebte er. R. Ju dan meint, er wäre erst Königs dann Er-König, und endlich wieder König. gewesen; desgleichen erst ein Weiser, dann ein Thor und endlich wieder ein Weiser. Dies geht hervor aus den Worten: „Dies Alles erfuhr ich in den Tagen meiner-Thorheit" —der Mensch pflegt seine Leiden erst zu überschauen, wenn sie in die Ferne gerückt sind. — R. U n ia hingegen ist der Ansicht, die drei Schicksale Sal0m0'S wären gewesen: Richt- Konig, König und Er-König, ebenso: Thor, Weiser und Thor, weil eS heißt: „ich Kohelet war König" re.- — So weit der Midrasch. Ich habe bereits oben (Kap. 5) darauf aufmerksam gemacht, daß diese Midraschstelle, wonach Salo m 0 bei feinem Sturze vom Throne auch seine Weisheit einbüßte, indem der ihm innewwohnende böse Geist ihn zum Thoren gemacht — meine Auffassung der Asmodaifage unterstützt. Nur mußManannehmen, daß Salon,0, als er Almosen sammelnd umherzog und sprach: „ich bin Salomy!" seine Weisheit bereits, wieder erlangt und seinen Wandel gebessert hatte, ohne jedoch bei den Leuten Glauben zu finden. Erst später erkannte man ihn an und setzte ihn wieder in sein Reich ein. (Nach Einigen freilich soll er nicht' mehr zur Regierung gelangt sein.) Unsere Weisen scheinen, wie oft in den von ihnen mitgetheilten Sagen, in der Zeitangabe keine strenge Ordnung einzuhalten; fie geben an, daß während Salomo bettelnd umherzog ein Engel oder Dämon seine Stelle auf dem Throne eingenommen habe. Vergleiche Midrasch Ruth (zum Verse öibin >w2), wo es heißt: „So .zog Salomo umher von Thür zu Thür und sprach: „„ich Kohelet, Sohn Davids, war einst König über Jsrael-in Jerusasage ist. Siehe noch Synh. 20a: b272 >>pbn NN ^72A (Kohel. 2,. 10.) by Nb« '^72 Nb J^ÖSbl .‘172N3Ü ,ibp72 — Auch Jbn ESra nimmt Anstoßan dem Ausdruck ^b72 7— und schließt daraus, daß Salomo das betreffende Buch erst am Ende seiner, Tage' abgefaßt, mithin mehr die Nachwelt im Auge gehabt habe, zu der er allerdings wie eiue Stimme aus der Vergangenheit sprechen konnte, daher — Trotz dem Allen aber bleibt die Auffassung unsersoerehrten Verfassers höchst geistreich und anregend. *) Kann auch heißen: „ich war . . . ja, einst war ich es."" > r.-: . Hsnm.erkungen des UebersetzerS. 34*

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