Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 34 (16.8.1852)
- Date
- 1852-08-16
- Page
- Seite 406 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225768-3225803--12595-3242779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
406 lern!"" Was that eine Frau? sie setzte ihm eine Schüssel Graupen vor, schlug ihn dabei mit einem Rührstab auf den'Kopf und sprach: „Wie? fitzt nicht Salomo auf feinem Thron? und. Du wagst es, Dich für Salomo, den. König, von Israel, auszugeben?" " Auch; die aramäische Version giebt die Worte „^72 TT^in"- durch „'‘p.öifpbfc *). Gemäß dieser Auffassung, daß nämlich der erwähnte PassuS auf' die Asmödaifage hindeute, würden auch die Worterrm» NNV (Kohel. 2, 8.) in ihrem eigentlichen Sinne zu nehmen sein, wie dies in der babylonischen Sage wirklich geschieht, wonach hierunter Dämonen zu verstehen sind, die Salomo in den Tagen seiner - Größe sich unterworfen. .Unserer Deutung zufolge könnten indessen Menschen gemeint sein, die ihrer staunenerregenden Thaten wegen für wirkliche Dämonen gehalten wurden (siehe das vorige- Kap.). Dies würde mehr entsprechen dem vorangehenden PassuS : „ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen" — nämlich zur Unterhaltung,- — und diesen-Zweck hatten auch jette Künstler. Unter STi«-. wäre demnach ein Geistesbegabter zu verstehen,: der durch seine seltenen Künste und Fertigkeiten Alles in Erstaunen setzte — und unter niNÄ könnte die Truppe gemeint sein, diejener Künstler um sich hatte. Das »GenuS des fraglichen Namen ist tem. in Bezug auf tm,: wovon man den Künstler besessen glaubte, oder eS sind wirklich weibliche Personen gemeint, die jene Künste auSübten. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Lippstadt (Westphalen), im August. - . Synagogenweihe. L i p p st ad t ist unter Pen kleineren westphälischen Städten in der That eine höchst angenehme Erscheinung durch die Nettigkeit der Gebäude, die Reinlichkeit der Straßen, *)^Der Verf. giebt die betreffende Version dem Inhalt e na ch, wörtlich lautet sie: rinnp ... ribnp ... KDbw n■’nn rrn: ich bin Kohelet ,..,. der e i n st König war rc. — Der Sy rer hingegen hat, dem Texte getreu, A»ooi. . ' ' Anmerk. d. Uebers. die wohlgeordneten' Umgebungen.^: .Um so erfreulicher ist es, daß sich die nur 12 Familien zahlende Gemeinde ein Gotteshaus' aufgerichtet hat, das nicht nur der Stadt würdig ist, sondern einer viel größern Gemeinde noch zur Ehre gereichen würde. Es ist in der That ein verhältnißmäßig großes Gebäude, von dem wohlgefälligsten Aeußern, so daß die.Fronte, vor welcher noch, mit eisernem Gitter umgeben,. Gartenbeete sich befinden, Effekt macht. Der Baumeister ist der Architekt B a ch a r ach zu Hämm, ein ebenso unterrichteter wie liebenswürdiger Glaubensgenosse, der sich zu dergleichen Bauten durch diese Synagoge'sehr empfohlen hat. Am 30. Juli wurde die Synagoge feierlich eingeweiht, und zwar hatte die Gemeinde den Rabbiner vr. Ph ilipp son ztr Magdeburg ersucht, die Weihe zu vollziehen. Dieselbe fand unter einer außerordentlichen Theilnahme der ganzen Umgegend statt, aus der sich von überall her sehr zahlreicher Besuch eingestellt hatte. Die Feier begann mit einem angemessen ärrängirten Festzuge, in welchem zwischen zweien Rechen dicht .eingepflanzter Maienbüsche unter dem Vortritt,der Musik, die einen Choral erhebende in die Höhe sandte, und der Schuljugend, geführt von dem Lehrer loci Herrn Kaufmann und dem die Feier durch Gesangübüng Und Mitwirkung seiner Schuljugend wacker unterstützenden Lehrer Herrn Rothschild aus dem benachbarten Geseke, die 7 Sepharim der Gemeinde aus der alten in die entfernte nette Synagoge gebracht wurden. Sonst ging die Feier, die mit einem Andante aus einer Beethovenschen Symphonie (Ls dur) begann, in gewohnter Weist vor sich, und wird die vom Vr. Philippson gehaltelre Weihepredigt, deren Text die Schlußverse der Haphtora Jeschaj. 40; 30. 31., auf vielseitiges Verlangen baldigst in Druck erscheinen. An die erhebenden Weihestunden reihte sich am folgenden Tage, an welchem beim Morgengottesdienste vr. Ph. noch einmal sprach, noch viele, theils in ernsten Gesprächen, theils in gemüthlichen Kreisen verbrachte Stunden , da der Zusammenfluß so vieler Glaüb'ensgenossen, worunter auch eine Anzahl tüchtiger indischer Lehrer, zu mancherlei anregenden Themata veranlaßte. Die gastlichen Häuser, namentlich der höchst würdigen Vorsteher!, der Herren A. Rosenbäum> A. Grünebaum und L. Bächarach, die mit so vieler Ausdauer und so großen Opfern das verhältnißmäßig schwere Werk (die Kostende-, laufen.sich an 3500 Thll.) vollendeten, hatten genug zu schaffen. Ein höchst zahlreich besuchter Ball schloß das Fest.