Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-16 · Heft 34 (16.8.1852) · p. Seite 400

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 34 (16.8.1852)
Date
1852-08-16
Page
Seite 400 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225768-3225803--12589-3242773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

400 Jakob Wedel! zu Schloppe, gebracht. So lebendig das Andenken an den. so früh Dahingeschiedenen noch in Aller Herzen hier ist, und so viel Liebe und Achtung: derselbe sich sowol innerhalb als außerhalb seines Wirkungskreises zu erringen wußte, in demselben Grade schmerzlich mußte auch diese Hiobspost alle diejenigen ergreifen, die sich mit Freude zu seinen Freunden und Schülern zählen, und manche Thräne der Rührung und Dankbarkeit wird ihm hier nachgeweint. Jeder, der sein.edles Gemüth, sein braves, durch und durch redliches Herz, seine > Charakterstärke und Tüchtigkeit, seine echt jüdische Religiosität, seinen Eifer für seinen schweren Beruf, so wie überhaupt seine ganze, einfache und anspruchlose Persönlichkeit kennen zu lernen Gelegenheit hatte, wird seinen Verlust mit; unS beklagen, und den:Schmerz ermessen, der seine alte Mutter, an welcher er mit der kindlichsten Zärtlichkeit : hing, getroffen hat. Wir kommen nur einem dringenden Bedürfnisse des Herzens nach, wenn wir hier in wenigen.Worten des'Dahingeschiedenen öffentlich gedenken, und der greisen Mutter, welche Gott trösten möge, unsere Theilnahme bezeigen. Der Verklärte hingegen möge am Throne Gottes den Lohn seines zwar kurzen, aber für ihn mühevollen und für Viele segensreichen Lebens einernten. Die Unterzeichneten schließen diese wenigen Worte Namens der ganzen Gemeinde mit dem altjüdischen trostreichen Spruche: ' .iWSb p-NL -,2t Mehrere Freunde des Verewigten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 6. August. (Privatmitth.) Von hier hätte ich Ihnen mitzutheilen, daß Herr B. Frankel den Vorsitz in der Repräsentanz der KultuSgemeinde an Herrn E. Wehli, den frühem Vorsteher der Tempelgemeinde, abgetreten. Bereits ist Herr W. in seinem neuen Amte von der k. k. KrciSregierung bestätigt worden. Dafür ist Herr B. Frankel an des sel. Landau Stelle zum Stadtrath ernannt worden. Auch wurde ihm dieser Tage von Seiten der Gemeinde eine mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Dankadresse für sein bisheriges Wirken überreiche Frankreich. Paris- 5. August. Schon in voriger Nummer theilten wir die Besorgniß mit, welche man in Paris hatte, daß Protestanten und Juden von der NormM schule, und: damit von allen Lehrstellen Frankreichs ausgeschlossen werden sollten. Der Noniteur veröffentlicht eine Notiz, wonach unter den zngelaffenen Bewerbern um die 25 Zöglingsstellen der: Normalschule sich 135 Katholiken, 4 Protestanten und 2 Juden' befinden, zurückgewiesen sind 18 Katholiken, 3 Juden und 1 Protestant. Hieraus geht hervor, daß eine Ausschließung von Nichtkatholiken wenigstens noch nicht Thatsache geworden ist.' Die Areb. isr. de Fr. bemerken hierzu: „Wir haben erfahren, daß!>ie akatholischen Kandidaten „pour les seienees" zugelassen worden sind." (Also nicht „pour les lettres“; welcher Unterschied konkret hierin liegt, wissen wir augenblicklich nicht. Genug, wenn ein solcher Wind von Seiten der französischen Administration weht, so weiß man, daß sie den Ausschluß nicht auszusprechen braucht, und faktisch dennoch ausführen kann.) — DaS israelitische Konsistorialkomitö der Wohlthätigkeit in Paris hat einen Rechenschaftsbericht veröffentlicht, wonach 1850 die Einnahme 81,116 Fr., 1851: 89,392 Fr., die Ausgabe 1850: 73,480 Fr., 1851: 73,867 Fr. betrug, die Ausgaben sind also stabil geblieben, während die Einnahme um 8000 Fr. gestiegen. Dennoch ergiebt sich aus den Details, daß die Beitragenden und die Beiträge bei Weitem geringer sind als man von Paris voraussetzen sollte. — Alle israelitischen Konsistorien haben ihre Verwendung für die Juden in Basel bei der französischen Regierung eintreten lassen. — Bei dem offiziellen Empfang deS israelitischen Konsistoriums deS Niederrheins hat der Prinz-Präsident selbst die Initiative ergriffen, um die strengen Maßregeln gegen französische Israeliten in Basel zu beklagen. — Die Arch. isr. de Fr. bemerken, daß wir irrthümlich in No. 27 die wohlthatige 'Dame, welche so bedeutende Summen für.die Juden zum Andenken ihrer Tochter spendet, als eine „jüdische Dame" bezeichnet hatten: „diese für die Israeliten so großmürhige Dame ist keine Israelitin." Es scheint also hier ein Geheimniß zu walten, dessen Schleier zu lüsten der Oeffentlichkeit nicht geziemt. Rußland. Mitau, 1 April. (Privatmitth.) Zufolge der bis hierzu bei dem hiesigen Stadtmagistrate offiziell eingereichten Revisionslisten der gegenwärtigen IX.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.