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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-16 · Heft 34 (16.8.1852) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 34 (16.8.1852)
Date
1852-08-16
Page
Seite 398 (sequence 2)
Language
German
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m lassen, in der man -die religiöse Ueberzeugung, die religiöse Erkenn tniß, den religiösen Gedanken für Richts, die treue Befolgung -Mt -frommen Gebräuche für Alles .'anschlug, S>o rnÄn'chLhkr Ne eifrigen Bestrebungen auf Dürcha-phW lung und Klarlegung der Lehre sich gefallen ließ, ohne ihnen, der immer larer werdenden Haltung des Zeremonialgesetzes gegenüber, den geringsten Werth beizulegen. Was'wir von der Jugend erwarten und zu erwarten das Recht haben? Daß sie die Arbeiten, die Anfiren- . gungen, den Inhalt eines halben Jahrhunderts nicht Lügen strafen werde, daß sie in und mit der That erweise, wie zwischen der altjüdischen historischen Orthodoxie und der modernen Leugnung der. positiven Religion, zwischen der altjüdischen historischen Asketik und dem. modernen Atheismus sich eine jüdische hifiorischrposttive . Ueberzeugung herausgebildet hat, die um so Nachhall igers um so stärker, um sso bestimmter ist, je mehr in ihr Geschichte und Nationalismus, Glauben und Erkennen,,Megebenes-Annehmen und Selbstforschung zur Verhöhnung kommen, je mehr, in.ihr Rationalität und Humanität, der .jüdische Stamm und.das Menschengeschlechtliche in eine höhere Einheit, in : den weltgeschichtlichen Beruf ausgehen. Daß eine solche Ueberzeugung sich herausgebildet habe, daß sie völlig positiv gestaltet sei, daß sie hiermit ganz und gar in der Geschichte Israels , und der Menschheit wurzele, daß sie ebenso fern von einem gedankenlosen Hangen am Hergebrachten, wie von dem unbestimmten, gestaltlosen Deismus und s. g. Naturreli-; gion, von der Hingebung an einen blöden Mystizismus wie von her frechen Selbstüberhebung der modernen Kri- : tik und Sophistif ist,. »das hat unsre Jugend zu beweisen. Eine lange Reihe von Jahren, eine lange Reihe von Zsustäuden, eine lange Reihe von Männern, eine lange Reihe von Arbeiten hat. auf dieses Ziel hingestrebt, hingewirkt, ihm galten die edelsten Anstrengungen, ihm lebten mehr oder weniger bewußt die Männer, die den Gegenwärtigen vorangingen und die wir als Männer jetzt zu ergrauen beginnen — unsre Jugend hat eg zu erweisen, daß es kein Streben in's Blaue, kein Ringen um Nichts, kein Gebären von Wind, keine Spreu war, die der erste, beste Sturm verweht! Wenn wir Gegenwärtige dieser Jugend den Weg der Forschung geebnet, den Weg der Bildung erleichtert Haben, wenn wir nach innen und außen einen chweren Gang des Kampfes gingen, um den Frieden der Ueberzeugung i h r zu erstreiten - wenn wir Verketzerung von innen und Verketzerung von außen nicht scheueten, wenn wir hie innersten Kammern unsers Herzens, der Welt öffneten, unbeachtend, ob sie mit Gleichgiltigkeit oder Hohn, ob sie garmitAchlägen und Wunden uns.antworte,, und alles dieö nüt um eine Jugend zu gewinnen, die., durch die Zeit hinausgetrieben aus der alten Burg des Wüubens in die Welt, nicht mehr umherirre in der Welt ohne Stab und Leuchte, wie und wo ein Jeder zufällig sich zurechtfinde oder, nicht — alles dies-, nur um das Judenthum von Neuem zu festigen, daß es in. der neuen Zeit und in der, ihm neuen Welt selbstständig dastehe und fröhlich im Lichte des Tnges rmpörschieße, es zu festigen für unsere Söhne und Töchter, daß diese eine neue, gesicherte Wohnung fänden, wo die alte zu zerfallen und zu zerbröckeln langst begonnen —-— o da mußten wir ja hoffen und erwarten, daß eine überzeugungsfeste, und darum glaubenstreue Jugend erwachse, die unser Werk -zu ihrer Basis nehme, um darauf sicher weiter und weiter zu bauen. Dies ist es alsoihr Jünglinge und Jungfrauen Juda's, was wir von Euch erwarten: daß ihr immer, mehr und mehr eine feste, religiöse Ueberzeugung, eine historischpositive jüdische Ueberzeugung Euch erwerbet und festigt, um. darin in Liebe und Treue dem Judenthume anzühangen Und zu leben.. Bewähret Ihr Euch hierin getreu und stark, dann seid Ihr das ruhmreiche Geschlecht, von welchem bfe neue Epoche des Judenthums sich herdatirt, des Judenthums, welches seines menschengeschlechtlichcn Berufs bewußt, der Forderungen Dieses bewußtin selbigen von Neuem wurzelnd, selbigen genügend dasteht, eine neue Verherrlichung cher viertausendjährigen geschichtlichen Erscheinung — wir aber legen dann bescheiden unser Werk .in Eure Hände, zufrieden, daß es uns gegeben war, vor- und mitzuarbeiten an dem Werke der Jahrtausende.... Wo aber nicht — aber wir denken diesen Gedanken noch nicht durch — dann sind wir*Nichts als Zeugen wider Euch, hlnzugesellt den Hundertender Geschlechter, die borangingen, Änd wider Euch zeugen und "zeüM würden — das Werk aber wird doch gedeihen, - dieweil es des Höchsten ist, wie das Werk Israels stets gedieh, mit und trotz Israel! . . . . * Zsttnügsnachrichtett. Dentschland. Hamburg, Ende Juli. (Privatmitth.) In Ermangelung) von eigentlichen Berichten über politi-- sche. Plackereien- 'Gezänk mit und aus dem Lehrstande,

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