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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-09 · Heft 33 (9.8.1852) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 33 (9.8.1852)
Date
1852-08-09
Page
Seite 391 (sequence 7)
Language
German
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891 jüdischen Konsistoriums für den Niederrhein sein Bedauern über die Bedrückungen ausgesprochen, denen die französischen Juden in, Baselland und der Stadt Basel auSgesetzt wären.Es stehe zu erwarten, daß daS französische Gouvernement energisch einschreite, um diesen Aüsnahmszuständen ein Ende zu machen. Paris, 27. Juli. Unterrichtsminifter Fortoul hat einen Beschluß gefaßt, welcher ohne Prazedentien in Frankreich dastehter hat nämlich alle Protestanten und Juden, die sich zum Konkurse zum Eintritt in die Normalschule gemeldet, sämmtlich zurückgewiesen. Bisher. hatten. die Zöglinge der Kollegien, die sich für das höhere Lehrfach bilden wollten,, blos ihre Studienzeugniffe und ihren Geburtsschein einzureichen, um ohne Weiteres zum Konkurse zugelaffen zu werden, und nie wurde ein Zögling aus religiösen Gründen zurückgewiesen. ES scheint, daß Minister Fortoul fortan keine Juden noch Protestanten als Lehrer an den Kollegien und Universitäten dulden will. : (Wir müssen die Bestätigung dieser Nachricht abwarten, die der Aufhebung des Ediktes von Nantes, für unsre Zeit, ziemlich ähnlich sehen würde. Wir haben übrigens solche Schritte und Versuche auch in Frankreich längst vorausgesehen. R e d. d. A. Z. d. I.) Niederlande. Mastricht, 27. Juli. (Privatmitth.) Indem ich Ihnen den Anfang des Berichtes über die seit 1850 wirksame Versammlung zur Konstituirung einer neuen jüdischen Kirchenverfaffung übersende (s. Rubrik „Korrespondenz"), bemerke ich , daß die Konstituante ihre Ausgabe noch nicht beendigt hat, obwol das durch diese entworfene allgemeine Reglement bereits der Regierung zur Genehmigung vorliegt. Diese hat in gedruckten Exemplaren dasselbe an alle israelitischen Gemeindevorstände im Reiche zur Ansicht und um deren Meinulkgey zu vernehmen, gesandt. Bon verschiedenen Seiten sind Anmerkungen gemacht worden, woher zu erwarten steht, daß in Kurzem die Konstituante sich nach dem Haag begeben muß, um sich Betreffs der eingegangenen Observationen zu berathen und zugleich die definitive Feststellung des Reglements zu erreichen. - Zugleich gestatten Sie mir noch Folgendes hinzuzufügen. Imleitenden Artikel Ihrer geschätzten Zeitung vom '12. d. M. No. 29 sehe ich mit Erstaunen auf Seite 340 die Frage gestellt: „Warum zögert der Köllig von Holland, die Ernennung Godefroi-s zu-unterzeichnen?" Die Sache ist meines Erachtens wirklich von zu großer Wichtigkeit, sowol für den Herrn Godefroi selbst, als auch überhaupt für Vas Judenthum, um im Auslande solche Unwahrheiten unwiderlegt vorübergehen zu lassen, wobei selbst die guten, persönlichen, väterlichen Gesinnungen unsers geliebten Königs gegen Unsere. Glaubensgenossen in Zweifel gezogen werden könnten. Daher sage .ich Ihnen, daß das Justizministerium wirklich verschiedene Mal dem tüchtigen Staatsmanne Godefroi angeboten worden ist,' ihn dabei gebeten dasselbe anzunehmen , und er sich ausschließlich seiner schwachen Gesundheit wegen geweigert hat diesen Posten zu übernehmen. Nicht nur alle öffentliche Blätter, sondern glaubhafte Privatberichte haben dies dem Volke kund gethan. Die Schweiz. Ober-Ensingen, 15. Juli. (Privatmitth.) Die durch Abberufung erledigte hiesige Rabbinatsstelle wird durch den tit. Kantonsschulrath nächstens ausgeschrieben. Zu diesem Behuse wurde die hiesige israelitische Vorsteherschaft von der hohen Regierung aufgefordert, -ein Regulativ über Requisiten, Pflichten und Leistungen des Rabbiners zu entwerfen, welchem hohen Aufträge Letztere unverzögert na'chgekommen ist. Es ist gewiß nicht gleichgiltig waS für ein Mann an diese Stelle kommt. Bis hierher wären unsere Schulen die einzigen Stätten, worin Etwas für Bildung und Aufklärung geschah. Die Synagoge blieb theilnahmlos für die Bildungsintereffen und stabil in ihrer ganzen Haltung Mit dem Austritt aus der Schule war für die Jugend aller Bildungsprozeß abgeschnitten. DaS soll anders werden! Soll die Einwirkung der Schule Nachhaltig sein und nicht ein 'Jndifferentismus für höhere Interessen und wahre Religiosität die besseren Elemente verzehren, so muß ein tüchtiger Rabbi durch Predigt,-Lehre und Beispiel Bildung und Religiosität fördern und heben Darum wünscht die große Mehrzahl unserer Gemeinde

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