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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-09 · Heft 33 (9.8.1852) · p. Seite 390

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 33 (9.8.1852)
Date
1852-08-09
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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in diesen Tagen folgende Notiz: „Die Altlutheraner hatten in AltRüdenitz bei Zehden durch Sammlungen eine Kirche erbaut. Bei dieser Veranlassung ist von den israelitischen Bewohnern der.Stadt Zehden und Umgegend-ein Beispiel von Nächstenliebe gegeben worden, ^das in Anbetracht der konfessionellen Zwiespalte der Gegenwart um so rühmenswerther ist? Die Kirche war bei der Einweihung, namentlich der Altar, auf's' Reichste geschmückt. Diesen Schmuck verdankt die Kirche vorzugsweise den jüdischen Bürgern. Namentlich hatte Herr Kaufmann Eppenstein in Alt¬ Rüdenitz einen sechSarmigen, vergoldeten Kronleuchter und die Familie Wolf und Simonsohn in Zehden Kanzel und Altardecken geschenkt." Ohne, dieses Faktum in seinen einzelnen Motiven untersuchen zu wollen, stellen wir ihm gegenüber, daß in Krefeld die christliche Bevölkerung an 3000 Thlr. zur Erbauung der dortigen, bald vollendeten, mit einem schönen Thurme versehenen Synagoge gesteuert hat. Am 19. d. hat in Ka l i sch eine fürchterliche FeüerSbrunst gewüthet, bei welcher auch die schöne Synagoge ein Raub der Flammen wurde. Wohlthätige Israeliten hätten wol auch hier Gelegenheit ihr edles Interesse für den Aufbau und Ausschmückung eines jüdischen Gotteshauses an den Tag zu legen. Hierbei erlaube ich mir auf eine hierhek bezügliche Mittheilung zu kommen, die mir vor Kurzem von befreundeter Hand zuging. Am zweiten Tage des diesjährigen Wochenfestes 'wurden der Sohn des Gemeindevorstehers Herrn David Meyer zu Schwölm bei Elberfeld konfirmirt. Bei dieser Gelegenheit schenkte der Vater des Konfirmanden dem Gotteshause ein und ein kostbares ErstereS wurde feierlich eingeweiht. X. Aus dem Großherzogthum Posen, 25. Juli. (Privatmitth.) Art. 25 unserer StaatSverfaffung vom 31. Januar 1850 bestimmt : „Der Staat gewährleistet den Volksschullehrern ein festes, den Lokalverhältnissen angemessenes Einkommen." Hiermit vergleiche man Folgendes: In der Gemeinde Rackwitz funßirte seit mehreren- Jahren der Elementarlehrer W. zur Zufriedenheit - der Behörden. Eines Tages stellt der Schulvorstand bei der königl. Regierung zusPosen den Antrag-, .daß da die. Gemeinde das Gehalt des Lehrers (120 Thlr.) nicht aufbringen könne, aus Staatsfonds ein Zuschuß gewährt werde. Der hierauf ergangene Bescheid weist den Schulvorstand mit seinem Anträge ab, giebt ihm aber die Freiheit, das Gehalt des Lehrers auf 100 Thlr.' zu reduziren und Fallsderselbe sich hiermit nicht' begnügen wolle, ihm zu kündigen, da er nicht definitiv angestelltsei. Alsbald wurde her Lehrer vorgeladen, ihm das Reskript der königl.. Regierung verlesen -und anheim gestellt, die Reduzirung des GehalteS oder die Kündigung des Amtes Hu akzeptiren. Der Lehrer wählte das Letztere, in welches der Schulvorstand willigte, obgleich, mehrere der Gemeindemitglieder ihre Stimmen dagegen erhoben. Alsbald würde eine Vakanz ausgeschrieben und eine Neuwahl getroffen? So lohnt eine Gemeinde die Bemühungen eines Lehrers. ' Z. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 28. Juli. Vom Ministerium des Innern ist der Bescheid erfolgt, daß die Israeliten auch in Orten, wo sie die Mehrzahl der Bevölkerung bilden, die äußere Feier der christlichen Sonn- und Feiertage einzuhalten haben, dagegen wenn dort die Markttage auf einen israelitischen Feiertag treffen, dieselben auf den nächstfolgenden Tag zu verlegen find. Donaufürstenthümer. Foltischeny (Moldau), Mitte Juni. (Privaimitth.) So ist denn der nächste Schritt zur Erfüllung unserer Wünsche gethan, und am 30. v. M. unter dem Zuflüsse einer großen, freudebegeisterten Menge die Grundsteinlegung zu unserer Synagoge geschehen. Auch die freigebige Frau Konna Fokschaney war zugegen. Es war ein erhebender Moment, als unter Trompeten- und Paukenschall der Grundstein dem Schooße der Erde übergeben wurde. ES wurden auch freiwillige Spenden gesammelt, die bis auf 100 Dukaten stiegen. Ich hebe die Thal eines sehr Armen hervor, der 2 Dukaten in die Sammelbüchse legte, womit er gewiß seinen letzten Pfennig hingab. L F... Frankreich. Paris, 26. Juli. Dem Courier du bas Rhin zufolge, hätte Louiö Napoleon den Mitgliedern des

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