Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 33 (9.8.1852)
- Date
- 1852-08-09
- Page
- Seite 387 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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387 leistet, könnten wir auch!" „Warum will der N. N. schriftstellern, da doch ich'S nicht treibe!" So denken ihrer viele, wenn sie's auch nicht Namen haben wollen. Wahr! Ihr könntet'S, aber warum thut Jhr'Snicht? und so lange. Jhr's nicht leistet, so^ lange solltet Ihr die Leistungen Anderer fördern , weil sie Eurem, einem guten Zwecke dienen. Aber.- ->22 nrr ^2. Für diejenigen jedoch, welche jüdisches; Wesen fördern wollen, erlaube ich mir zu dem in No. 27 gegebenen Verzeichniß einen kleinen Nachtrag zu liefern. Für die erste Stufe nenne ich vor Allem ein garliebes Büchlein von unserm pädagogischen Nestor ür. Kley: „Die erste Morgengabe zur Lehre und Bildung" und kleinere „Erzählungen" von vr. Dessauer, und für das gereiftere Alter, außer den Jahrbüchern von ür. PH ilippson, Busch, Breslauer, noch die „böhmischen Juden<' von L. Kompert und die trefflichen Werke Berthold Auerbachs „Spinoza" J) und „Dichter und Kaufmann".' — Die vier, in No. 27 empfohlenen, bei verschiedenen Verlegern erschienenen Volks- und Jugendschriften von Kr ä - mer (Lehrer in Altenmuhr in Mittelfranken Baierns) ist der Verfasser erbötig gegen Einsendung .e in e s preüß. Thalers an ihn verabfolgen zu lassen. Sie dürften sich zu den ersten Anschaffungen für die beregten Vereine besonders eignen. . Ich bemerke noch, daß der Verfasser der in No. 27 genannten talmudischen Sagen, vr. Kraft, protestantischer Geistlicher in Dünkelsbühl und der Verfasser des „israelitischen Ehrentempels" gleichfalls ein Solcher, der Name „Feder" jedoch nur fingirt ist, welchen jedoch zu nennen mir gegebenes Ehrenwort verbietet. * 2) K. Zeitungsnachrichten« Deutschland. Stuttgart, 12. Juli. . (Fr. I.) Sie haben einen güten Mann begraben! So dachten gestern *) Berthold Auerbachs „Dichter und Kaufmann" ist sehr empfehlenSwerth, hingegen taugt fein „Spinoza" für die Jugend schwerlich, womit dem Werke sein anderweitiger Werth nicht abgesprochen ist, der Gegenstand schon macht es als Jugendtektüre untauglich.' R e d a kt. 2) Es war mrs dies nicht unbekannt, und haben wir in den einleitenden Worten auch besonders bemerkt „zumeist von Juden geschrieben". Wir bitten übrigens noch allseits um Vervollständigung unserer-Liste. Redakt. früh wol viele von den Tausenden, die dem Leichenbegängnisse des Bankier Moses' B^enedikt,' Chef des Bankhauses Gebe. Benedikt/ anwohnten,'ber welchem Jung und Alt/ Hoch und Nieder, alle' Stände und Berufsarten von dem gleichen Gefühle der Achtung, Verehrung und des Bedauerns über den Mär im Listen Jahre erfolgten, aber für die Armen und Nothleidenden doch viel zufrühen- Tode des wackerN alten ManneS anwohnten. Er wird' in Stuttgart bei Allen, die ihn kannten, wenn auch nur aus feinen Werken, stets in gesegnetem Andenken bleibend Wie sein Leben eine Fülle deS Wohlthuns war,'so ' sollte auch sein Tod noch den Armen -die Herzensgüte desselben in erneute Erinnerung bringen, denn es wurde heute 3 -4 Stunden läng von den Hinterbliebenen desselben, namentlich der -Tochter,-' Frau Dr. Dreifuß, an die Armen und ' Bedürftigen' der Stadt und Umgegend von dem Benediktschen Häufe aus Geldspenden Vertheilt, daher das Haus förmlich umlagert war und die Polizei dafür sorgen mußte, daß wenigstens die Passage in der sehr frequenten KönigSstraße nicht gehemmt wurde. Friede der Asche des Biedermannes! Baiern, Ende Juli. (Privatmitth.) Was ich von dem Mangel an israelitischen Schulamtskandidaten bei uns mittheilte, das ' kann ich nunmehr als Reiseerfatzrung auch aus Württemberg,' auf die Gefahr hin, Ihrem wackern Korrespondenten aus jenem Lande in'S Handwerk zu pfuschen, berichten. In dem dortigen Landesseminar zu Eßlingen befindet sich seit drei Jahren kein israelitischer Seminarist mehr, weshalb die Oberkirchenbehörde die Aufforderung ergehen ließ,- daß sich geeignete Jünglinge dem Schulfache wieder widmen - mögen'. Im Nothfalle will man Ausländer berufen^ Auch RabbinatSkandidaten sind dort nicht mehr vorhanden,, während bei uns Ueberfluß an diesem Artikel ist. Eine RabbinatSstelle ernährt bei uns immer.ihren Mann anständig, und einmal zu ihr gelangt-isd'man völlig Herr seiner Zeit, genießt eine achtbare'Stellung und. kann -verdienstlich wirken, was bei Lehrern nur in letzterer Beziehung der Fall ist. -Während aber das israelitische -württembergische Kirchen- und Schulwesen vor dem unfern schon das' voraus, hat, daß dessen 'Diener Nicht durch Wahlen - auf breitester Grundlagesondern durch Ernennung placirt werden, 'tV:?