Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 32 (2.8.1852)
- Date
- 1852-08-02
- Page
- Seite 380 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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sönlichkeit für die'Interessen deS Vereins ein: Ach erlaube mir dabei die Damen der Herren mitzutheilen, die unter dem Vorstände find: und wirkend sich dabei bethätigen: Religionslehrer' Leopold / Breuer, Em. Edl.v> Hofmansthal, Adolph LandeSmann, Hein-, rich Pollak, Ernst Wertheim und Joseph Wertheimer.! Wir gedenken bei dieser Gelegenheit zweier in letz- - ter Zeit ausgetretener Mitglieder, Herrn Juweliers S., Goldschmidt, der ungemein thätig für das Wohl des Vereins war, und Herrn Dr. Lud. Aug. Frankl, der jahrelang das Sekretariat unentgeltich versah. . Preußen. Aus der Provinz Posen, im Juli. (Privatmitth.) sSchluß.s In Pinne ist die im Mai o. auf Jadassohn gefallene.Wahl zum- Rabbinen durch die' Bemühungen des (orthodoren) Korporationsvorstandes wieder umgestoßen und am 18. v. M. Rabbiner Landsberg aus Labischin gewählt.worden.'. : .In Rawicz eristirt seit 1844 ein/höchsten OrtS bestätigtes OrtSstatut, nach welchem -f-n nach Verhältnis der Einwohnerzahl —, nie Mehr mals 4 Juden in'daS Stadtverordnetenkollegiunr) gewählt werden sollen. Die. zuletzt stattgefundene Wahl hat aber zufälliger- Weift fünftJudenin das Kollegium gebracht, wodurch/eiM Kage^entstowden, deren Lösung man (nach No. 146 der P. Z.) in R. mit allgemeiner Spannung: entgegensteht. Der pdsener Korrespondent des (in Krakau erfcheirmrden und: durch seine judenfeindlichen Artikel längst berüchtigten) „CzaS" freut sich ganz wonniglich darüber, daß im poftner Sommertheater neulich vor/einem großen polnischen Auditorium die Posse: „Llllopi^ristokraei" (die Bauernaristokraten) zur Aufführung i gekommen, weil nun weil dieses Stück damit endigt, daß „nach einer allgemeinen Versöhnung die : ganze Schuld auf einen jüdischen Pächter faßt.'/7 Und hierin wollen — nach der Meinung des genannten Korrespondenten — die Polen eine „güte Vorbedeutung" gesehen haben, — „weil die. Vom stellung gerade im Garten des Odeumsstattfand, dieser Judenburg unserer Stadt, wo die jüdische Bevöl- . kerung uns (den Polen), im Jahre 1848 wie ein Orakel vom Dreifuß herab Gesetze diktirte." Gut gebrüllt, Löwe! Aber ist das nicht ganz ä la Kreuzzeitung? r Wie der „Czas". selbst über das Volk Juhä schreibt, .so läßt er sich auch über dasselbe schreiben« Was aber Ist die Pointe des Stücks?^ Man. kann es in den polnischen Kreisen den Juden Posens noch immer nicht vergessen, daß sie sich im Frühjahr.1848 der deutschen Sache angenommen, > und. im .Odeum, dem damaligen Versammlungsplatze -der Deutschen, mit Eifer und Begeisterung,, gegen die unsinnige polnische Erhebung gesprochen. Und wie die -Kreuzzeitung und ihre Partei. alle Revolutionen von 1848 den' Juden, schuld geben, so gefallen sich die Polen unserer Provinz darin, die Unterdrückung ihres Aufstandes von selbigem Jahre .den Inder) der.Provinz 'zur Last zu legen. Doch hier wie dort befindet man sich in einem ganz dicken Jrrthume. Denn was kommen muß und soll,- wartet nicht auf die Juden — und was Nichts taugt, das geht unter, auch wenn die Juden gar Nichts dazu thun. Der Red. der Pos. Z. spricht auch in No. 145 seines. Blattes seine Verwunderung darüber aus, -,daß der posener Korresp. des „Czas" seinen atten-Haß gegen dasDdeum^poch immer nicht fahren lassen /kann, und, daß es namentlich die Juden sind, die er mit diesem Gebäude^ fortwährend in Verbindung bringt, während dasselbe hoch bekanntlich religiös-jüdischen Zwecken niemals gedient hat.. „ES macht — heißt es weiter in, dem betreffenden Artikel — dies seinem Herzen und seinem Kopfe wahrlich! nicht viel Ehre! Die günstige Vor- ' bedeutung aber, die der geistreiche Korrespondent für seine Sache in.hem zufälligen Umstande erblickt hat, daß das polnische Theaterstück: „Die.Bauernaristokraten" gerade im Garten des Odeums aufgeführt worden, beweist nur, wie wenig "Hoffnung; er selbst für seine Sache hat; denn nur derjenige, welcher sich Unrettbar verloren glaubt, greift nach einem Strohhalm!" Wir haben zu diesen Worten der geehrten Redaktion der P. Z. Nichts mehr, hinzuzusügen Wir sagen blos: Lapienti sat! .. 7. . . . In Polen sind die Ukaft, nach welchen jüdische Männer keine Bärte und Locken und jüdische Frauen keine Haarscheitel rc. tragen dürfen,' neuerdings wieder sehr verschärft worden... -. Aus der Provinz Posen, 19. Juli, (Pri- Mtmitth.). Ver.u.rtheilt> Wirrckommen -heute guf einen Gegenstqnd - zurück, von welchem , wir in diesen Blättern bereits zwei Mal ($0; 50 vorigen und Ro. 18 dieses Jahrganges).gesprochen haben.'. , . ....