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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-02 · Heft 32 (2.8.1852) · p. Seite 379

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 32 (2.8.1852)
Date
1852-08-02
Page
Seite 379 (sequence 7)
Language
German
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879 werke unter den' inländischen -Israeliten , erschienen; und ich' benütze gern diese Gelegenheit, um dem weitern- und größern Publikum von der wohlthätigen Wirkung 'dieses- VereinsBericht zu erstatten. Wien ist arm an Vereinen, die wohlthätige Zwecke vor Augen haben, wo gebe es deren nicht in Israel. ES ist ja das unser- Antheil und Erbe aus früher Zeit Aber es' giebt gewiß wenige Vereine, mit Ausnahme derjenigen, die Heilung der Kranken sich zum Ziele gesetzt haben, deren wohlthätiges Wirken von solchem Umfange und von solcher Nachhaltigkeit waren, wie eben bei diesem Vereine. Ziffern mögen Ihnen den Beweis für die Wirksamkeit des Vereins geben, zugleich können Sie auch daraus entnehmen, in welchem Maße diese. Wirksamkeit von Jahr zu Jahr zunimmt. Mit Ende des JahreS 1848 war der Bestand der Zöglinge 76; mit Ende 1851 finden wir 234 Zöglinge. Während dieser Zeit hüben 51 die Lehre -vollendet. Alle Handwerke'sind vertreten. Die meisten sind : Schlosser 37, Tischler- 32, Spängler '25, Drechsler und Schuhmacher jedes 17 u. s. w. Wie Sie sehen wird all hominem der Beweis geführt, daß der Vorwurf, den man uns stetsmachte ün ws-» unwahr sei. Die Zöglinge rekrutiren sich aus allen Theilen der österreichischen Monarchie, zumeist ist wol Polen vertreten, und da finden sich' welche, die bereits etliche und zwanzig Jahre zählen, Manche, die schon' verheirathet sind oder waren, die nach langem Umherirren, ohne im Strome des Lebens einen -Boden zu finden, auf dem sichern Boden des Handwerks ihr Haus' bauen.? Und allerdings sind in dieser Beziehung die ersreulichsten Resultate. Ich will nur einen Fall von vielen anführen. Ein Montirungsschlosser, der mit 23 Jahren erst in die Lehre trat, wurde unter den 'günstigsten Bedingungen bei der österreichischen Marine angestellt und hat dann freiwillig auf den Posten verzichtet, weil ihn Familienverhältnisse dazu drängten. Dazu kam auch, daß ihm die französische Nordbahngesellschast, wo er als Geselle beschäftigt war, noch günstigere -Bedingungen stellte. Wir haben übrigens in Wien auch bereits jüdische Meister, die hiev die -Zuständigkeit erlangt haben. Und ich erlaube mir Ihnen bei dieser Gelegenheit die Worte aus dem „Berichte" in Betreff der Hermann Todesco'schen Stiftung —- nur zur Unterstützung der in Wien sich 'als Meister etablirettden VereinSzöglinge bestimmt — anzuführen: „Wir hoffen jedoch, daßder Zeitpunkt nicht-mehr fern fei,: diesehochherzige Stiftung in Wirksamkeit treten zu sehen, um so mehr, 'als durch die allerhöchste Gnade Sr. k. k. apost. Majestät ' dem redlichen- und geschickten Handwerker die Treue, im Glauben nicht mehr zum Hindernisse erwächst, um sich im Vaterlande eine selbstständige und gemeinnützige Eristenz; zu begründen." - Ich führe Ihnendiese Worte an, , die gewiß nicht ohne alle Begründung niedergeschrieben wurden, um wenn auch nicht gänzlich niederzuschlagen, wenigstens bescheidene Zweifel an der Korrespondenz in Betreff der Emanzipationsfrage jn Oesterreich im „Schwäbischen Merkur", zu setzen, die die ,-Franks. P. Z." und nach ihr das: hiesige Journal die „Presse" abgedruckt haben. Die „Presse" hat auch Tags dar-, auf eine Berichtigung dieser Notiz gebracht. Es wird so Manches zugeschnitten und beschnitten werden, aber Alles ist nicht verloren.•' Darauf weisen auch die Rundreisen des Kaisers in Ungarn hin.' Er hat überall die Israeliten freundlich empfangen, und läßt.sich . in allen offiziellen Ansprachen die gebührenden Huldigungen darbringen, als demjenigen, der das Prinzip der Gleichberechtigung aufgestellt. Wenn also auch die Emanzipationsfrage in Oesterreich Modifikationen erleiden dürste, die Grundsache wird bleiben. Ich komme nun zurück ans den Handwerksverein. Der Vorstand desselben hat sich in neuester Zeit noch ein besonderes Verdienst um das Institut erworben, indem fürdie Zöglinge ein. besonderer Gottesdienst eingerichtet wurde. Und zwar ist dieser, da sie an Wochentagen nicht Zeit haben und auch an Samstagen, als troisa im Dienste ihrer Meister stehen, auf den Sonntag Nachmittags 3 Uhr verlegt worden. Es ist dieser Gottesdienst fern von jeder reformatorischen Bestrebung und vielmehr berechnet, dem religiösen Bedürfnisse Rechnung zu tragen. Er bestehet aus dem Minchagebete, 'zwei deutschen Liedern mit Begleitung -der Fisharmonika (da im hiesigen Tempel keine Orgel ist) und reiner Rede, die abwechselnd vom Herrn.Religionslehrer Breuer und Herrn G. Wolf gehalten wird. - Es sind um' so mehr die Bestrebungen des Vorstandes zu würdigenda diese Herren von ihren Berufsgeschasten sehr in Anspruch genommen sind und nichtsdestoweniger weihen sie gern und freundlich ihre Zeit dem Vereine und stehen mit ihrer ganzen Per-

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