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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-02 · Heft 32 (2.8.1852) · p. Seite 377

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 32 (2.8.1852)
Date
1852-08-02
Page
Seite 377 (sequence 5)
Language
German
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ünS und die Unseren und das Unsre immer mehr zu v e re d ein, so - daß, sollen wir einmal ein Andres sein und haben, dieses Andre, wie eS eine ehrwürdige Erscheinung duyK^M'Defchkchke-'ist, so eine ehrenwerthe in uns GeaMaärti'gen sei/ Es war und ist ein weiter Weg> daS ZudentAuni^ und - die Juvenheit zu Ehren zu bringen. Zu groß wardie Verachtung, die auf-unS lastete, zu tief war die Stellung, in die wir versunken gewesen, nicht «einmal das Mittelalter hätte Uns so heruntergebracht/ wie die letztes.drei Jahrhunderte, das 16te, 17te Und 18te. Es hat -daher Anstrengungen genug gekostet, uns aus diesem Wüste 'herauszulösen / aus dieser Tiefe in die Höhe zu bringen^ Daß wir bereits, in kaum 60 Jahren, so bedeutend heraufgekommen/ undüberall und unäufhmlich die Maschen deS finstern und engen Netzes gelöst werden, welches uns umfing, es ist em schöneS Genüge 'und eine freundliche Bürgschaft. Aber wir stehen noch/auf halbem Wege. Wir ' muffen weiter streben. Zum Ziel führen : Selb-ststa n di gke kt, - S e löst acht» ng und. V e re d * lun g.- Ein Jeder:-steht ein> ^wie - weit /diese von aller Zudringlichkeit, von aller/Selbstüberschätzung / vonaller Frechheit' entfernt: sind. - Aber sich als Jude 'selbstständig zu, bewegen, und sich unabhängig von den Zufälligkeiten dessen/ was die mitunö: Zusämmentreffenden uns, entgegenbringen, zu fühlen, 'und hierbei dennoch nie zu vergessen , daß das Noble unsers Wesens und die noble Haltung das einzige/ über auch sicher wirksame Gegengewicht/gegen alle Verachtungs- und Ausschließungslust, gegen allen Stolz Und alle Jgnorirung ist, das ist unsre Aufgabe: Auf diesem Wege'uns vorwärts zu führen, wird aber auch eine Hauptaufgabe unseren Geistlichen und Lehrer sein. Ich-nenne hier Geistliche einfach alle die, welche die höheren-Funktionen des Kultus vollziehen, ohne > ein besonderes und absonderndes Element damit verbinden zu wollen. Die Rabbinen, Prediger, - Lehrer müssen thätig, thätig, thätig sein, unermüdlich thätig, überall wo sie wirken' können , r nach / innen und außen, ohne irgend einen Blick auf das Maaß des materiellen Lohnesi<i selbst der Anerkennung, obgleich dieses zuleht/nie fehlen wird. Mehr: oder weniger verkörpert sich: für einen großen Theil der Masse die Religion in dem geistlichen'Lehrer, pcrsonifizirt sich für sie in ihm; rrcrmenllich die Jugend,, die er unmittelbar unterwies, wird in ihm immer die wesentliche/Richtung ihrer Religion erblicken. - Um so würdigcr, um so vortheilhäfter , um so edler, um 'so gerader muß er erscheinen (natürlich: nicht" //scheinen^/ sondern //erscheinen")/ um so hingegebener seinem Berufe/ damit die Religion als die Quelle alles Guten und Segensreichen sich auch: praktisch darstelle, aus der zu schöpfen Niemand vergeblich sich sehnt. Wir wissen,. wie' es Alle wissen, daß die Geistlichen und Lehrer Menschen sind, die um so leichter irren können, je delikater ihre Stellung ist, die den Leidenschaften und Verblendungen auSgesetzt sind, so gut wie jeder Andre. Aber dessen muß Jeder sicher sein, daß der Geistliche und Lehrer, vom edelsten Streben erfüllt'.und geleitet ist, daß seine Absichten rein und edel sind, wenn er sich auch hie und da vergreift, daß alles Gute und Schöne in ihm Anklang findet,weil er in allem Guten und Schönen den Dienst seines Gottes, die Erfüllung seiner Religion und das Gedeihen der Menschen, sieht. Der jüdische Geistliche und Lehrer muß seiner Heerde, ihren Bedürfnissen, ihren Geschicken, ihren Bestrebungen, ihrem geistigen und materiellen Wohle wieder näher kommen, als sie ihr standen und zu einem allzugroßen: Theile stehen. Ihm muß. besonders die Erziehung der Jugend / die Bestimmung und, Anleitung der Jugend zu tüchtigen Lebenszwecken am/Herzens liegen,, -er muß sich darum bekümmern, er muß. danach fragen, ..er muß da mit Rath und Thai eingreifen. Der. Rabbine muß lehren , unterrichten, viel, sehr viel. Die /älteren Rabbinen haben unaufhörlich gelehrt, nntürlich /das, was damals Bedürfniß war, den Tülnmd und die Rabbinen, Jetzt thut Anderes Noth, so lasse er sich herbei, dieses Andere zu lehren. Nur nicht dieses Fernstehen, > dieses Vornehmthun und Nimbnssuchen einiger neueren Rabbinen! — — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Regensburg, 18. Juli. (Privatmitth.). .Die Anwesenheit Ihrer königt. Majestäten, von B.aiern.m unserer altehrwürdigen Donaustadt hat zu mehreren, auch für die / Hiesige - israelitische Religionsge'meind e schrerfreulichen Ereignissen Veranlassung -geboten, .die um sv' weniger der Oeffentlichkeit vorenthalten werden dürfen-alsste ein redendes Zeugnißigeben,.daß die-Jsraeliten RegensburgS im freundlichsten Einvernehmen mit" ihren Mitbürgern aller: christlichen^Konfessionen lcben> . . Schon^als die offizielle Kunde von dem.Entschlüsse Ihrer königl- Majestäten hierher gelangte, einen län-

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