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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-08-02 · Heft 32 (2.8.1852) · p. Seite 376

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 32 (2.8.1852)
Date
1852-08-02
Page
Seite 376 (sequence 4)
Language
German
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376 tew Turban "mit -rother-Kappä auf dein Hasipte /der-tüvkische Jude. Zwar 'eu- und ü-te der^ Galizier viel, und der Türke -klapperte/mit seinen vielen harten L und P und dem 'grandiosen häufigen A — aber, sie verstanden sich! dennoch Beide in ihrer hebräischen -Konversation, Meine- Freude 'wurde nur dadurch Etwas gestörtdaß des Polew Hauptstichwort Maäß-Matten/ des-Türken Parole Sechora. war. — Auf der 'Wiese befindet sich unter vielen anderen eine Bude mit Gipsabgüssen; da figüriren Engel/ Heilige und Götter aller'Art; ganz' unter dem Ladentisch,! aber dennoch/ zuerst sichtbar und dorn an steht da Jahr aus ' Jahr ein -,der Jud'", eine lange, hagere Gestalt in" schwarzem Kaftan, mit Breitel und langem Bart-und mit einer Bibel in der Hand/ als wenn er eben iür Feierkleid nach dem Gotteshause - ginge; Karlsbad Hat ein israelitisches Hospital, seiner -inner« Einrichtung'nach'däS beste der Stadtdie außerdem ’A, zum Theil sehr großebesitzt, und eben ein fünftes errichtet: Es werden da im Sommer durchschnittlich über 5V fremde Kränke /verpflegt/ Sie erhalten einesehr nahrhafte Kost (Morgens und Abends eine gute Suppe und Brödchen, Mittagsgute BonUTbit; Gemüse' -und V2 Pfund reines Rindfleisch), freie -ärztliche Behandlung, Trinken und Bäder , so wie' freie Wohnung, v- Es sind^ daabgesonderte Zimmer für Männer und Frauen-eingerichtet, mit ^eisernen Bettstellen versehen, auf's Reinlichste gehalten; ein gemeinschaftliches Speisezimmer. Ein sehr tüchtiger Wundarzt wohnt, die Aufsicht führend, im Häufe. Zu dem auf der Höhe gelegenen Hause gehört ein sehr gut gepflegter Garten, in welchem die Patienten sich ergehen können, der Garten ist gekrönt mit einer äußerst niedlichen Synagogedie eine kleine/ säulengetragene Halle hat. Bon dieser!Halle hat 'man eine der -schönsten Aussichten in Karlsbad; man blickt übeä die ganze, vom Fluß durchströmte Stadt durch den großen Ausschnittden die karlsbader Berge, wie Thorpfeilerbilden, in die weite, sonnenbeschienene Ebene zu dem'Erzgebirge hinaus. In der-SynagvM istd während der Badezeit sabbatlich Gottesdienst. DaS - ganze Institut, dessen Konnte in -Prag seinen - Sitz hat - - wird; von freiwilligen Gäben der Gemeinden und Kurgäste erhalten, und' empfehlen wir es deshalb auch unsererseits der Mildthän'gkeit, mit dem Bemerken, däß statutenmäßig eigentlich aus- Ortschaften,-die zu dem Institute nkemalen gesteuert Haben, ' keine Heilungsuchende ausgenommen werden/' — --' - Das Leben im Bade hat manchen-Reiz; aber die Einförmigkeit in der ganzen Lebensweise, 'die-Leere, hie ftüher oder' später die alleinige Beschästigusi^ mit-dem Leiblichen hervorbringt, die Sehnsucht,' die nach - den - Unsrigennach unseren Kreisennach unftren "Gewohnheiten imÄNs-bald wieder/ erwachtdas Drückende, . welches' das 'ckoiee fsr Monte für! den Thätigen zuletzt hatmacht-^^llückkehr zuletzt wünfchenswerth. ES gehört ' ein/ ganz iruhiges Gemüth, ein am Stillleben Befriedigung-Finden, um bis zuletzt Wohlgefallen >am Badeleben zu haben.' Wir gestehen gern, daß, 40 sehrsich; jene Ersteren auch bei uns bisweilen einstelltendoch im Ganzen auch das Letztere stattfand, und wir in sonders im Dankgebet gegen Gott, der uns den Genuß so vieles Guten und Schönen mit der Aussicht hergestellter Rüstigkeit gewährte, sehr/wohl auszuharren vermochtennicht minder aber mit innigster Lust der Heimäth uns zuwandten. ' ';>- Karlsbad, 23. Juli. Guter Ruth. II. . Wenn - es also hierbei vorerst sein Bewenden hat, wenn der Jude nicht' darauf rechnen darf.', kn öffentlichen Aemtern zu wirken, dagegen für die Strebungen des Privatmannes keine Beschränkung stattfindenwird, und wenn wir in voriger Nummer die Wege anzudeuten suchten, auf welchen auch' die begabteren Geister unter uns in verschiedener Weise zu tüchtigem Werk und gedeihlichem Ziel zu kommen vermöchten, ohne daß sie in ihrer Glaubenstreue zu wanken brauchen: so werfen wir heute noch einen Blick nach innen. Wir haben hier allerdings nur abermalshervorzuheben, was wir schon oft genug gesagt haben; allein das Nothwendige - kann nicht-oft genug bezeichnet werden, und die -periodische 'Presse hat daS Recht und die Pflicht, ja seine besondere Aufgabe ist es, auf dasselbige immer wieder zurückzukommen: In dem Gedanken - der Situationin /welche wir wieder versetzt sindin dem Gedanken - dieser Stellung -/ daß der Staat als; konkrete Erscheinung 1 Etwas reprasentiren will,' was wir nicht seien-: liegt eSdaß -wir /etwas A nd er es find; der Staat erkennt:hiermit auch uns als eine konkrete Erscheinung an, /und so ist es unsre Sache, dieseS Andere immer -mehr zu Chven zu bringen. Lassen wirunS also von den gemächten Erfahrungen nicht Niederschlagen'und nicht znrückschreckenstreben wir -vielmehr, Jeder für sich, Jeder in seinem Kreise/ Jedweder naMseinen Kräften zum Besten, und Edelsten, suchen wir

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