Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 31 (26.7.1852)
- Date
- 1852-07-26
- Page
- Seite 370 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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370 suchen werden,: um dieselbe umzustoßen. Doch' dürfte ihnen; dieumsoweniger gelingen, als der Akt der Wahl 'Ln ganz gesetzlicherForm vollzogen worden. Eher ist zu befürchten, daß die Partei, welche, gegen Fr. gestimmt, sich-ihren. Kandidaten zu ihrem Rabbiner. und Prediger aufnehmen möchte; alsdann würde Rakel in zwei abgesonderte Gemeinden getheilt sein — und eine solche Zerklüftung wäre im höchsten. Grade zu bedauern; denn, ihre Folgen dürften — wie Breslau gelehrt hat — außerordentlich nachtheilig und schadenbringend sein. - Seine: Antrittsrede hat vr. Friedmann am Sabbat Chuckat — und zwar nicht in der Synagoge, sondern auf deren Brandstätte — gehalten. Denn - merkwürdiger Weise! — ist in der Nacht, welche auf Fr.s Wahl folgte, das Synagogengebäude (mit einigen angrenzenden Häusern) — in Folge eines auSgebrochenen Feuers; -— ein Raub der Flammen geworden; — ein Ereigniß, in welchem Manche ein böseS, Manche ein gutes (die Vernünftigsten! jedoch - gar.'kein) Omen sehen wollen: Rakel wird demnach mit dem neuen Rabbinen auch zugleich einen neuen . Tempel erhalten; denn, wie man hört, soll unverzüg-' lich zu dem Bau desselben geschrittenwerden. (Schluß folgt.) Frankreich. „ Paris, im Juli. (Nach den ^red. isr. äs Fr.) Durch eine Entscheidung der Verwaltung deS Tempels vom spanischen Ritus, veröffentlicht den 5. Juni, sind sämmtliche Vorrechte der Co hanim in ihm unterdrückt worden. Eine Vorfrage beim Konsistorium hat nicht stattgefunden. — Im Zentralgefängniß zu RtsmeS, wo 32 Israeliten sich befinden, nämlich: 19 - Afrikaner,. 2 Italiener, 1 Belgier, 7 Elsässer, 1 Pariser! und- 2 Lyoneser, wird, regelmäßig zweimal die Woche durch .den Rabbiner Halbronn Gottesdienst gehalten-und >sehr oft gepredigt. Ein Gefangener beschreibt' in; einem-Briefe die tieft Wirkung, die dies aus sie macht Er schreibt: „Unsere Stellung als Gefangene ist dieselbe wie die der - anderen Kulte, ausgenommen die Unterscheidungen, welche die Zeremonieen unserer Religion erfordern, und für die die -Verwaltung sehr duldsam ist. . Wir strengen uns an, uns durch unsere Sitten, unser. Betragen und unsern Fleiß auszuzeichnen, um so unfern Geistlichen für seine große Fürsorge zu belohnen und uns würdig zu machen, einst wieder in - dieehrenwerthen .Reihen unserer Religionsbrüder eintreten zu können.^ Herr Albert Cohn hat soeben dem Konsistorialkomite 10,000 Frcs. übersendet, um daraus verschämten Armen kleine Darlehen zu reichen. non /pa — Der Appelhof zu Kolmar, hat das Urtheil, welches die Gemeinde Oberdorf (Oberrhein), den Israeliten, die 1848 daselbst gewohnt, und die sich seitdem in Folge deS brutalen Angriffs, deren Gegenstand sie waren, von dort zurückgezogen hatten, so wie die Gemeinden Dmmenach u.A. 160,000 Frcö. für die Opfer dieses Angriffs zu zahlen verurtheilte, bestätigt. Italien. Padua, 11. Juni. Die ^red. isr. de Fr. ent- * halten ein vom Professor am Rabbinerinstitute zu Padua Lelio della Torre unterzeichnetes Schreiben, „die. Unduldsamkeit eines Gelehrten" überschrieben, aus. welchem wir Folgendes hervorheben:. „Die Israeliten Padua's, wie alle anderen in Italien, sind äußerst-mild- und wohlthätig. Sie fragen nicht nach dem Glauben, sondern nur nach den Bedürfnissen der Unglücklichen; sie geben immer und aller Welt. Ihre Namen sind auf allen Zeichnungen, in allen Sammlungen, in allen menschenfreundlichen Werken zu lesen. Sie haben aller Zeit sehr stark zu den städtischen Instituten .beigetragen, selbst zu solchen, von denen sie keinen Genuß. Es giebt hier keinen Israeliten, der irgend wohlhabend', welcher nicht bei. seinem. Tode Etwas dem christlichen Hospital für die Greise und Schwächen (Pia casa di ricovero) legirt, und nicht jährlich Etwas beisteuert. Auf 50,000 Seelen kommen hier 600 Israeliten, und doch haben -diese im vorigen Jahre auf 64,887 Liv. 1830 Liv. testirt, und auf 9096 Liv. jährliche Beiträge 659 Liv. gegeben. Dies ist aber nur ein geringer Theil dessenwas -jährlich jüdische Hände für die öffentlichen Institute reichen. ' Ein Trauergöttesdienst wird alle Jahre zu Ehren der frommen Testatoren gehalten, und eine Rede zu ihrem Lobe gesprochen. Man kann dabei nicht umhin auch der israelitischen Wohlthäter zu erwähnen. Aber, ich sage eS mit Bedauern, man thut es bisweilen sehr ungern, und nicht selten gleitet etwas