Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 31 (26.7.1852)
- Date
- 1852-07-26
- Page
- Seite 362 (sequence 2)
- Language
- German
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nett Einfluß üben, sondern gar nicht laut werden können. So machet mit der Menschheit dieseMmdung/u^tzKrö-! stet Euch,' in gewissen Fachstudien zu keinem Ziele zu kommen^ M-an^fagt es uns ja seit länge'nach/- daßDvir auf praktischen Nutzen sehen und die Konjunkturen leicht zu beurtheilen wissen — bewähren wir dies auch hier, indem wir mit freierm Ueberblick Bahnen für die Begabteren in unsrer Zugend wählen, welche zuverfolgen Niemand in den Weg tritt! Offenbach, 13. Juli. Die Rabbiner-Wittwen- und Waisenkaffe. Wie die junge Eiche langsam und geräuschlos, aber desto fester und dauerhafter ihre Wurzeln in den Boden verzweigt, um den späteren Stürmen ficherer trotzen zu können, so begründet sich ganz im Stillen unser junges Institut der Rabbiner-Wittwen - und Waiscnkasse, um desto kräftiger zum schützenden und schirmenden Baume für spätere Geschlechter heranzuwachsen. — Die Kasse zahlt vordersamst freilich nur sechs und dreißig Rabbiner und Prediger als ihre Begründer, jedoch 'sind uns von mehreren Seiten her Berichte zugekommen, daß man erst den Fortgang dieses Instituts beobachten, ehe man sich demselben anschließen, wolle. Auch unsere Herren Kollegen sind demnach von echt deutschem Schrot und Korn, und spähen sehr bedächtig mit den Fühlhörnern der deutschen Gründlichkeit.. (Richter 5, 16.) Noch ausfallender erscheint unS aber das ängstliche Bedenken eines unserer Kollegen aus Norddeutschland, welcher unserm Institute deshalb kein günstiges Prognostikon stellte., weil deren Begründer zur rationell theologischen Richtung des Judenthums gehörten.*) Demnach müßte jedes wohlthätige, philantropische Wirken dieser Männer verpönt *) Seine Ansicht, daß unser Institut nur als eine Anstalt für die rationellen Rabbiner zu betrachten fei, suchte dieser dadurch zu beweisen, daß von den beiden Rabbinen zu Frankfurt a. M. nur derjenige sich an demselben betheiligt hätte, welche die rationelle Richtung des JudenthumS vertrete, aber nicht auch der andere, welcher mehr VaS antike Leben unserer Religion repräsentire. Dieser ^Herr weiß aber wahrscheinlich nicht, daß die Anstellung des letzteren Rabbinen derart ist, daß er den Statuten (§. 6) gemäß Mitglied dieses Vereins nicht werden kann. F. werden, weil sie in der theologischen Wissenschaft sich einer andern Eregese^bedienen, wie Rabbiner vor' hundert Jahren?/ Sollte^demnach das herrlicherabbinische Sprüchwort:' ^Wu!7k brbrr IPA kV gerade bei ' jenen Männern seinen Werth verloren haben, welche - auf jede .rabbinische Aeußerung ein großes Gewicht legen? Warum wollt ihr -die segnende Hand des halb zürückstoßen, weil ihr — ob mit Recht! -^- glaubt: sie nicht brüderlich drücken zu dürfen? —Oder solltet ihr wünschen können, daß eSbic öerla^enege;6eu0|^SQ3iüirc, oder die armen hilfelosen Waisen büßen! und ohne Unterstützung ein Bettelbrod suchen müßten, nur deshalb/ weil die Begründer der Kasse über Manche unwesentliche Gebräuche deS JudenthumS anderer Ansicht sind? tantsne 68t ira deorum! Unwillkürlich müssen wir auch an die heilige Tora selbst verweisen (2 Mos. 2.2, 22—24.). Uebrigens ist derjenige bedeutend im Jrrthume, welcher meint: sämmtliche Begründer dieser Kasse huldigten jener bezeichneten, rationell theologischen Richtung; vielmehr werden unter denselben Namen erblickt, welche als würdige Kämpen für die althergebrachte jüdische Eregefe bekannt sind und sogar als Solche bereits literarisch auflraten. *) Um aber jeden Schein zu entfernen, welcher diesem Institute daS Kolorit einer jüdisch religiösen Parteisache verleihen könnte, legte unser verehrter Freund und wackerer Kollege, Herr Rabbiner Stein in Frankfurt a. M. den Vorsitz bei der Direktion dieser Kasse, welcher ihm, laut dem Statutenentwurfe, von der, dieselbe konstituire.nden, Rabbinerversammlung 1850 übertragen würde, nieder und ersuchte . den Herrn Konsul und Bankier B. H. Goldschmidt in Frankfurt a. M. diesen Vorsitz einzunehmen, wodurch diese Kaffe jedem Einflüsse irgend einer theologischen Partcirichtung enthoben wurde. Dieses wohlthätige Institut ist aber, trotz der verschiedenen Anfeindungen, begründet. — Dieser Tage wurden die bisher aufgenommenen Unterzeichnungen für den unangreifbaren Fonds (§. 18 der Statuten), welche in Frankfurt a: M. gesammelt wurden, zusammengestellt und sie ergeben. eine recht erfreuliche S.umme. Der Vorsitzende, genannter Herr B. H. Goldschmidt, zeichnete einen Beitrag von 150 fl. und in diesem Verhältnisse auch hie. übrigen Direktiorismitglieder und viele achtbare. Handlungshäuser. / Vom Hause. deS ' ’*) Zufällig beginnt das Verzeichniß der Begründer deS Vereins gerade mit dem Namen eines echt orthodoren greisen Rabbiners, Herrn Gabriel Adler, Rabbiner zu Oberndorf (Württemberg), eines.Bruders »deS Rabbiners zu London. . F.