Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 31 (26.7.1852)
- Date
- 1852-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xvi. Jahrgang. A11 g e m eine No. 31. ZeitMg des Zudenthums. Ein ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. - R e daktion: Dr Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. ' ' verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 26. Juli 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird: jährliche78 Bogen in^Llndrl•••intt.--drS TttÄS/'-ReMrrumfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben,-ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr.'12 gGr.) für sechs Monate — 22V2 Ngr. (IS gEjr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen -an; der Hauptspedition für beide Letztere hatsch die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhie» unterzogen. Leitende Artikel r Guter Rath. — Die Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse, Zeitungsnachrichten: D e utschland: Flensburg, Frie- . drichsstadt,. Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, aus Baiern (Schluß)., Preußen: Breslau, Posen, auSderPro- . vinz Posen. Frankreich: Paris. Italien: Padua, Turin. Die Schw eiz: Bern. Großbritanien: London. Leitende Artikel.. Fra uzen Sb ad, 15. Juli. Guter Rath. Die Niederlage, welche der Alderman SalomonS in Greenwich erlitten hat, und für welche die Wiederwahl Rothschilds in der City nicht entschädigen kann, die'Ver- Ireibung unserer Glaubensgenossen aus Hüsum und Flensburg, und die bestimmte Entscheidung der Bundesversammlung über die Gleichstellungsfrage in den deutschen „freien Städten" bilden eine Trias, welche die , verflossene Woche als eine verhängnißvölle, als abermalige Schritte auf dem betretenen' Wege fördernd" bezeichnet. Daß 'selbst unter dem dänischen Zepter' diese' alten schleswig-holsteinischen Ausschließungen .wieder Platz greisen.konnten/ daß in Greenwich derselbe Salomons, mit so^. großer Majorität im vorigen Lahre gewählt , jetzt, mit' so großer -Majorität abgeworfen'' ward/ zeigt, daß das won:mNs in Rö. 29 bezeichnte Moment auch in Dänemark und' England treibend »st. Außer jenen drei westlichen Kontinentalstaaten haben wir also jetzt überall dieselbe"Erscheinung. Ja, wir machen dies gerade von unserm Standpunkt immer wieder und wieder klar, und stellen es nackt und einfach als Faktum hin. Es scheint uns'von der größten Wichtigkeit, daß unsere Glaubensgenossen dies begreifen und wissen, um nicht, von eitelen Hoffnungen gewiegt, ihre Jugend eine, nothwendig fehl gehende Karriere wählen zu lassen. Fürwahr, es giebt jetzt Bahnen genug, auf denen "Talent und Fleiß zu guter,' ehrenvoller Stellung gelangen können.- Das Baufach, das Privat-Jngenieurfach, die praktische Chemie, die Mechanik/ die Fabrikation, z. B. Droguen- und Farbewaarenfabrikation, die höhere Landwirthfchaft sind'Zweige, die, abseitenS von dem Kaufmannsstande', in unsrer Zeit Studien und Wissenschaftlichkeit erfordern,' welche wahrlich! den begabtesten Geist so gut beschäftigen können/wie Jurisprudenz, Administration, Diplomatik. Ihr habet vor Euch das ganze, unübersehbare Gebiet der Naturwissenschaften, in denen .Eure Erfolge von Niemandem angesochten werden können! Mittelmäßige Köpfe aber, die werden in den gewerblichen Wegen 'immer -am Besten' verwendet nnd gedeihen: Glücklicherweise hat die menschliche Entwickelung in der neuesten Zeit eine so günstige Wendung gemacht, daß sie die alten Fachstudien eben NM zum Bedarf.bestehen -läßt,:Hingegen^ das Hauptgewicht auf. MissenschMe.n geworfen^at, welche im Hintergründe immer den praktischen Nutzen haben, oder doch auf ein Gebiet hinauslaufen, auf -welchem die alten geschichtlichen Vorurtheile und Richtungen ket- I tt Hai t.