Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 31 (26.7.1852)
- Date
- 1852-07-26
- Page
- Seite 363 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Herrn Baron v. Rothschild steht uns, nach vollendeter Unterschriftensammlung, eine dieser edeln Familie entsprechende Summe in Ausstcht. Es erfreut sich demnach dieses Institut bei der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main einer Theilnahme, welche zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Wird demselben in allen Gemeinden Israels solch eine Theilnahme gewidmet, dann bildet sich für.unsere' Nachkommen ein eiserner Fonds, besten Früchte nicht unbedeutend sein werden. Nachdem fich nun in Frankfurt solch ein günstiges Resultat herausgestellt hat, versendet im Laufe dieser Woche die Direktion dieser Kaffe eine „Ansprache", die Statuten und eine Sammelliste an die Vorstände und Geistlichen der Gemeinden Israels mit der Bitte: in ihren Kreisen für dieses wohlthätige Werk ihren Einfluß geltend zu machen, die milden Spenden einejeden Einzelnen „so weit seine Hand reicht" in Empfang zu 'nehmen , damit so durch einzelne Steine und Steinchen dieser Bau der edelsten Wohlthätigkeit mV'teS D73N biö iDtr gegründet, aufgeführt und vollendet werde zur Hilfe verlassener Wittwen, zum Schutze armer Waisen. vr. S. Formstecher, Rabbiner. „Ansprache. ~ taW« '2 „Ich rettete den Bedrängten, - der umHilferief, die Waise, : “lb l’tV isb*! QiS—V’i die keinen Abnehmer hatte. Da 'kam der Segen des BerzweiriLitz felnden über mich, und das . der Wi ttwe stimmte ich r p.ltz, NdyM .fröhlich." Hiob 29, 12. 13. ' Indem die unterfertigte Direktion sich in einer heilsamen und gemeinnützigen Angelegenheit an den 'vielbewährten güten Sinn der israelitischen Gemeinden in Deutschland wendet, zweifelt dieselbe keinen Augenblick, für eine Sache, die so ganz im Geiste der Liebe und Gerechtigkeit unternommen ist, allenthalben im Vaterlande Gehör und Unterstützung zu finden. ■ — Am 8. Juli v. I. und den folgenden Tagen hat dahier eine Versammlung von Rabbinern und israelitischen Predigern stattgefunden,- um eine Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse zu begründen. Dieses Institut ist jetzt ckonstituirt. < Sein Zweck ist, den Hinterbliebenen der Rabbiner und israelitischen Prediger die hilfreiche Hand in ihrer Verlassenheit zu bieten, und ist in den Statuten vorgesehen , daß nach fünf Jahren, wahrend welcher Zeit die Sache geprüft und Erfahrungen gesammeltwerden sollen, die Wohlthat jenes Instituts! auch auf definitiv angestellte R el i g i o n s lehr er und Kantoren ausgedehnt werden könne, um auch diesen die Sorgen des Dienstes zu erleichtern durch einen weniger getrübten Blick in die Zukunft ihrer Familien. - - - - Allein dasjenige, was die Mitglieder des begründeten Vereins selbst für die Sache leisten, und'Hias den Meisten, bei der verhältnißmäßig geringen Besoldung schon schwer genug zu leisten fallen wird,' kann unmöglich genügen, um den schönen Zweck 'dieses Instituts vollkommen .oder nur einigermasten zu erfüllen. ES nehmen daher die S ta tut en , §. 16—20, einen u nan grei fst a re n F o n ds in Aussicht, dessen Zinsen gleichfalls zu umsichtiger Vertheilung kommen und die Wittwen- und Waisengehalte in anständiger Weise erhöhen sollen. Ohne Begründung eines solchen Fonds würde der in Rede stehende Verein einem Bache gleichen, der aus Mangel an Quellen bald vertrocknen müßte. Soll er ein Strom werden, welcher die Lasten vieler würdiger Familien tragen helfe, so dürfen die Zuflüffe_von auß.enher nicht ausbleiben. Wir glauben Vaher, daß eS für -alle mit irdische» Gütern gesegneten, hochherzigen Israeliten eine heilige Pflicht sei, an diesem guten Werke sich segenbringen d zu betheiligen. Es ist klär, daß die Stellung der israelitischen Gemeindebeamten , namentlich dikirnige der Rabbiner und Prediger,' nach den Verhältnissen der Neuzeit sich bedeute'üd geändert hat, resp. vielfach erschwert ist. Zu welcher religiösen Richtung sich dieselben bekennen mögen, an Sorge und Unruhe wird es den Rabbinern da und dort bei ihrem schwierigen, verantwortungsvollen Amte nie fehlen. Soll dazu noch die schmerzlichste Beunruhigung kommen , daßj" bei allen Mühen des Berufes, dereinst nach deren Ableben ihre Nächsten und Liebsten Mängel und Nahrungssorgen auSgesetzt sein könnten? — Und diese Befürchtung ist nur zu gegründet, durch manche. Erfahrung " bereitschmerzlich bewahrheitet. Während Lei änderen Konfessionen entweder der ' Staat Fürsorge trägt, oder Stiftungen in genügender Anzahl vorhanden find, um die Predigerwittwen gegen Noth und Mangel zu schirmen, kann für die israelitische Predigerwittwe in den wenigsten Orten die entsprechende Fürsorge getroffen werden. Da sind selten Pensionen, Stiftungen einmäl gar nicht vorhanden; und während Frau und Kinder bei Lebzeiten des Mannes ehrbar versorgt waren, muß die Wittwe zu ihrem schön so großen Schmerze noch die Kränkung hinzunehmen, zwischen den Bedürfnissen) welche der Stand ihrer Bildung erheischt, und den Leistungen, welche ihr* geringes Vermögen nicht zulaßt, eine unvereinbarliche Kluft sich bilden zu sehen. Sie und ihre Kinder müssen sich