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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-07-19 · Heft 30 (19.7.1852) · p. Seite 354

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 30 (19.7.1852)
Date
1852-07-19
Page
Seite 354 (sequence 6)
Language
German
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354 der Judenemanzipation sind, die mit der VerfaffungSfrage steht und fällt. . (ES ist jedoch auch die Emanzipation' der Landschaft damit verbunden.) Wollten die Freunde der - neuen Verfassung und der Judenemanzipation zu einer:- ähnlichen Demonstration sich' herbeilassen, so würde die Eingabe dreimal so viele Unterschriften erhalten. Aber dieser Theil der Bürgerschaft glaubt seiner Sache gewiß, zu sein. Möchte er sich nicht täuschen! (Wir glauben vielmehr, daß dieser Theil der Bürgerschaft sich sicher täuscht! -Daß eine Petition für die neue Verfassung und Judenemanzipation dreimal so viele Unterschriften erlangen würde, darüber hegen wir bescheidene Zweifel. Man weiß, wie viele ihre Ansichten geändert haben, wie viele sie geändert zu haben vorgeben, und wie viele sich mit. ihren Ansichten herauszustellen nicht mehr wagen, oder auch nicht einmal ohne- Wagstück thun wollen. Red. d. A. Z. d. Jud.) Gießen- 5. Juli. (Privatmitth.) Vor -einiger Zeit starb dahier die Frau des sowol in hiesiger Stadt als auch in der Umgegend sehr geachteten Fabrikanten Herrn Heinrich Hornberger. Die allgemeine Theilnahme an diesem Trauerfall that sich bei der Beerdigung kund, da dem Leichenwagen, welcher, beiläufig gesagt, für Christen. und Juden bestimmt ist, mehr als 300 der angesehensten christlichen Bürger, worunter auch 3 christliche Geistliche, folgten.- .Derselbe christliche Geistliche,^ welcher schon vor 10 Jahren am Grabe der würdigen- 'Gattin deS Räbbinen vr. Levi dahier ergründe Worte sprach - und-deshalb von gewisser Seite getadelt, wurde, scheute sich auch diesmal nicht, ausgehend von dem Grundsätze, die Wahrheit zu sagen, wo sie sich auch immer finden möge, eine voll von Menschenliebe und Toleranz ausgezeichnete Rede zu Hallen, welche ibre Wirkung auf die sehr zahlreiche anwesende Versammlung nicht verfehlte. — Bei einer kürzlich hier vollzogenen Wahl eines neuen Stadtvorstandes (15 Gemeinderäthe, von welchen die Regierung einen zum Bürgermeister ernennt) ist, v o rr k o n se r v ativ er Seite da zu v o r g e - schagen, Herr Hofgerichtsadvokat Rosenberg- Mitglied. des israelitischen. RMgionsgemeindevorstandes, mit ansehnlicher Stimmenmehrheit in denselben gewählt worden^ — ' Von 7 Israeliten, die in gegenwärtigem Semester hier studiren, erhalten nicht-weniger als. 3 ordentl-iche Stipend i en. ausder Staatskasse oder dem Universitätsfonds, gewiß ein Beweis humanster Gesinnung unserer Staatsregierung: und ein Zeichen nicht: bloS papierner Emanzipation.: . S. Mayer, Lehrer. Aus Buiern, im Juni. Aus den stenographischen Berichten.: s131ste öffentliche Sitzung der Kammer der Abgeordneten. *)] : I. Präsident: Ehe ich in der Reihenfolge den Rednern das Wort ertheile, erlaube ich mir, Ihnen emen Zusatzartikel bekannt zu geben, der von dem Herrn v. Lerchenfeld auf den Tisch des Hauses niedergelegt würde. Er lautet: „Alle besonderen polizeilichen AuSnahmSbestimmungen gegen den Ankaufund Verkauf von Grundeigenthum insbesondere von Seiten der Juden und deren, s. g. Einmischung in den Güterhandel sind aufgehoben.". Ich gebe Herrn v. Lerchenfeld daS Wort zur.Entwickelung, seiner Modifikation. —Herr v. Lerchenfeld: rc. rc. WaS meinen speziellen Antrag betrifft, so haben wir in neuester Zeit wiederholt die Erfahrung gemacht, daß man in gar Nichts deutlich genug sein kann. Wir haben eine Reihe von Gesetzen erlassen, die, wie Jeder von uns glaubte, so klar waren, daß kein Zweifel weiter bestehen konnte. Demungeachtet ist eS der Geschicklichkeit, und der Jnt.erpretationskunst gewisser Leute gelungen, den ganzen Sinn und die Absicht der Gesetze wieder hinaus zu interpretiren. Um das nicht auch bei dem vorliegenden Gesetze h erb eiz »führen, und um namentlich die Streitfragen zu entscheiden, ob, was für alle Menschen vorgeschrieben ist, auch für die Juden — die bei gewissen Leuten keine Menschen zu sein scheinen — gelten soll, deswegen habe ich den -vorliegenden Antrag gestellt. M. H. Ich erinnere sie in dieser Beziehung an das Gesetz über die Gleichstellung der Juden, welches im vorigen Jahr erlassen worden, ist. Mir scheint, daß die Aufhebung der zivilrechtlichen Beschränkungen der Juden dort so klar ausgesprochen war, daß darüber kein Zweifel sein konnte. DaS *) Wir geben diese Debatte nur da wörtlich und vollständig, wo sie besonders für die jüdisch-baiersche Bevölkerung von allgemeinem Interesse ist, im Uebrigen nur auszugsweise und referirend, weglassenb. was bezüglich der Güterzertrümmerung überhaupt vorgebracht wurde. A. d: E.

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