Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 30 (19.7.1852)
- Date
- 1852-07-19
- Page
- Seite 353 (sequence 5)
- Language
- German
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iiit aller Materieuns'.überzeugen, daß die Einheit des .Selbstbewußtseins keine Hoffnung habe gelöstzu werden, ohne: Voraussetzung. eines eigenthümlichen ErklärungSgründeS," einer, selbstständigen' Seelen—r: : u „Der materialistifch'en' Anficht, . welchem alle geistigen Thätigkeiten ebenso als - sonst freilich nicht weiter erklärliche Prädikate des Stoffes betrachtet, wie etwa auch die chemischen Verwandtschaftskräfte uns als SolchL gelten, steht,. wie eben angeführt worden, die Einheit der Seeles oder vielmehrdie.'Einheit des Bewußtseins, selbst wenn dieses nur zwei Empfindungen gleichzeitig' in sich vereinigte^ entgegen. Der höher organisirte lebendige Leib würde nur als. eine Kolonie kleiner Seelen erscheinen können, deren inneres Leben zu keiner Einheit des Totallebens znsammenfließeN könnte. Wie sehr man daher auch geneigt, sein möchte; , einzelne geistige Verrichtungen an die Thätigkeiten einzelner Hirnfasern oder noch kleinerer' Hirn- : demente zu knüpfen/ immer würde man ü b e r dieser körperlichen- Organisation noch einem-höhern Schlußpunkt .suchen müssen, den man nur in der Annahme eines un- . th eil baren, bevorzugten Elements finden könnte. Damit ^aber treibt diese Ansicht..über .sich selbst hinaus, denn sie! wird nun noch ein. Mal. zu -erklären haben, wie die ganze Mannigfaltigkeit der Körpertheile, die man immerhin als? in .sich selbst beseelt zu denken .fortfahren.mag, .sich in eine . Welt der Reize und der Organe.für dieses individuelle Prinzip umgestalten kann,, und auf welche Weise/ eine. gegenseitige. Wechselwirkung zwischen ihnen zu Stande kommt. Verfolgt man diesen.Weg, so wird sich dann bald zeigen, d.a ß nicht; der Begriff di>v Se ele, sondern der des S'toffe3 der^eigentlich v.öllig unäNsMenkbare; und ganz für unsere Erkenntmiß undurchsichtige Beg.riff ist, so daß man.wom Materialismus zuspiritualistischen Ansichten übergehend, eher.den Leib auö geistigen Monaden erbauen wird., als daß: man die Phänomene des Seelenlebensnur. an der . Kombination .von MaffeN haften ließe.! Andrerseiks.' empfehlen sich jene/ materialistlschen Ansichten für einen unbefangnen Sinn-.wenig dadurch, daß/ fie zwar 'an aller! Materie die Fähigkeit des Vorstcllens haften lassen/ jeM; Äusgebildete Seelenleben aber, da es immer auf .eine. Ver- ' knüpfung wesentlich selbstständig bleibender Maffetheilchen! gegründet sein . würde, nur als ein - prekäres Phänomen '! betrachten können, daS nach der Auflösung jener Köm- : bination in das allgemeine dumpfe Wesen der Materie! zurücksinkt. Manmuß gestichen, daß Ansichten dieser Art, i mehr oder.weuiger fein ausgebildet, in neuester Zeit immer mehr Anhänger-finden; man kann ihnen jedoch Nichts besser entgegenhaltcn, als/die Frage--!wie.sie die. erwähnten Aufgaben .der Erfahrung - lösen wollen.: So lange dazu keine Anstalt gemacht wird,/ sst eS ganz fruchtlos, sie bekämpfen zu wollen, -da sie auf 'einer W i l l k üwl i chfeit beruhen, die weder Beweis noch -Gegenbeweis kennt. Leicht wären alle Schwierigkeiten unterworfen, wenn: man. sagen könnte, das! Gehirn denke, fühle/ strebe; ällein. wenn e S au ch gefagt wird,/fo richtet sich :doch die Wirklichkeit nicht nach diesen kapriziösen Paradorieen. AM Wenigsten' darf man glauben, daß solche.Ansichten.auf der Ueberzeugu'Ng von - der: ^Unmöglichkeit einer andexw Auskunft beruhen / wir haben hinlänglich gezeigt, wie wenig dev Begriff der -Seele Unter dieselbe: Kategorie der Täuschungen gehört, in welche g. 93; der der Lebenskraft zu verweisen seinwurde///.Irre ich nnich!-nichtnso treibt zu diesen (materialistischen, das Bestehen der Seele leugnenden) Ansichten u i ch t. .i m m er eine a l l e r.d i n g s weit verbreitete Rohheit der Begriffe, sondern -h a u ft g s a u ch e i n fa I scher, b <fft e'ch en d/er/ H e - ro i smus, der.den Gipsel der Wissen scha ft dann zu erreichen meint, wenn er destruirend wirkt gegen Alles, w-aS der. un befangenen Betrach- 1 u n g gewohnt u n d. wer t h v oll ist; . (tbct / es Wird auch gewiß eine Zeit wiederkommen, in der man erkennen wird, daß die Entfernung von demwas die Nebereinstimmung unzähliger, durch theoretische Bedenken unbeirrter Gemüther geheiligt hät, anr Häufigsten auch eine Entfernung von der Wahrheit ist. ' (Fortse.tz.ung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. . Frankfurt am Main, 1 /Juli. Der „Haudc-- ünd Spen.Ztg." schreibt man über die schon erwähnte Petition an den Senat: ES ist eine Eingabe an den Senat ergangen, /die/ auf Abstehen von jeder neuen Verfaffung und auf Rückführung dev alten Konstitutiorrsakte anträgt.. Die Petition ist zwar mit vielen Unterschriften hiesiger Bürger/ (über 8000) versehen, aber nur mit Solchen, welche nicht sowol absolute Gegner der Verfassung, als /vielmehr absolute Gegner