Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 30 (19.7.1852)
- Date
- 1852-07-19
- Page
- Seite 352 (sequence 4)
- Language
- German
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entfremdeter wird sie. im Ganzen dern^ sinnlichen. Leben, desto. gleichgiltiger-wird ihr die äußere Welt, und;; die gleichzeitige Verkümmerung des Gehirn.leb'enS, das ihr nun weinig Anregung mehr giebtkann uns leicht zu der Täuschung verführen, sie sei.überhaupt auf eine niedrigere Stufe cherabgesunkem? Eine^ eigenthümliche Erscheinung endlich-- Welche, sich aus leiblichen^Ursachen nie: wird erklären'.lassenist das sogenannte Wandern der dem:Tode Lstahen^ Die Seele fühlt hier.jdunkel, daß sie im Begriff stehe, in andere Verhältnisse.einzugehen, und sucht dieses Gefühles der Unruhe durch ein entsprechendes Streben los zu werden;, aber noch-im bisherigen Zustand befangen, legt sie, das Gefühl falsch, aus, und hält die sich in ihm/ geltend.machende Vothwendigheit einer Veränderung für eine durch Lage und Umgebung bedingte, daher sie sich, befriedigt, glaubt,, wenn sie eine räumliche Ortsveränderung vo.rnimmti - Der Leib - hängt gleichsam noch als Schale an der.hervorbrechenden Seele,. und zwingt, diese, ihn mit herumzuführen/" — — ,• j/; ’ Es folge-ein Blick in die Abhandlung Hi L o tz e' s „Seele und Seelenleben" 3. Pdi 1. Abth. S. 142—264. „In drei Zügen scheint-die Hindeutung,^ daß alle seelischen Erscheinungen .einem selbstständigen Wesen angehören,' „zu. liegen; zuerst in der beobachteten Thatsache des Vorstellens^ Fuhlens und Begehrens, dreier Formen des Geschehens, in denen allen, sich eine über das bloße Sein und Geschehen noch hinzukommende W a h r n e hmung dieses Se.inS und Geschehens, das Phänomen des Bewußtseins im weitesten Sinne, zeigt; bann in der Einheit deS Bewußtseins, welche nicht gestattet, die geistigen Thätigkeiten an ein Aggregat in's? Unendliche theilbarer und isolirter; körperlicher Massen zu knüpfen; endlich in dem nicht beobachteten, sondern aus Beobachtungen vorausgesetzten Umstande, - daß alles übrige blos Seiende .sich in allen seinen. Verhältnissen nur. als wirkende Ursache benimmt, die nach allgemeinen Gesetzen mit Nothwendigkeit vorausbestimmte Folgen erzeugt, während dag, was wir beseelt nennen, als handelndes Subi ef t Bewegungen und Veränderungen,, T h a t e n überhaupt, mit neuem Anfänge frei aus. sich hervorgehen läßt. — Alles, wag physikalischen Massen als Solchen, oder was dem lebendigen Körper als einer Zusammenfassung derselben begegnen kann, die Gesammtheit der Bestimmungen*der Ausdehnung, Bewegung, Mischung n. s. f. < ist durchaus unvergleichbar mit der Natur des Bewußtseins, das in den verschiedenartigsten geistigen Ereignissen gemeinsam vorkommft"/ W müssen daher die /,geistigen Ereignisse von einem; eigenthümlichen Gründe abgeleitet Werden." — Würde aber auch eine gemeinsame Wurzel des. Geistigen und. Körperlichen angenommen, so „würde hierdurch die Kluft nicht im.Mindesten verengert, die zwischen Beiden sich ausbreitet , wir würden im gentheil nichts Anderes gewonnen haben, als jene spinozisiische Vorstellunng einer einzigen Substanz, die auf völlig unbegreifliche Weise zwei absolut getrennte . Attribute in fich trägt, aus deren einem der Erkenntniß kein Uebergang in das .a-d.efe, mögfich.Märe^^ .^'Die' Erfahrung „zeigt uns schlechterd kngs Nichts, §als, ein Harm I n e i n ä n d e rpa ss'e n körperlicher und geistiger Erscheinungen, deren keine ihreni Begriffe nach auf die andere zurückführbar ist." — Hingegen ist den eigentlich materialistischen Ansichten„jede Berechtigung streitig zn machen. Ausgehend von dem r o h e st e n A u g en schein, der. unS allerdings nur Nerven mit' . Hülle und eiweißartigem Inhalt zeigt, und nicht bedenkend, daß vielleicht der Begriff.der Materie zu große innere. Widersprüche hegt, als daß er die Grundlage für etwas Anderes sicher darböte, find sie. geneigt, körperliche Thätigkeit mit geistiger zu identifiziren, oder doch die letztere als ein Nebenprodukt der ersten zu fassen, das ohne ein anderweitiges Prinzip aus ihr hervorgehe." — Aber was vermag diese Ansicht zu erklären? Ihr Erfolg ist nichtig. „Noch erwarten wir von ihr die Aufklärung, warum eine innere Veränderung des; Sehnerven mehr als eine solche Veränderung ist, wie sie der Nervensubsianz zustoßend gedacht werden kann,. warum sie hier plötzlich die Empfindung leuchtenden Glanzes aus sich erzeuge; noch erwarten wir ferner von ihr den Nachweis, warum eine Bewegung des Nerveninhalts nicht bloße Bewegung bleibe, sondern das Gefühl. eines/Strebens oder das Wissen um die Bewegung erzeuge; noch erwarten wir endlich und dies vor Allem, die Nachweisung jenes üntheilbaren Nerven- Punktes, der zu allen diesen Ereignissen ein eben so unwandelbares Subjekt abgeben könne, wie.die Seele, die jene Vorgänge in ihr Eines individuelles Bewußtsein vereinigt." Ja, „wir erfahren in solchen Ansichten nicht, wer oder was da eigentlich empfindet, fühlt und strebt; Niemand weist uns in und mit ihnen nach, auf welche Weift die physikalische Veränderung des?Nerven, plötzlich in eine bewußte Empfindung sich ummaudelt." — Genug, „die Nothwendigkeit,- daß das. allen Seelenerscheinungen zu Grunde liegende Substrat eine völlig i.ndividuelle Einheit sein müsse,, wird.wegen der Unverträglichkeit dieser Forderung mit der unendlichtheilbaren Ng-