Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 30 (19.7.1852)
- Date
- 1852-07-19
- Page
- Seite 350 (sequence 2)
- Language
- German
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850 senden „Werde!" ringen . . . Du kannst Nichts, Du vermagst NiHtS,^ denn^ es -fehlt Dir. der befruchtende Hauch der^schöp^ensHen'Begeisterung.... Erimrb nur ln ^solchem Ge'ist§ ^ja, sei glücklich in Deinen Untrrnebmüngenhäufe Vermögen — steh, außer der Freude des Erwerbes wird nichts Höheres in Dir aufflammen, Du wirft ein leidlicher Mensch, ein lzidlicherWÜMt^ ein'leidliche^ Sohn und Familienvater sein — aber auch weiter Nichts; der Geist der Leerheit und Langeweile wird Dich anblasen, so oft der Erwerb aufhört, und Dein Leben wird sich' verschleppen in lauter Momenten der Gewöhnlichkeit, des Nichts: Fürwahr, Israelit, Du kannst nichts Klügeres thun, als Dich für Deine Religion, für den Beruf Deines Stammes, für fein Werk und seinen Bestand zu begeistern. Du wirst Dich, und die Welt wird Dich höher achten; das, woran Du dennoch mit tausend unsichtbaren Banden geknüpft bist, wird Deine Freude und Dein Stolz; Dein Leben bekömmt eine, höhere, Weihe, ach! und diese ist ein beneidenswertheS Besitzthum! Wirf ab den Bettel der Eitelkeit, die sich wie eine Sensitive zufammenzieht, wenn die Welt den „Juden" in Dir berührt tsondern dehne Deine Blüthenkrone weiter auS, wenn der Sonnenstrahl des Lichtes, zu dem Du geboren bist, Dich trifft.. . . Franzensbad, 8. Juli. Die Männer der „Kreuzzertung" und die Juden im Staate. Wenn man die ganz rechts stehenden preußischen Blätter mit den österreichischen vergleicht, so.fällt Einem sofort in jenen der bittere Ton, der ertrerne Haß auf, welchen sie, insonders die „Neue Preußische Zeitung^ (vulgo „Kreuzzeitung"), gegen die Juden athmen,, während die Letzteren durchaus wohlwollend, oder mindestens gleichgiltig sich äußern. : Es versteht sich von selbst, daß bei dieser „N. Preuß Ztg." nicht von Billigkeit, nicht von Ausgleichung' und Verständigung die Rede sein kann — diese Herren wissen zu gut was sie wollen, und verfolgen dies zu systematisch, als Haß sie von einem, einmal eingeschlagenen Wege abbiegrn sollten. Alles was man ihnen hierin Vorhalten kann /Alles womit man ihnen entgegentreten, sie bekämpfen ,mag, Hat keinen Einfluß, denn sonst hätten sie es sich schon .längst , selbst gesagt. Da nützt Nichts weiter, als dem Publikum immerfort klar machen, welcher,Her eigentliche Standpunkt, Her Jener und der unfrigh W' WaS. wollen wir^ Juden? :-Was wollen die Herren '-von', her „KreuzzeitüNg^.?^ Nicht schw'ey zu beantwortende Fragen. Diese Herren wollen Vorrechte>Är wollen Nichts als kein Unrecht. Diese Herren wollen Vortheile, wir wollen Nichts als keine Nachtheile. Diese >■ Herren wollen Vorzüge/ wir wollen Nichts als keine Hintenansetzüng. Diese Herren wo!llen eine gegen alle Anderen ausschließliche Herrschaft, wir wollen Nichte als von allen Anderen nicht .ausgeschlossen sein. Diese. Herren wollen die erste Kammer bilden, die zweite wählen und mit den Ihrigen anfüllen, die Provinzialständen beherrschen, die Kreisstände ausmachen, alle hohen Dikasterien besetzen, die Patronate innehaben, die Polizei und Gerichtsbarkeit üben, kurz was nicht Alles noch — wir, nun, wenn ihnen dies Alles zufiele, wenn ihnen das Gesetz dies Alles zugesteht, haben wir sicher Nichts dagegen, wir wollen Nichts weiter als an dem Antheil haben, was nach dem Gesetze des Bürgers Recht ist. Wir bilden an und für sich gar keine Opposition gegen diese Partei, w i r s.ind.als Iuden gar keine Partei im. Staate, wir überlassen alle Politik dem Einzelnen — wir wollen Nichts als daß man unS zu keiner besondern'Partei, im Staate stempele, indem man unS versagt, was Allen zusteht. Jene Herren wollen also haben, haben, haben, wir möchten uns Nichts nehmen lassen. Jene wollen Positives, sehr,.sehr viel Positives, o herrliche Realitäten, wir wollen nur nicht das Negative. Dies ist es, was wir.immer und immer diesen Männern der „Kreüzzeitung" zu sagen haben. Ihr stellet die Juden als habgierig dar: wer ist in der That voller Hab- und Selbstsucht? als engherzig, wer ist es in Wirklichkeit? wer ist eS, der an sich zu ziehen sucht, der sich anzueignen sucht, was er erreichen kann?.;. Unser Streben ist abgegrenzt, keine Linie mehr als was, kem Gesetze nach, dem Pürger zusteht : das eurige. ist unbegrenzt, und immer noch viele Schritte über das hinaus, waS das Gesetz Euch schon gegeben.... Nun) wir rechten nicht mit Euch, wir kümmern unS als Juden weder um Euer. Streben, noch um Euer Erreichen, was wollet Ihr also von unS? Ihr seid es, die uns immer wieder auS dem Schatten des bürgerlichen Lebens hervorziehen und in eine besondere, wahrlich nicht bevorzugte Stellung.verweisen, und doch haftet gerade daS, waS Ihr uns vorwerfet, an Euch selbst. Ihr nennt unS zudringlich, Ihr sagt, wir wollen uns überall hineinschmuggeln: "wir fragen, wer ist dies,, wer thut dies in der That?... Wir'sagen, daS