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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-07-12 · Heft 29 (12.7.1852) · p. Seite 346

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 29 (12.7.1852)
Date
1852-07-12
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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346 nichts.' Anderes -istn als . eine ' schlechte, Ueberfetzung von Dr-Flehinger's Erzähl»ngen'und Belehrungen. Will ich so fortgehen, könnte ich eine Unzahl Schul- - bücher nennen, welche alle auf deutschem Boden entstan- ' den sind. Wir wollen daher keine weiter erwähnen, auch - nicht den Fürsten der -hiesigen jüdisch en Plagiatoren, Herrn j Lehrer W. aus Ä., welcher für seine-Vielschreiberei zum.: Heile der niederl.-israelitischen.Jugend in einer außerordentlichen Sitzung der Oberkömmifston belobt und mit ' der großen silbernen Medaille beehrt wurde. Früher wa- - ren denn auch alle Zeitungen mit seinem Lobe überfüllt;? man prieS seine großen Kenntnisse,. seine (gestohlenen) ge-; -druckten. Predigten. -Seit Einiger Zeit hat. dies aber aufgehört; sollte man auch klüger geworden sein? Sollte : man das Lächerliche und Ungebührliche dieser unverdien-- ten Lobverschwendungen eingesehen haben? Ich weiß es | nicht/ aber ich imöchte eS gern,, im Interesse einer bessern - und genauern Kenntniß der deutsch-jüdischen Produkte im' .Gebiete der israelitischen - Pädagogik, der Schulwissenschaft - und der. Predigtliteratur, wünschen. - / Mögen Siesich -für' heute mit diesem Wenigen bej gnügen. In - meinem nächstfolgenden benachrichtige ich Sie; über die „Gesellschaft zum Nutzen der Israeliten in den Niederlanden", . welcher am 27. c. eine allgemeine Ver-ä sammlung in Rotterdam abhalten wird, wo die Revision der.Statuten vorgenommen werden soll, und welcher Versammlung ich beizuw'ohnen gedenke; ferner über das jüdische Organ: „Het Israelitische Weekblad“, über' die vierteljährlich erscheinende und trefflich redigirte Zeitschritt und über den jährlich herauskommenden Kalender! und Iahrbuch von mehrgedachter Gesellschaft, überhaupt über.alle Zweige der jüdischen Literatur; über Schul- und Kultuswesen / über das niederländisch-israelitische Seminar, in Amsterdam; über das Treiben der Missionäre, welche ' in Utrecht ein Wochenblatt: „Der Herold" erscheinen lassen;: über andere israelitische Angelegenheiten mehr. Aus'dem Großherz. Posen, 27. Juni. *) Ein Kompetenzstreit eigener Art ist in jüngster Zeit ausgebrochen zwischen dem Rabbinen Malbin zu Kem- ' . " / %' *) So ungern wir dergleichen Streitigkeiten mittheilen, so ist das Folgende doch auch ein Zeichen der Zeit, und gehört zum Chäräkterbilde der'Gegenwart, daß wir es nicht vorenthalten mögen. > Redakt. pen und demMabbiner>Stößel/zn-Ostrocho, -der für Letztern -von nachhaltigen -Folgen , seiii: könnte, wenn -steine Verßändigüng -zwischen/ ihinundMalbinvon irgend-r-einer Seite -herbeigesiihrr-wird,? öper. - wenn/die - .SMechW zu Ostrowo sich seinem/ blinden Gehorsam gegen einen auswärtigen Mabbi hingiebt-undeine unverlangte^' Entscheidung Malbins/inr dieser Sache zur,Geltung kommen läßt-; denn dieser, -sitzt selbstgefällig, aus dem: gleichsam, sich - seihst geschaffenen - Stuhl z seines - autonomischen-Bewußtseins : .und scheint geflissentlich die.Absicht. an den Tag zu legen, -seinen Kollegen iy .Ostrowo in Hinsicht: seines rabbinischen "Wissens nicht nur zu verdächtigen, sondern, was noch schlimmer; ihm? das. Recht der Ausübung rabbinischer Funktionen abzusprechen. , . : . / . / ..'; Das Sachverhältniß, welches zum Kompetenzstreit und Konflikt zwischen den beiden Rabbinen Veranlassung gegeben, verdient daher um so mehr eine öffentliche.,Besprechung, als'die Ansichten hierüber in hiesiger Provinz-sich verschiedenartig manifestiren, und die Verschiedenheit in den, An sichten wiederum eine Folge von wahren oder unwahren, echten und falschen. Mittheilungen über die eigentliche Sachlage ist. Daher sei es: mir vergönnt, zur-Ehre der Wahrheit und -zum Tröste eines tief gekränkten Mannes Folgendes mitzutheilen. In dem Städtchen Raszkow, das ungefähr eine starke Meile von Ostrowo entfernt, liegt, fungirt ein gewisser Wo lffohn seit einer Reihe, von Jahren als sogenannter y“'br ürnia. Dieser Mann ist wohlhabend und lebt außer den unbedeutenden Einkünften, die sein Amt abwirft — von Zinsen. Daher, ist seine Meinung - die seiner Gemeinde, obgleich andererseits nicht : in Abrede gestellt werden kann, daß es auch in dieser, unbedeutenden Gemeinde vor unlängst Zwistigkeiten, bei welchen' W. als Hauptperson figurirte, gegeben , die aber feit einiger Zeit nach seinem Wunsche beigelegt worden sind. Unter seiner Botmäßigkeit steht unter anderen: Fleischern auch ein jüdischer Fleischer, mit welchem er wegen verweigerter Zinsenzahlung schon in Prozeß stand und. den er in Folge der früheren Zwistigkeiten, bei welchen dieser sich dadurch betheiligte, indem er bei einem andern rrniw, den die Gegenpartei entgagirte, hat schlachten'lassen, >7-- durch Handschlag verpflichtet hatte, von keinem andern ütTilö außer ihm schlachten zu lassen. ' Es muß hier beiläufig auch bemerkt werden, daß der größte Theil des in Raszkow geschlachteten Fleisches in Ostrowo verbraucht wird, daher nach -jüdischem Ritualgesetz der vniÄ in: Raszkow, sei er auch nebenbei,

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