Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 29 (12.7.1852)
- Date
- 1852-07-12
- Page
- Seite 345 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Herr Dr. Schiller, bis jetzt Prediger, sollte auf einckal zum Rabbi der Gemeinöe Münchester ausgenommen werden. Dies ward Herrn Dr. Adler angezeigt,- und derselbe protestirte, indem die Gemeinde sowol als Herr vr. Sch. versprochen/ keine Veränderungen und Reformen ohne Vorwiffen des Herrn Chief-Rabbi vorzunehmen. Er protestirte ferner dagegen, daß Herr Dr. Hchiller riibrrw paskenen dürfe, weil er seine nrriin nirnn nicht anerkenne. Bei der Aufnahme deS Herrn Schiller zum Prediger hat 'es sich nicht um Paskenen gehandelt und war also gar keine HK nöthig gewesen. Herr vr. Adler und Sir MoseS Montefiore, dieser weil die jüdische Gemeinde Manchesters die Absicht gehabt haben soll, sich von bet United congregation loSzusagen, reisten nun sofort nach Manchester. Die dortige Gemeinde soll aber so ziemlich den Wünschen des Herrn Chief-Rabbi entsprochen haben'. ‘ Gegen die Konfirmation der Mädchen soll Herr, Vr. Adler keine Protestation eingelegt haben, wenn er sie auch nicht eingeführt wünscht. Dies ist das richtige Sachverhältniß. Ein neues Geschäftsbüreau ist hier entstanden, nämlich eine neue Taufgesellschaft, unter dem sehr passenden Namen MischmodimgeseÜschaft bekannt. Sie giebt eine neue Zeitschrift heraus: Thehebrew Christian Magazine mit dem Motto: m irpman. ba /n Hb Wahrhaftig das Motto ist das passendste das es geben kann. Früher wurden die Juden bei jeder Gelegenheit todtgeschlagen, geplündert. Die Missionäre sagen aber b«, verderbe sie - nicht, 12 N212^ eS ist Segen (.Brod) an ihm (zu verdienen nämlich). Denn schon find 10 Missionäre bei dieser Gesellschaft beschäftigt. Bei der London .conversion Society sind über 60. Bei der Scotch Society 28 und bei her City-Society 12 angestellt. Wahrhaftig, diese Seelenfänger sollten nicht wissen, was sie alles Gutes den Juden thun möchten. Sie Wissens aber auch wirklich nicht und thun eben weiter Nichts als daß sie uns oft einen Laugenichts abnehmen. Dr.: Weil, London.„Oxford-Street 466. Rußland. . PeterSbinr^, im Juni. Nach einem eben er-' sschienenen UkaS sollen alle Israeliten, welche beim' Schmuggel betroffen werden, 100 Werste vow der Grenze verbannt werden. Korrespondenzen. Briefe aus Holland. ,, , , Erster Brief. (Schluß.) JnLeß müssen wir bemerken /: daß für daS Plagiat deutscher jüdischer Schriften Holland ein gesegnetes Land ist. Je unverschämter man hier diese herrliche Tugend ausübt, wie mehr man unsere hiesigen Glaubensgenossen literarisch „utzt" und ihnen Sand in die Augeü streut, auf desto höhere -Ehre und: Vortheile: man rechnen kann. Es fehlt nicht an Lpbsprüchen,. an Ehrenzeichen, an Medaillen re. Auf wirkliche, gediegene, echte, gründliche und . aus eigenem Streben erworbene Gelahrtheit kommt es bei unS so sehr nicht an; man.-.'ist auch, mit wenig zufrieden. Man braucht nur einen Zeitungsartikel, ein Büchlein zu schreiben, und man heißt bei dem großen Haufen gelehrt. Will man für.hochgelehrt gehalten werden,. so gilt folgendes Rezept für probat : Man'nimmt aüS /der deutsch-jüdischen Literatur ein gutes oder schlechtes Werk, übersetzt es, verschweigt auf dem Titelblatt und Vorwort den Namen des Autors, anstatt -dessen stellt man seinen Namen, giebt es aus für ursprüngliche und :eigne Arbeit, wirft mit einigen charlatanischen< Floskeln um sich Her, und ich versichere, daß man auf gutem Wege ist sein Glück zu machen. : Da haben Sie Herrn Lehrer, van N. aus G.; dieser, hat in Antwort aus eine Preisfrage zwei Schriften an die Oberkommisfion eingesandt, wofür er mit einer großen, silbernen Medaille belohnt wurde. Beide handelten über israelitischen Religionsunterricht und aus denselben mußte er einen Leitfaden zu diesem Behufe zusammenstellen. Er that es, daS Buch erschien ohne Vorwort des Verfassers, aber mit einem Solchen von seinem Schulvorßand, worin seinen Verdiensten sehr gehuldigt und noch belobt wurden und das Buch war nichts Anderes als zwei durcheinander geworfene deutsch-jüdische Katechismen aus ZohlsohnS t]OT» •’fcibN 'wortgetreu übersetzt, und noch eines Ändern, dessen Name mir im Augenblicke nicht in'S Gedächtniß fällt. Herr Lehrer M. aus H. hat .vor einigen. Jahren zum Behufe -der, israelitischen Jugend eine biblische. Geschichte verfaßt, Ne -aber