Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1852)
- Date
- 1852-07-05
- Page
- Seite 327 (sequence 3)
- Language
- German
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Gebiet. Hier ist kein Bild mehr, die Vorstellung können wir Zellen so'wenig sehen/ als den Begriff und die Idee.- Sie ist ein dynamischer / unsichtbarer Akt ' der Seele. — .Allerdings muß bei jeder Vorstellung das Gehirn Mitwirken. Wie man sich aber diese Mitwirkung des ^Gehirns vorzustellen habe, was eigentlich Gehirnthätigkekt und Hirnbild sei, das ist der schwierige, vielleicht nie lösliche Punkt in der Frage. — Von der Gehirnthätigkeit (nämlich sofern sie das Vorstellcn mit bedingt, denn von ihrer Wirkung auf dieübrigen Leibesorgane ist hier nicht die Rede) wissen wir "nicht-'einmal, was sie ist. — So viel ist gewiß, daß-das Gehirn zu den Wahrnehmungsvorstellungen wie zu 'denen-der Reproduktion die Bilderden Stoff liefert. Wie ist es aber mit der Vorstellung selbst? Wird diese auch durch das Gehirn erzeugt? Bestimmt das Gehirn - den Gang der- Assoziationen , die Schnelligkeit und Leichtigkeit der Uebergänge? Ist.jede Vorstellung vielleicht nur eine Thätigkeit eines gewissen Hirntheikes? --- Bei Beantwortung dieser Fragen Müssen wir -als unzweifelhaft festhaltcn, daß alle psychische Thätigkeit etwas Besonderes, von dem physischen'(vegetativen und dynamischen) Leben des Gehirns Verschiedenes ist. Obige Frage reduzirt sich daher auf» die, ob das Gehirn dadurch, daß es physisch thätig ist, eo ip80 .auch psychisch thätig sei, ob auf. diese Weise bestimmte psychische Veränderungen immer nur durch bestimmte physische Veränderungen möglich sind, und ob, weil allesMhysische ränmlkch ist, den verschiedenen psychischen 'Verrichtungen gewisse Orte und Stücke, des .Gehirns entsprechen, oder ob dieses Alles von physischen Verhaltnisten in gewissem Betracht unabhängigsei? —- Die Pä t hol o gie fuhrt chier zu dem.-gewissen--Resultate, daß es.kernen Th«i.l' deS Gehirns giebt, der bei seiner Verletzung stets e ntwe d er blos physi sch e o.der bl os psychisch e Störungen ver an la ßthätte. Wozu nun doch ümmcr noch besondere psychische Organe im Gehirn annehmen, während man doch stets/ bekennen mußdaß. sie nicht zu finden seien? / Daß aber die Vorstellungen ferner nicht .blos durch eine physische Veränderung in der Hirnsubstanz .erzeugt werdenbeweisen folgende Umstande.: 1) Die. Vorstellung .selbst .ist nichts Räumliches', - sie' kann nichtmit den /Sinnen wahrgeuommen werden. 2) Es kann ein materieller -Eindruck.aut das/Gehirn stattsinden, ohne, daß eine entsprechende -Vorstellung daraus . hervorginge. Die Sinnesempfindungen erzeugen in uns Hirnbilder, 'wenn - aber die Seele! nicht darauf aufmerksam ist, so entsteht keine Vorstellung^' ' K) HlrNbilder könnest - riUti durch äußere StnsteSaffektkvtten ödere dllrch - Vorstellustgrn hcrvorgerufen werden, und llhre Assoziation tvird - von der " 'der B orsie-llungen gestimmt: /daher kann Mcht .umgewendet ' das' Gehirn den Assoziationen der Vorstellungcn ihre Richtung/geben, u ' 4) Die Physifche-Gehirnthätigkeit rst stets einer Menge zufälliger/Einwirkungen/auSgefetzt, welche an und' fürstch zwär keine 'neuen Vorstellungen geben, aber doch dke Ge^- hirnfäsern einmal in diesen,! einmal in jenen Zustand -versetzen , wonach sichauch deren! Vorstellungsthätigkeit richtest mußte- (wirerinnern nur dstdie - verschiedenen Stoffedie täglich durch "die Speisen in's Blut kommen): Hiernach wäre es aber Unmöglich, konstante Gesetze der Asso^ ziation zu finden, wiesie doch wirklich -bestehen." (ES folgt hierauf der scharfsinnige, weitläufige Beweis, daß die Annahme falsch ist,- daß jede einzelne Vorstellung^ durch eine! einzelne Faser des Gehirns repräsentier werde, so wie die Annahme falsch, daß gewisse Reihen und Gruppen von Vorstellungen je/ nach ihrem -Inhaltebesondere größere -Organe im Gehirn hätten^) — Aus dem, Bisherigen ersehen wiralsodaß die Vorstellungen nicht ein Erzeugniß eines physischen Ge-hirnakteS, sondern einselb ststä ndiges Produkt'der Seele sind." ' * : - .- -; ,,Die verschiedenen Stufen und Formen des Erkenntnißvermögens (Vorstellungsvermögen, Verstand und.Vernunft) stehen kn - mannigfaltiger Wechselwirkung. -Das Vorstellungsvermögen liefert den Stoff-für die Tch'ärigkeit des Verstandes,. der Verstand - bewirkt 'aber/ durch Reproduktion feiner Begriffe auch wieder die-Reproduktion solcher Vorstellungen, die zu - denselben gehören. Zn Bezug auf die Vernunft verhält 'sich /cher Verstand -ebenfalls? auf zweierlei/Art../ Er giebt derselben. in seinen Begriffen und Urtheilen den Stoff, an welchem, sie -ihre Ideen/ entwickelt und nach Gründen forscht; er -kleidet .aber/auch, die -Ideen in die Form! der Urtheile, Begriffe - und Schlüffe, ein. Die Vernunft endlich hat wiederum zwei Richtungen,. eine nach dem Verständehin, und in dieser Richtung.hat sie es hauptsächlich mit. der sinnlichen! Erscheinungswelt zu thun, und die Phänomene nach/ihrrv/Dignitäl/und .wechselseitigen Beziehung zu. ordnen:. /. Die,/andere Richtung aber geht auf das -3fnnire des, Menschen, auf 'die reine Sphä re der. I d «e n! d e S, .G ut c n , . W a h r e n ..u n d Sch ö-;netü: Man hat diese Ideen als .der Vernunft immanente (eingeborene) gelegner, und ^hrc Entstehung aus. dem blo- -ßen Beziehen der Vorstellungen auf einander/erklären wollen;' allein--.aus dem bloßen -Beziehen der Vorstellungen