Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 26 (21.6.1852)
- Date
- 1852-06-21
- Page
- Seite 310 (sequence 10)
- Language
- German
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Kalender auf fünf und zehn Jahre vyrauS, die er abschrjeh und gratis vertheilte, oder er unterrichtet? mich« feinen Liebling, und zeigte mir den Glanz der Wissenschaft und ljeß mich die Wstiedigung emxS von Vlauhen und AZifsen jzeLragenrn Lebenst ahney. Franz Neuendorf an Karl von Rosau. MHSdorf den 15. Mai 1786. Welcher Zauber hat mich mit einem Male in diese neue Umgebung gebracht, in der mir Alles, Alles fremd ist. — Ich muß mich fassen, um alle Erinnerungen, selbst die jüngsten, wach zu galten in meiner Seele. Soll, ich Dir sagen, Freunds wo ich hier schreibe? Ich sitze in?inem Zimmer, das, obgleich es das einfachste, im ganzen Hause zu sein scheint, an .Pracht und Schönheit.WeS überbietet, was ich bis jetzt in dieser Art gesehen hilb^e. Die Wäüde deS größeji RgumeS find War mit alten. Tapeten bekleidet, aber die Farben derselben sind noch frisch erhalten,, zur Deutung de; allegorischen Figuren habe ich noch keine Zeit und keine GemüthSruhe gehabt. In jedem Geräjhe spricht, sich eirr keiner Geschmack au ^vereinigt sich Schönheit mit Nützlichkeit und Komfort. Wer wgS ist alles dies'gegen die Aussicht, die sich meinem trunfnen Blicke darbketet, wenn ich vyn meinem Schreibtisch aus' nach.dem Fenster sehe,, oder gar vor dieses trete. Im Hintergründe der Landschaft fine amphitheatralisch ge? forqr.te und' sich, sanft, erhebende Bergkette, auf derem Abhang Heerben weiden und von denen die Schalmeien der Hirten herübertönen, in grauer Ferne Föhren- und Buchenpald'er, am Fuße der vordersten Hügel ein schmaler,, aber schnell dahinströmender Fluß,, dessen Kleine.Wafferfäste rauschen und dessen Wellen ein ruppig belvachseneS.Ufer, be? spulerk^unter' dem. Fenster der Park yut seinen Laübgäy? gen, aus dester; Nachtigallen schlagen, mit seinen.Wiesen? teppichen" und. dem. stiyen Teiche. Üeber astes. dieS wölbt sich her^lM Himmel, dessen Friehe.n sich über chi.ese Melt gelagert hat und in mezy Herz einstrhmen möchte. , . . ' Äs sinh kaum drei..-^age,. daß. ich Dich Yerstfß, mei.n einzige; Freuntz. Wol habe, ich die. ^hrän.e gesehen,, die Dch, Starker, vergebenszurückpreßtest, g,l.S.,jch Dir anz Halse , hing,.' als ich Dei.ye, Hand zum Abschied so. fest drückte. ‘ Noch oft" sah ich mich, nach Di; um,. Du. sign?, Heft still' auf dem Hügel und ließest Dein cheißeS -Tuch, mir^ nach statt ery biß ich DM au^S he,m^Auge. .v.eplor^.Da; fühlte ich misch nach lqWeiZeih w.iedfx Allein, chaUWrzsch, setzt? ich meinen Weg fort, mein gfisikgfS Auge:sah Dich noch lange, alle Szenen; de; letzten Wonach schritten/M mir vorüber,, nur .dann und; mann fesselte Wjch> M xech zende Gegend und die in FrühlingS^racht sich xezch ent? wickelnde Natur. Ho kam ich in Hjnhheich, ei«Wsi)prfr drei Mfilen von hie;, qn, wo ich zu mejne;-HlufnahW den Wagen des Herrn von Rühsdorfsvorfnnd. Lst?ch Mf tilgen Stunden trafen wir hier ein. Dchin Herz, fühlte sich beklommen,: qlS de; Kutscher langsam durch-hie breite, duykle Kaftanienallce fuhr, welche., vor' daS Portal, deS Schlosses führt. Es war schon , spät, der. Mond beleuchtete die Landschaft, die ich jetzt, vor mir i sehe,, die dunkelen, mir unbekannten Plätze und warf ein magischeS Licht auf die farbige» Fenster des pbern Geschosses. An her Thür empfing, mich ein alte; Diener und führte mich sogleich in mein, Zimmer, in welchem ich meinen kleinen Koffer, der einen Tag zuvor gichtig angekommen ipar, vorfand. Bqld' wurden mir Erfrischungen -gebracht Wd^ini; gesagt, daß hie Herrschaft verreist -wäre-, aber noch spflt ' zprückkehren mürhe;' es stünde mir. frei« ptichnikderzulegen oder dje Rückkehr des Herrn abzuwartemimich an'S offene Fenster, der Duft deS nahen WaldeSgrün mit dem der Orangenbäume, die vor dem Portal, standen, gemischt, dräng in die Höhe, weiße Wölkchen -schwammen am gestirnten Himmel voy den Bergen über den Fluß hinweg, die. Dorfglocke läutete zum Abendsegen Gyd in der Ferne ertönte der Gesang, vergnügter Burschen.' Eine ftchrliche Ruhe kehrte inmein Gemüth ein, aber ach!, he; Frieden meiner Kindheit, ihr?n beseligenden GotteShaych empfand ich nicht .in der Brust, wol aberdaß dch Welt^ ja, Karl, daß.die Wissenschaft-schon, viel dqrin zerrüttet und zerstört hätte. -,Da. .rollte, ein. mjt vier kräftigen Rossen bespannter Wagenheran< m welche.r hie Herrschaft saß, ich beugse mich zurück, Mi,nicht-neugierig,W orschetneu.. Bald darauf kgm der . Diene; und - meldete^!daß> wenn eS vnjtt noch genehm /wa;e;,. - ich zur-WendtgU; erscheinen möchte. Ba.ly haM.?M hio Kleider gewechselt und wurde eine breite TtM^ Wunchr -yach'dem'Gpeisesagl geführt.; Herr voy Rüh^dyrs gabt dein DieflE noch eiykge Befehle, -NM.-W...ui^r^eichj?- nri; ^eundlich die^Hand zuyi Mzllklyumen... M ist ejn-hpch^ gewachsener Wayn . von-sehr, .edler, äher :aKgemeKenek.Hal? tzing. Sein Plich.sst.. sMi^muh.ch,«rchdri.ygeyd, - (aim Gestcht.szüge,; stich, ruhig, aber dennoch scheintdiese Ruhe-ryehv Fosge de;Selhstbeherrschung eyreS. feMigeN> ^ene.rgischW Geists,, afft.deg. inyern.CHarMr^zU-stin,:.-M.ist keine? erkunstKe^ aber. diMcha^ Leben. gWooMNe.> Sv M.e.i.ys