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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-06-21 · Heft 26 (21.6.1852) · p. Seite 311

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 26 (21.6.1852)
Date
1852-06-21
Page
Seite 311 (sequence 11)
Language
German
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311 eS mir, wenigstens.. Er spricht wenig., aber hört desto aufmerksamer zu bei.jeder Unterhaltung/ die er aber oft abbricht, wenn fie am Lebhaftesten ist- und auf einen andern Gegenfland lenket. „Sie sind mir," sagte er mir, durch die Baronin von-Rosau sehr warm empfohlen worden; wie geht es Ihrem jungen Freunde?" Jfyrl;. eine bessere Einleitung des Gesprächs konnte mir det Herr nicht darbieten. Ich konnte über Dich sprechen und verbannt war meine Zaghaftigkeit, meine mir unbehilflich scheinende Haltung wich einn stolzm und erhabenen. Aber als ich im reichsten Flusse der Rede war, als ich das für alles Schöne und. Hehre schlagende Herz des Freundes schilderte, .von dem der Menschheit und ihren Leiden geöffnetenGemüth — da .brach, der. Mann daS. Gespräch ab und fragte mich, ob ich auf. dem Wege von Bindheim hierher nicht einer Erttapost begegnet wäre, in der ein benachbarter Edrlmänn abgereist wäre? Jetzt öffnete sich eine^Mi^pt^e^M^T^a'ss^ won RühSdorf mit den Kindern träten in denJsg'aU ift_ eine Dame im beginnenden Matronenaltep, tzher noch^yyn vieler Grazie und Gewandtheit. Blick ist mild, die Augen ruhen seelenvoll auf dem, welchem sie sich zuwendet, sie spricht meistens' französisch und dies sehr geläufig und anmuthsvoll. Herr v. R. stellte'mich ihr vor, sie schien meine Verlegenheit zu bemerken ,• als sie mich fragte , ob. mir mein Zimmer gefiele und ich nicht wußte, ob ich mit einem einfachen Ja! oder mit ApbrSerhebüngen über diesen herrlichen Aufenthaltsott antworten.' sollte. Als sie aber nun in, französischer Sprache einige Worte an ihren Gemahl über meine Einrichtung richtete, da antwortete ich ehr in derselben und Dank sei eSdergallischen Zunge, in ihr konnte -ich? in geläufigen? Redewendungen lebhafter meine Freude über Zimmer und Aussicht, über Natur und Kunst mich auSlaffen, als eS in der bescheidenen,^ sinnigen Muttersprache möglich'geweftn wäre. Oder sollte es.der KosmopolitismuL fein,' der .uns - von, Frankreich herüberwehtder unS \n seyrer-: Spraye., -mnAkger^und kühner macht, als es. Las'' i/ku chch Mäurß!feitt^astnöch strrüAg? Die KiwM gefielen mür' seh^n Albert der ältere, scheint da- §jan^ weiche/ liebevolle Wesen der Mütter zu-haben/ er ist, 'ehr Anätzephnbälz^^sthre^gekhaft und doch sanft, wMög^ig/undIdoÄ.g'om^hMsi^^äuleiyMnna hingegen, nur-ein - Jahrjünger ^scheint -mir-- mehr von deS.Vaters aristokratischem -Geprägt zu haben, im Kindo spricht sich schon der-ganze ,Stölz^EattS StaüdeS auS, die .schönen ZüK MB Mss^ÄesKhM^ikDehÄ^Hch oft ironisch, ge- ^n^5e'"DienftMi^si^ ^eSMrM^Ie wendet Allem nur eine geringe Aufmerksamkeit zu und scheint dennoch einen Eindruck davon festzuhalten. Wir setzten unS bald .zu Tisch und daS Gespräch glitt über mehrere. Gegenstände. Ich richtete .alle meine Aufmerksamkeit auf die Beobachtung meiner künftigen Zöglinge und die übrige Umgebung. Die Freiin schien mir eine große Verehrerin Jean JacqueS zu sein. Man wunderte sich sehr, daß ich, daS Gute, im Einzelnen erkennend, der ganzen Richtung nicht das Wort sprach und mich als Gegner derselben gerkrte. Ich wagte eS, auf die großen Mängel aufmerksam zu machen. Wol thue eS unseren durch eine Künstlichkeit deS Lebens verschrobenen Verhältnissen Nöth, zur Natur und ihrer Einfachheit, zurückzukehren, ihre Wege in der Ausbildung des Menschengeistes zu beachten und ihnen zu folgen, allein der genfer Philosoph gehe grade den - entgDengesetzten Meg, obgleich er viel von einer Rückkehr) Mp Natürlichkeit spräche. Er baut sein ganzes ErziehungSsysteut auf Methode, er konstruirt diese Methode künstlich in einem Geschöpfe seiner Phantasie und hat dadurch den gutrnüthigen Deutschen in die philantropiftischen Ausschweifüngen geführte Diese sind die Spitze der Künstelei in der Erziehung, sie werdest .am Wenigsten zur Heranbildung eines kräftigen, naturwüchsigen Menschengeschlechts beitragen, große Erschütterungen des politischen und geselligen Lebens müssen zuvörderst? die Welt der Großen umgestalten, von denen doch immer die Erziehung der Kleinen aüsgehen muß. Ich hatte, wol zu viel und zu lebhaft gesprochen, mich größtcntheils an die Freifrau, wendend, denn der Herr von Rühsdorf sah nach dem Fenster, öffnete dasselbe' und gab einem Wirthschafter mehrere Anweisungen. Bald stand die gnädige Frau vom Tische auf, ich unterhielt mich noch, kurze Zeit mit den ^Kindern. und ging, dann auf mein Zimmer. VZetchey Eindruck. ich auf die Familie gemacht habe, weiß ich natürlich nicht. Ich will eS versuchenihren Beifall, vor Allem die" Liebe ^meiner. Zöglinge' zu' erwerben und ihnenso nützttch als.möglich .zu ^werden. Ich werde erst einige-Tage;vorübergehen. lassen, meine Umgebung, besonders' den -Chäraktes der KirtdW zu 'stuvirenehe ich thätig und" bildend' eingreifS; daS ganze Terrän ist' mir ein neues, theurer ^Freu^d^/ dieser Welt der V'ornehm^Ni..Mzogw.'.unjdArq»^re^bist,, Dm? wirst dem unerfahrnen, »nur vomseinem Instinkte oder vielmehr einem aüS der geistigen Beschäftcgungmit sihr'MsiectkteNMegenständrn entwickelten Tcikte, per'ssehb oft irre greifen känst, 'zur Hilfe kMmvn/ ÜNsr? ^reÄrtHsihafküuss'ackder^MMN^^bS?Mbux^W DrrhAkonventioneller

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