Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 26 (21.6.1852)
- Date
- 1852-06-21
- Page
- Seite 309 (sequence 9)
- Language
- German
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809 unb schriftlich g^eläüfigl Das war die-HruchP'HeS anhaltenden ' Lerstens'-seiner Kiiabenjähre ' und seiner Stüdien b e i Mi Mbblnd>^Msi''den''WischW'HdWchMn.'' Zn' diesem FächBWr ift^Meksterl - pNHk^o^im'Äbrkgen Wissen, d estn hier Hatte' - er fich^ selbst Helfen müssen und ' w o ' jede' lebendige' Stimme^ des Lehrers fehlt,' wird 'das Wissest.'imL mer ^eistmangelhaftes- Ungeordnetesbleiben. Erhätte bald Hieft/bald jene Wissenschaft erfaßt, bald dieses, bald jenes Buch ' gelesen, - bald ' vertiefte er sich in Romanenlektüre, bald in Chroniken und Geschichtswerke, bald waren eS mathematische Wissenschaften, did ihn fesselten, bald wiederum Krauterbücher und ärztliche Dinge. Wie die Traktate deS Talmuds hier in dieses, dort in jenes Fach, oft auf einer Seite,-überschweifen, so faffete ihn jedesmal der Wissensdurst, das Nähere aus den Schätzen'der neuern Zeit über jene Gegenstände'zü'erfahren-'bäzu fehlte ihm aber eines' Theils der überwältigende G.eist, der sich Alles eigen zu-machen'versteht,'andererseits mangelten ihm die Hilfsmittel und'vor Allem die elementarischen Grundlagen, daS Wichtigste außerdem: die Kenntniß des klassischen Allerthums. Auf sein G emüth hatte dieser Zwiespalt'zwischen Wollest und 'Können, zwischen Sehnsucht und Befriedigung 'keinen Einfluß. Er ist gerade größer oft in Geistern , die tiefer in die Wissenschaft eingedrungen -sind' und' denen' die Mangelhaftigkeit des menschlichen Wissens überhaupt klarer geworden ist. ' Jossel machte Alles Vergnügen, jeder Brosamen auf dem ihm so reich ausgestattet scheinenden Tische der Universalität) jede'Blüthe, die er vom Baume der Erkenntniß pflückte, erquickte ihn länge mit ihrem Dufte) die Früchte waren ja so von Gott verbotest.- Er gewann eine große Ehrfurcht vor den Weisen linb- Gelehrtest der eiußerjüdifchen ' Welt, - die ' von den eingefleischten -und versessenen Talmudisten, die sich -um Nichts weiter als den Talmud kümmerten, im Stolze der Unwissenheit verachtetwurden , - er umfaßte mit Liebe alle Menschen j - denen - err gleiche-Astsprüche 'nn' Gott und die Welt einraumte: - Die Liebe war es,' die 'ihm selbst'den Zwiespaltverdeckte und-kaüm ahnen ließ) deb zwischen sei-r nti äußern religiösen Leben ' und seinen' Anfichtest dorhan-' denwar2 Und -nothwendig ' entstehen muffte.'^ Er geißelte ost chie rThvrheiten der- Rabbinen/ wie er'M aus' de n S ch u - lenÄketmest geleint -hätte- - edberührt vielmM M Äüßerl- Wesentliche - derl tälmüdifchen'Scltzüngen-und' 'rhMHering'kst Einklang''mit wahrhafter Religiosität) er ergoß seine Ironie überdie Werkherligkeitbke Gütt^ -einest--Gefällen-' zir-erweisen -'träumt ^durch Zeremonie-'und"' Gebet)^ und nür^aüs' Furcht vor irdischer2'B^afe^Hor^^MlHei?1ind'WnAel/ die: die erzürnte Gottheit über sie verhängen würde, nicht zu übertreten wagt, und ^doch würde' er. selbst nie geflissentlich eiste räbbinische'Satzung vernachlässigt und sein Leben' anders eingerichtet häben, als; eS die strenge Pofitivetät des Gesetzes erforderte, doch flüchtete er immer wieder zu seinen rabbinischen Studien, nicht also weil sie ihm das Höchste schienen, sondern weil er eben in ihnen sich heimisch und meisterlichfühlte, weil ersieinder Gewalt hatte, weil Hm Form und. Materie nicht fremd waren. Vor dem Worte und Inhalte'heiliger Schrift hatte er aber eine große Ehrfurcht, hier regte sich in ihm noch kein Zweifel über die Wahrhaftigkeit/ doch, führte sein reger und eroterisch gebildeter Geist schon zur Kritik der üblichen Interpretation und er wagte es, diese sich selbst nach eigenem Verstände, insbesondere nach den in seinem Herzen waltenden Gefühlen der Liebe zu schaffen. Von dem Almosen beS Freundes zu leben , daS.war Zossel, obgleich kränklich, und schwach, wie er jetzt war, nicht möglich. Und von waS.lebte nun der sonderbare Mann? Schwerlich würde eS Jemand errathen. — Er hatte in feinen alten Kräuterbüchern Mittel wider die Krankheiten— der Schweine, ein anderes zur gefahrlosen Vertilgung der Fliegen gefunden. Versuchsweise hatte er diese Mittel bereitet und einigen bäuerlichen Nachbarn gegeben. Zn kurzer Zeit verbreitete'sich in der ganzen Gegend der Ruf, daß der Bächur ein untrügliches Mittel gegen die Bräune der Schweine und zur Vertilgung der - lästigen Insekten äustheile, daß er überhaupt ein Vieharzt erster Klaffe wäre. Da strömten Viele, urnsichgiath zu holen, zu ihm und zahlte ihm gern für seine Mühe und seine Weisheit. Der Bachur war geborgen. Er wurde Erhalter der Thiere, von deren. Fleisch er nicht, einmal essen durfte. Sein Erwerb'reichte nicht allein zu, sein Leben ,' das stur wenige Bedürfnisse kannte, zu erhalten, sondern eS wanderte auch "manche kleino Summe "nach Sammetloch an die Schwester«' Nicht Bibel, 'nicht Tal<° üiud und: M idrasch. boten ' ihmHie Mittel, ein freies' unabhängiges 'Leben' zu.führen /. sondern sein altes Kräuterbuch. Da -streift er1 In .die Wälder und suchte dieDharmakäzüm 'Heile' der grunzenden Vierfüßler "undVerderben der summenden Insekten, da stand er vor dem ^er.de' und kvchtr"chieÄSMen', '"füllte^ sie'' 'kn Flaschen^ oder " machte Pakete mit KraÄwerkA'nd Blümchen) "da^'ve.rtheilte.'er^ sie. den : Besuchern uns Kostsuttanten und strich seine Groschen dä-; fur ^ein, ^ober und I jtuiirteS$'älä$i, Ader er las dew hebräischen ' Euklid''üttd mauste maMmÄWediguren,' oder er machte 2b*