Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 26 (21.6.1852)
- Date
- 1852-06-21
- Page
- Seite 308 (sequence 8)
- Language
- German
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808 diumS entstanden. Zn' einem Anhänge lesen wir Skizzen zu einer Geschichte der Juden in.P. von der Zerstörung des Tempels , bis zum Lahre 1845, dann. Sagen der s, g. Jehud Chebr und der 10 Stämme, wie auch einige unterhaltende und lehrreiche Aphorismen, als. Kulturfzenen der H?genwart. Am Schluffe folgt ein Sendschreiben an den gelehrten Herrn Raphael Kirchheim in Frankfurt, Nachtrag und Fehlerverzeichnkß.' DaS Werk hat 432 Seiten, ist außerdem mit zwei Vorreden, einem empfehlenden Schreiben des könlgll preußischen Konsuls Dr. Schulz aus Jerusalem, Inhalts- und. Namenregister, einer Karte, mehreren Lithographien, dem Vildniß des Verfassers, versehen. Die typische Ausstattung ist vorzüglich, schön.; Di? Hilfsmittel, welche dem Äutor, der schon mehr gls 18 Jahre im heiligen Lande lebt, zur Seite standen, waren vorerst die gesammte jüdische Literatur, von ihren ersten Urkunden bis zu den wichtigeren Schriften des Mittelalters, deren Ergebnisse jedenfalls mehr bieten als die Kombinationen der Neuzeit, die auL der.> dunkeln Ferne ihre. Perspektive anl.egendann eigene jahrelange Forschungen und Untersuchungen, zuletzt. EusebiuS, Hieronymus und Reeland.S bedeutende Werke. Ohne Zweifel aber hat" noch Keiner, her in diesem Felde zu arbeiten versuchte — selbst Estheri (>>-,1n> aus Florenz in Andalusien, welcher 1322; die Resultate seiner siebenjährigen Reifen im h. Lande in. seinem gediegenen Kaftor Upherach niederlegte, nicht ausgenommen so lange un^so gründlich, mit fy. ausgedehnten und vielversprechenden, Adjumenten versehenseinen Zweck, zu. erreichen gesucht. In neuerer Zeit ist von unseren Glaubensgenossen gar nichts Nachhaltiges für die Geographie. P's. unternommen worden) und selbst die Kaplan'sche biblische Erdbeschreibung von 1839 und derey angefangene Umarbeitung von Freyftadt sind wol Versuche,. aber aus Mangel an Lokalkenntniß und rabbinischer Gelehrsamkeit verunglückte. (Wir habend das Literaturblatt des Orients No. 4.0, Jahrgang 1840, vor uns und. überzeugen. unS schmerzlich auS den dort so herauSgerühmten Beispielen. des. Kaplan-Freystadt-. Wn als Ono und Lod, welche. gerade mehr o,der minder falsch sind, wie wenig.diese Wissenschaft von den Gelehrten .auS unserm Volke noch kultivirh w.urde.) (Schlußfolgt.) Belletristisches. Der unbekännte NaM. ... Eine Novelle. . ... . ' .. (Fortsetzung.) /' v . .. Der Mann konnte, ungestört die Rechte „vom: Verlorenen und Gefundenen" studiren. Aber nach, einigen Monaten mußte er Abschied von seinen Lieben nehmen. Wenn er für die geliebte Schwester weiter und mehr wirken sollte, so war sein Sammetloch nicht der Ort dazu. Zn einem Städtchen, des Frankenlandes wurde ihm eine Hauslehrerstelle angeboten und nicht allein der Gehalt von achtzig Gulden für das. Jahr, wovon er Hannerl .manchen Zuschuß gewähren konnte, auch der Trieb zur nützlichen Thätigkeit vermochte ihy, die Melle anzunehmen. Es begleiteten ihn der Schwager, die Schwester und die Kinder weit über da.S Wirthshaus „zur Grenze" hinaus, man ging noch einmal vereint zu den Grabhügeln der Eltern, betete zum „Felsenschutz, der: ohne .Fehl^ und. trennte sich voll Zuversicht und Glauben. ' Die Leute, rn deren Haus der Vachur kam, waren freundlich und gutgesinnt, und wenn eS auch seinem Geiste nicht zusagte, die schönste Zeit 'mit dem Elementarunterricht uubefählgter Kinder zuzubringey, würde er. dennoch geblieben sein, wenn ihn nicht ein neues — das herbeste -— Geschick getroffenen. Jossel wurde krank. Ein hitziges Fieber warf ihn einen Monat auf'S Lager und als er endlich genas,.fühlte er, daß seine Jugendkraft dahin war, daß er in seiner.Brust den Todeskeim trug, der ihn früh.dahinwelken machen würde. Er sehnte' sich' nach ungestörter Freiheit, in der er. nur. .sich lebep konnie»,: nach frischer WaldeSluft, in der er Erstarkung'hoffte. ' Da bot ihm ein armer, fern Verwandter; seines, Prinzipals eine Freistätte an. Es. war .iy unsermDorfe. .Seit dem.Frühling wohnte er hier und hatte die Bekanntschaft meines Vaters gemacht, den erüberaus.lieb gewaMMdsW ihn sehr ehrte. Dies war die Jugendgeschichtemeines Lehrers, der mir von - .jenem Abend? M, . wo? .er bei meiner Heimkehr aus W.ein.bach -vom Hertliden.Vaterbesänftigte,! M gütiger Engel, wurden! ... Jossel war ein Mann, der jeden Zweig. :der jüdischen UeligionSwissenischaft.' genan kannte und in 'dieselbe ganz und gar eingeweiht, war. Er war vüi' den heiligen .Büchern und Traditionen der Hebräer auf's. Innigste-vertraut, SM0 Abschnitte der Bibel und des. Talmuds konnte er, ohne zu irren, hersagen, ihre Sprache r.wär ihm mündlich