Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 25 (14.6.1852)
- Date
- 1852-06-14
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Herr Wolf auS Lübbecke, hat berichtet, daß er wegen fei-' neS AustrxtenS aus dem Bereiche der Elementarlehrer und seiner Anstellung an einer Handelsschule verhindert gewesen sei, seine Aufgabe zu lösen/ d) Was die Veränderung des Beschlusses über den Versammlungsort betreffe, fei die Sache ganz einfach: Herr Oberrabbiner verlangte, vom Lehrer Blumenfeld in Essen, daß er sich von dem dortigen Bürgermeister die Erlaubniß zur Abhaltung der Konferenz verschaffe; da er aber eine solche ausdrückliche Erlaubniß nicht erhalten konnte und es Referent der Würde der Konferenzmitglieder nicht angemessen hielt, bei jeder Sitzung nach Altessen vorzufähren, so mußte er sich entschließen, die Konferenz wieder für Krefeld auszuschreiben — und schließlich erwähnt derselbe e) der lobenSwerthen ausführlichen Mittheilung über die v orjährige Konferenz (in diesem Blatte) von unserm AmtSbruder Wedell; die Versammlung stimmt dem Lobe bei und bedauert den Verlust dieses trefflichen Lehrers für unsere Provinz. ' Hierauf schreitet die Versammlung zur Wahl eines Präsidenten und Schriftführers; Herr Oberrabbiner Bodenheimer wird durch-Akklamation zum Präsidenten gewählt und Wilmersdorf mit dem Sekretariate betraut. ' Nachdem Herr Leeser im Namen der Kommission die nur theilweise Ausarbeitung des Lehrplanes entschuldigt; und dabei noch bemerkt hat, daß bei den behandelten Fächern sie die ausführliche Entwickelung der fkizzirten Abgrenzung der Unterrichtsstufen für die einzelnen Disziplinen vorgezogen hätte, beginnt HerrLiffgens feinen bearbeiteten Gegenstand — über deutschen Sprachunterricht— zu lesen. Er bezeichnet den heutigen Standpunkt des Sprachunterrichts in einer vergleichenden Zusammenstellung und will alsdann auf den Stoff des Unterrichtes und der Verarbeitung desselben auf den einzelnen Stufen der Lehrperioden übergehen. Wilmersdorf macht den Vorschlag, daß Herr LiffgenS den einzelnen Mitgliedern der Konferenz seine Schrift zur Durchsicht mittheilen möge. Dem wird von allen Seiten beigepflichtet. Herr Leeser trägt seine Abhandlung über dem Elementarunterricht im Hebräischen vor. Präsident, so wie die anderen Mitglieder der Versammlung sind mit der praktischen Durchführung vollkommen einverstanden. Goldstein ist gegen die Meinung Leesers : „die Erklärungen Jarchis rc. zum Pentateuch seien nur in gehobenen Elementarschulen zu unterrichten", indem er glaubt, daß Gemeinden, die noch auf solchem Punkte stehen, belegtem Wissenszweig einen höhern Werth für das Bekanntwerden ihrer Kinder mit demselben beizulegen, gewiß Solchen auch dem Unterrichtsplane ihrer Schule, ohne Rücksicht auf die Stellung , dieser, einverleibt wissen wollen. Präsident macht den Vorschlag, die Arbeit des Herrn Leeser in der Zeitung des Iudenthums abdruckcn zu lassen und Behufs dessen das Ganze nochmals zu besprechen. *) ' Herr mann s ist für diesen Antrag und hält die aüfgestellte Methode für die einzig ausführbare. Es wird aber der Beschluß gefaßt, das System als genügend ausgeführt ohne weitere Diskussion anzunehmen und veröffentlichen zu lassen. Die Diskussion wird geschlossen und die weitere Sitzung auf Nachmittag 3 Uhr bestimmt. Zweite Sitzung, Nachmittag 3 Uhr. Präsident.geht zur Besprechung der Angelegenheiten des israelitischen Lehrerseminars zu Münster; er fordert die Lehrer auf, mehr auf ihre Gemeinden und ihre Umgebung zu wirken, statt sich dem Vereine gegenüber auf unfreundliche Weife zu zeigen. Goldstein weist diese Anschuldigung entschieden zu- ' rück und glaubt, daß Herr Oberrabbiner bei seinen jährlichen Rundreisen besser auf die Gemeinden einwirken, als dieses von Seiten der Lehrer geschehen könne. „Wir ken- ,nen unsere Stellung zu gut, als daß wir uns Großes von unseren Bemühungen versprechen sollten." Von Seilen'anderer Konfessionen ist nur dann Beihilfe zu erwarten, wenn von den Israeliten selbst guter Wille thatsächlich gezeigt wird. Edelstein widerspricht dieser letzten Behauptung mit Anführung von Thatsachen. . Leeser: „Es kann für den Verein nur dann ersprkeSlich gewirkt werden, wenn das volle Vertrauen zu demselben da ist. Dieses ist aber' noch nicht der Fall, denn die Lehrer der Anstalt sind zu schlecht gestellt. Es ist schon betrübend genug, daß dieser Krebsschaden an den Elementarschulen haftet; in weit größerem Maaße ist ein solcher Zustand einer höhern Anstalt niederdrückend.". Er verlangt von der Versammlung, daß sie mit Energie darauf hinwirke, daß diesem Uebel abgeholfen werde. *) Wird später folgen. Redakt.