Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 25 (14.6.1852)
- Date
- 1852-06-14
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Viersen 1× ep/1045928
- Wesel 1× ep/1045997
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M Erhaltung solcher Schulen gerade um so geschäftiger Sorge zu tragen, weil jene Verblendeten nicht, einzusehen vermögen, daß nur kn ihr das Fundament zum wahren Zu? denthume gelegt werden könne, nicht so aber aus den Bänken des alten „Cheders". Niemand von uns darf zweifeln, daß diese Finsterniß endlich doch vom Lichte der Erkenntniß durchdrungen und auch die doch im Wachsen begriffene Humanität uns dann Gerechtigkeit widerfahren lassen wird. Darum ist eS nöthig, daß wir den Muth nicht verlieren) wenn unS die Gegenwart auch zu keinen Hoffnungen berechtigt, so wollen wir doch mindestens durch unser Wirken im Reiche der Schule den Dank der Zukunft zu erringen streben. Die Konferenz soll nicht allein den Lehrer, sondern auch und hauptsächlich die Schule ' im-Auge haben) der Lehrer ist der Vertreter und »zwar. daS Faktotum dieser) er sollte nie fehlen, ,wo um ihr Wohl verhandelt wird) am Allerwenigsten aber dä, wo seine Amtsbrüder erscheinen, um erhaltene Erfahrungen, neue Ideen auszutauschen und sich gegenseitig mit den selbstentdeckten Pfaden- „im Weinberge des Herrn" bekannt zu machen. Und wo kann dieses besser geschehen, als bei den jährlich hier unter der Leitung unserS rastlos thätigen Herrn Oberrabbiners Bodenheimer, welcher sich liebend der Schule und ihrer Lehrer annimmt, stattfindendrn Konferenzen? Zwar waren von vielen Seiten Entschuldigungsschreiben eingelaufen, worunter sogar bezeichnender Weise solche von tüchtigen Lehrern, welchen die Gemeinden den Urlaub verweigert hatten; aber erschienen waren nur die Herren: Cohn aus Uerdingen, Edelstein aus Viersen, . Frankfurter aus Wesel, Goldstein aus Anrath, , Herrmanns aus Ruhrort, Kahn aus Neuß, Leeser aus Dülmen, , Liffgens und , Wilmersdorf aus Krefeld. Die erste Sitzung begann am 10. Morgens 10 Uhr im hiesigen Schullokale. Herr Oberrabbiner Bodenheimer eröffnet die Sitzung und giebt ein Referat über die im verflassenen Jahre von seiner Seite und von Seiten der hon der vorjährigen' Konferenz ernannten Kommissionen entwickelten Thätigkeit: s) Ueber die Angelegenheiten des münsterschen israelitischen Lehrerseminars. Im vorigen Jahre churdtz eine Kommission ernannt, deren Aufgabe darin bestand, zu berichten, auf welchem Wege es möglich sei, dem Seminar zu Münster wieder aukzuhelfM Zwei Mitglieder derselben, Herr Wolf aus Lübbecke-rmd Herr FelsenHal aus Steele., entledigten sich ihrer Aufgabe; Herr W. durch einen brieflichen und Herr F. durch einen auSführlichern Bericht. ..Beide wurden durch Herr.»Oberrabbiner Bodenheimer nebst einem umfassenden Gutachten an die Versammlung der durch Herrn Professor vr. Hain- .dorf nach Münster berufenen Vertrauensmänner eingesandt; sie wurden von derselben berathen und der Beschluß gefaßt: Eine Kommission zu bestimmen, bestehend.aus einem der Herrn Oberrabbiner der Rheinprovinz, eiNigewLehrern und der näher beim Vereine Betheiligten, welche die Sache in die Hand nehmen solle. Diese Kommission, bestehend üus den Herren Professor vr. Hakndorf, Oberrabbiner Bodenheimer, Lehrer Leeser aus Dülmen, Sekretär Wallbaum und Gutsbesitzer Löw, entwarf ein Programm, welches Herr Oberrabbiner, so wie die anderen beiden Herren Oberrabbiner der Rheinprovinz an die Gemeinden ihrer Bezirke mit einem Zirkularschreiben des Erster» zum Zwecke kräftiger Unterstützung versandten. Referent bemerkt: „Wenn auch dieses Rundschreiben biS jetzt noch nicht den Erfolg gehabt hat, den wir ünS davon versprachen, hat es dazu beigetragen, das Vertrauen zum Vereine wieder zu heben." - b) Ueber den Beschluß, Herr Oberrabbiner Bodenheimer möge sich mit angesehenen Männern in Berlin in Verbindung setzen, um zu erfahren, welche Schritte zur Erzielung einer Besserstellung der Lehrer -die thunlichsten seien, spricht sich Referent so aus: ,>3ch habe diesen Auftrag erfüllt, indem ich mich an einen bekannten israelitischen Literaten, Herrn ♦.\., wandte, welcher mir erwiderte: „ „Wenn man einen solchen Schritt thun wolle, sei es rathsam sich an-den Vorstand zu Berlin zu wenden; er aber verspreche sich Nichts von solche» Bemühungen/'^- — Und so habe ich die Sache liegen lassen, da ohnedies die Eingabe nur dann von Nutzen sein könnte, wenn daS längst erwartete Unterrichtsgesetz in'S Leben getreten wäre. Da nun aber bis heute ein Solches nicht publizirt wurde, so unterblieb die Sache und scheint eS überhaupt jetzt nscht -an der Zeit zu sein, die Besserstellung der Lehrer durch Eingabe an die Regierung erwirken zu wollen." o) Zn der vorigen Konferenz wurde ferner eine Kommisston ernannt zur AuSarbeitung eineS Lehrplanes und Schul st atu ts. Zwei Mitglieder haben soeben ihre theilweisen. Arbeiten eingereicht; daS dritte Mitglied, 25*