Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 24 (7.6.1852)
- Date
- 1852-06-07
- Page
- Seite 278 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225768-3225793--12457-3242631- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gottesverehrung allein bestimmt; mein Wunsch ist vielouk daß es., mbgn Fun gewöhnlichen ^GVb^buche-AWch be^mEE^Ä^ DrötteSdieNste gebraucht Mordes/ und -ÄlS^aÄh- Mn HerWnzi^Dat. meinde. Gar Viele besuchen gegenwärtig die Synagoge, ohne eigentlich an dem Gottesdienste Theil zu nehmen: ohne Kenntniß des Hebräischen, ohne Interesse für, die Liturgie, ist die.Predigt, wenn eine solche stattfindet, das Einzige, von dem sie sich angesprochen fühlen und-die : Synagoge wird für fie, höchstens eine Sch ule, während fie ihrer ursprünglichen Bestimmung nach ein Bethaus sein soll (Zes. 56, 8.). Verschmähen nun diese es nicht, dieses Buch mir in das Gotteshaus zu nehmen, so kann es auch hier für sie eiü'Mittel der Erbauung werden und fie vor der Langweile und der Zerstreuung bewahren, der sie gegenwärtig häufig hingegeben find. Zum Gebrauch, für die ganze Gemeinde dürfte sich vorerst dieses Buch Nur in der Art eignen, daß, nachdem das vorgeschriebene. Gebet, N21N nVsrs, vorüber ist, auS diesem ein Gottesdienst zur Erbauung für diejenigen stattfinde, die jenes ' nicht ganz befriedigt, mit welchem Kultus sodann die Pre-! digt verbunden werden kann. Zum ausschließlichen Gebrauche dieser oder einer ähnlichen Sammlung bei demj öffentlichen Gottesdienste scheint mir nur in wenigen Ge-! .meinden, die Zeit gekommen zu sein. In dry meisten israelitischen Gemeinden giebt eS noch eine nicht .geringe I Anzahl, von Genossen, hie sich in ihrer Üeberzeugung an.! das Ueberkommeyx, gebenden halten. Es sonnte somit bei i dieftn derzeit eine neue Liturgie nicht. eiMH^t.Mden, ohne den,Frieden der Gemeinde zu stören. Die Eintracht aber ist der schönste und würdigste Gottesdienst und die ganze Religion hat keinen andern Zweck, als die Liebe und den Frieden unter den Menschen zu erhalten und zu befördere N2N2. *6 imnM Vs. Ich | möchte daher vor dergleichenvoreiligen Versuchen ein-! dringlich warnen, und müßte, wenn durch mein Buch der i Friede auch nur einer Gemeinde gestört würde, wünschen,! eS nicht geschrieben zu haben. Zn dieser Hinsicht betracht-! ich die vorliegend nur als.einen- Versuch, «18 i einen Entwurf, welcher mit den Gemeinden selbst seiner-? Reife.und Vollendung entgegengehen wird." So weit. Herr vr. Maier., und es wird Jedermann zugestehen, daß derselbe ebenso bescheiden, wie aus den besten Absichten vorgegangen ist, indem er eben nur denen Etwas geben will, die — jetzt Nichts haben. Um dem Leser einen Begriff von der Bearbeitung des pr<M. zu geben, schildern wir ihm hie Gebete für den Sabbatmorgen. Voran: „Gebet am Sabbatmoxgen für dieM^patandacht," über Jhte Sä^e: „hel^emich huxch dein^Mtzböt! Einige mein Hrpz, dir sn -Wahrheitgu dienen, g^eb ^»ir^lntheili-an deiner Lehre,''-öffne dke^Augen meines Geistes, daß ich die Wunder deiner Lehre schaue." Holgen: Sabbatlieder (aus dem Hamburger Tempelgesangbuch, dem .nste Lieder sm Buche. entlehnt sind.) Nun . '„das Gebet für die öffentliche gemeinjÄastliche Andacht am Sabbat". Zunächst deutsch: der Vorbeter 212 >2« "jndN Psalmverse,, Benedeiungen.,Mo die Gerneinde mit „Amen",. „Sei dein Name gepriesen", „gelobt sei er" einfällt. „Zur Abwechslung" Psalm 19, 34, 90, 91, 135, 136, '33, wo der Vorbeter die erste Vershälfte, die Gemeinde die zweite singen soll. Folgt die Bearbeitung von rwiv2, ein Gesang der Gemeinde. Von hier an hebräisch mit öeistehender deutscher hiebersetzüng 12^2, einige Verse aus M^reV -i">Le?2N, woran sich - Vve schließt, .^2Nrr , wo aber der Satz durch andere Verse ersetzt ist, 5>)2itt, nilisi, nsa, mW u. s. w., die ersten Benedeiungen der -"ur und Keduscha, stille Andacht (deutsch), von NIL'i an hebräisch, endlich *-ni£3 ■’fiVa deutsch als stille Andacht, rifc, Predigt, Lied, MussaphscheMon. wie die zu Schachrit, deutsche Bearbeitung des 12^.— In ähnlicher Weise sind hier Gebete für den Wochentag, die sämmtlichen Feste, an „ausgezeichneten Tagen" (n"n, "si2N, 72^i'n), danü noch für „die PrivatÄndacht in besonderen Lagen und Verhält- ' nkssen des Lebens" gegeben. — Wer das Genauere kennen lernen will, den müssen Mir aus das Buch selbst verweisen, nur das wollen wir noch bemerken, daß die deutschen Gebete in edler Einfachheit, warm empfunden, religiös innig, aber ohne Schwulst, gehalten.sind, und in dieser Hinsicht sowol allgemein verständlich, als ansprechend. — Ueberschauen wir so die ganze Reihe des bereits Vorhandenen -rdie ftVen, das^ ^im?2, das wiener Tempelgeberbuch, das Präger Tempelge.betbuch, das- Hamburger Tempelgebetbuch und Gesangbuch:, .das Maier'sche Gebetbuch, das berliner Reformgebetbuchso kann die Fruchtbarkeit der jüdischen Liturgie, die reiche Auswahl für hie deutschen Israeliten nicht verkannt, werden, und wir hegen nur den Wunsch, daß .in .gleicher Weise auch — die Beter unter denselben sich wieder mehren mögen!