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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-31 · Heft 23 (31.5.1852) · p. Seite 269

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 23 (31.5.1852)
Date
1852-05-31
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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Chedarim genährt , bis endlich die Vorsehung - in dem Rabbiner Herrn Singer einen Retter in der Noth sendete. Im Laufe dieses Jahres stellte derselbe bei dem Vorstände mehrere Anträge auf Hebung des LehrwessenS, die aber unberücksichtigt dliebem 'Des-Zaudernd von Seiteu des Vorstandes müderief der Herr Rabbi' einen Privatverein in's Leben, welcher sich imri2Ä konstktuirtedie Chedarim wurden mit Blitzesschnelle aufgelöst, und aus den Trümmern derselben ein lökalgemäßeS Lehrinstitut orgänisirt. Am 10^ v. M. wurde die ^jährige Prüfung unter dem Beisein sämmtlicher Autoritäten des Ortes abgehalten; die Herren Lehrer Freudenberg, Stern und Kaufmann manifestirten auf's Glänzendste ihr Talent iiw Lehrfach und bewiesen zugleich, was durch Fleiß und Thäti'gkeit erzielt -werden kann.. Gebe Gott, daß diese Schule von längerer-Dauer sei als die vorige! L. Weltner, Lehrer in Martönvasas. Anrath, Kreis Krefeld, ist ein hübscher Flecken, der unter 3000 Einwohnern 116 Israeliten zahlt. Deri dortitze Vorsteher, in seinem Amte längst ergraut, ist ein 82jähriger, aber noch immer rüstiger Greis, der, von■ Allen geachtet und geliebt, als das Faktotum seiner Gemeinde anzusehen ist. Anrath, trotzdem es nicht einmal zu den bemittelten Gemeinden gerechnet werden kann, hat : dennoch eine schöne und geräumige Synagoge mit einem neuerbauten Schulgebäude, welches wol eines der schönsten hiesiger Gegend ist. Es wurde im vorigen Jahre auf den Wunsch des dort fungirenden Lehrers erbaut, und wird noch gegenwärtig von jedem Mitgliede zu diesem j Zwecke ein wöchentlicher Beitrag entrichtet. Wie schön und heilbringend ein friedliches Zusammenwirken ist,' wird nachstehendest Beispiel, das um deffentwillen hier besprochen werde, zur Genüge darthun. Es' hielt hier, wie leider in vielen kleinen Gemeinden, schwer, - einen jüdischen, auch im Deutschen qualifizirten Lehrer zu engagiren, so lange man die alte Einrichtung beibehielt, daß die, welche! keine oder schon erwachsene Kinder hatten, nur für ein sogenanntes „halbes^ mitzuhalten brauchten. Der Vor- , steher, dem die Schule am Herzen lag, berief die Gemeindemilglieder, zur Berathung .über diesen wichtigen Punkt zusammen. Mit klaren und.beredten Worten wurde das Mißliche und Verkehrte dieser Einrichtung auseinandergesetzt: und schließlich beantragt, daß Alledie bemittelt 'wären, sich verpflichten sollten, von nun an einen Lehrer mitzühalten. Ueberzeugt, daß dadurch - nur der Zweck erreicht würde, um für die Dauer 'einen Lehrer zu .haltenwurde) folgender Beschluß einstimmig 'gefaßt^-Solange schulpflichtige Kinder' hier sind,' soll ein geprüfter Lehrer gehalten werden. Zeder, er habe gegenwärtig Kinder oder nicht, muß nach der Klässifikation bezahlen, in der ersten Klasse, der be,nittelsten, 1,- in der zweiten s und in der dritten */*• ) In die vierte Klasse gehören diejenigen, die ganz unbemittelt -sind." Zn Folge dieser schönen Und lobenswerthen Einrichtung ist die- Gemeinde' - in den Stand gesetzt worden,' mit wenigen Opfern, von jedem zahlungsfähigen Mitgliede gebracht, einen Lehrer zu halten. — Wir hielten uns verpflichtet, Obiges zur Veröffentlichung zu bringen z denn kn' einer Zeitwie die jetzige-^fthen wir erst recht ein, wie nothwendig es ist, daß-die einzelnen Glieder der Gemeinde Hand in Hand miteinander gehen. X. Korrespondenzen. . Prag, 6. Mai. Heute am 6. d. um 3 Uhr Nachmittags wird M. Z. L a n da u, eine der interessantesten Persönlichkeiten unserer Stadt, die auch in viel weiteren Kreisen ihre Geltung und Bedeutung hatte, zur Erde bestattet. Der Verblichene hatte sich auf seinem, Sterbebette jede prunkvolle Leichenfeier, so wie auch jede änpreisende Leichenrede verbeten. Auch wir kommen diesem Wunsche nach, indem wir nur durch einfache Aufzählung von trockenen Daten das bedeutsame Wirken dieses Mannes zu würdigen trachten. M. I. Landau, Stadtrath/ israelitischer Kultusgemeindevorsteher, Buchdruckereibesitzer und Direktor und Mitglied mehrerer Wohlthätigkeits- und wissenschaftlicher Vereine, war'einer der angesehensten jüdischen Familien (das Brockhausische KonversationSlerikon nennt sie eine chevalereöke) entsprossen, welche ' nach ihrer Emigration aus Spanien sich in Polen ansässiggemacht hatte. Diese Familie zählte von jeher bedeutende Männer unter ihren Mitgliedern.' Aber seit dem Tode Ezechiel Landäu's, des Großvaters des Verblichenen,' des letzten Präger Oberräbbinen^ welcher vor 59 Jahren in demselben Monate und an demselben Tage begraben wurde, an dem jetzt jein Enkel zur Erde bestattet wird, nahm Niemand in derselben eine rühmlichere Stellung ein, als der am 4. d. M. verstorbene M. I. Landau. Er wuxde am

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