Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 23 (31.5.1852)
- Date
- 1852-05-31
- Page
- Seite 268 (sequence 4)
- Language
- German
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dem Gerichtshöfe verneint - und hierbei^g an z-besonders, hervorgehob.en: „daß (hört! hört!) die Artikel. 4. und 12 der Verfassungsurkunde vo m 34; Janu ar 4 850 die Beschränkungen nicht alteriren noch aufheben, welch e den IuKe. n; .im Großherzogthum 'Posen durch die Verordnung vom 1. Juni 1833 -auferlegt sindda diese, ebenso' wie,das Gesetz-vom 23. Juli.1847 in rechtskräftiger Form erlassen und Beide noch nicht wieder aufgehoben worden^" (Vgl. P/ Z. -No. 108). — Nachdem; später, noch; auSgesührt wurde, daß und wie bei jeder Judenschaft heute noch zweierlei: 1) ihre Qualität als. Religionsgesellschaft und 2) ihre Qualität-äks Korporation in Betracht kommen, und. daß »wer?sich von der Erstem loSge k au ftein Mitglied.' der Letztem zu fein hierdurch noch n i cht a ufge hört chabe.7— wurde endlich zu dem streitigen Punkv selbst übergegangen und von dem Gerichtshof erkannt, daß dev' gegenwärtige : liffaer Gemeindevvrstand an den vr. Sch. die von diesem nachgezahlten 48 Thlr. ^0 Sgr. 5 Pf. zurü'ckzuerstatten hätte. .Wir werden' auf diese nicht uninteressante Verhandlung später noch einmal zurückkommen, und bemerken für heute nur noch, daß —- wie wir später erfahren — Seitens der königl. Regierung zu Posen gegen, die Entscheidung des lissaer Kreisgerichts der Kompetenzeinwand erhoben worden. Großbritanien. London, 19. Mai. Interessant sind die Bockssprünge, welche Lord John Rüssel, wie er sie 'in der, Angelegenheit der Juden immer gemacht, jetzt wieder erekutirt hat, wahrscheinlich nurum die gewichtigen Stimmen der Juden in der City bei der bevorstehenden ' Parlamentswahl sich zu sichern. Da kündet er wieder einmal eine Motion'auf Veränderung des Parlämentseides aus den 13. h. an, obschon er wissen mußte, daß an diesem Tage, dem Geburtstage der Königin, gar keine Sitzung sein würde. In der Sitzung vom 17. d. erhebt sich nun der edle Lord und zeigt andaß er mit der gedachten Motion in dieser Session — es sein lassen wolle. 0 si tacuisses, philosophus mansisses! Die Blätter sind über den Grund' des Lords hierzu ungewiß; die Einen sagen, er -wäre trotzdem der' Wiederwahl in der City sicher,!,und darum ließ er eS fallen, die Anderen, er wisse, daß er daselbst nicht wieder gewählt würde, und darum wäre ihm die Sache gleichgiltig. Die K. Z. berichtet: Lord I. Ruffel'S Stellung in der City von Londondie er bekanntlich im Parlamente vertritt,' ist sehr wankend g ewörd en,' und man hält seine Wiederwahlfür unwahrscheinlich. . 'In einer Versammlung, die vorgestern in der Wohnung des Baron Rothschild stattfändstellte dieser, bis vor Kurzem einer -der - eifrigsten 'Anhänger des Er-Premier, den Antragdaß man Lord I. Rüffel nicht wieder wählen möge. - ' . London, 22. Mai. Lord John Ruffel veröffentlicht heute seine An sp r ache a n die -Eit y w a h- Ux. In derselben kommt folgender Passus vor: .„Ein Theil unserer Mitbürger ist noch immer von dem Rechte, im Parlamente zu sitzen und Staatsämter zu verwalten, ausgeschlossen. Die nächsten I3ahlen .müffen zeigenob die Volksvertreter in großen Majoritäten bereit sein werden, diese nutzlosen und erniedrigenden Ausschließungen zu entfernen. Der Parlamentseid sollte für Alle gleich sein, einfach und nicht verworren, ein Band der Einigkeit, nicht ein Zeichen des Mißtrauens oder'eine Quelle religiöser Zwietracht." Kleine Berichte aus den Gemeinden. Martonvasas (Ungarn), im Mai. In der unweit von hier auS circa 800 Seelen bestehenden Gemeinde Palota (wesprimerKomitat) bestand vor 10 Jahren eine geregelte Normalschule, die zu ihrer Zeit die.Zierde der Umgebung war. Nach einjährigem Bestehen löste sich-dieselbe auf. Ich denke hierkeineswegs eine Abhandlung über die Vorzüge dieser Schule vorzutragen) aber fragen will ich nur jene Männer in Palota, die sich positive Charaktere nennen, weil. sie immer eine Gabai oder Tübhakahal-Stelle inne hatten, ob es z. B.. nicht eine außerordentliche Schwärmerei war, eine Schule zu errichten, die die; Kräfte der-Gemeinde' weit überstieg, und' vonwelcher man schon voraus die Ueberzeugung hatte, daßsie sich nicht länger-als 1 Jahr halten, könne. — -- Seitdem ist ein Jahrzehend verflossen, und das Schulwesen lag verwaist da- 10 Jahre wurde die Jugend in mittelalterlichen