Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 22 (24.5.1852)
- Date
- 1852-05-24
- Page
- Seite 262 (sequence 10)
- Language
- German
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wörtlichdass' nach7ihm andere Zeiten gekommen sind unb mitdiefeMlauch- -die Musik 'eine anders geworden ist;'däß Formen und "Tonfiguren, mit denen er seine Zeitgenossen zimrührew -?: zw' erbaueny zu - intzüÄeü : dörm'öchtö, spätere Geschlechter kalt blassen '-und ihnen - zUmgroßeü Tffeil abgeschmcickt -rund ' lächerlich erscheinen? Ich -bin ' fest' überzeugt/- daff^weNN? HäNdeli, Vach- und ' ünbete Meisterm unserer-Zeit: wieder erscheinen und sichittdirselbeeinlebM' könnten, 7sie die, Eisten wären, welche sich, selbst ge^ gen ihre veralteten Musiksormen erklärenfür die jeH i g e Zeit schrieben, . wie siedamals für die ihrige schrieben und es ihren-verblendeten Verehrern sehr übel nehmen würden, daß sie die damalitzen Werke, gleichsam ihre Sit« gendwerke: höher -stellten als die neueren, i , Was i ich; hier ^von Händel gesagt habe, gilt in noch stärkerer .. .Weife - von der Bach'fchen Kirchenmusik. Lesen Sie den -.Briefr»über: die Bachmanie. Auch Bach hat zwar wie. Händel.-z^ B^.rin'. seinem-" herrlichiin^Malleluja"-- eiM zelne Lichtblicke w'on-wdhret, ewig schöner Musikwenn er dem einsach en AüSdrück e nachgeht, im Allgemeinen aber ist kr für ün sek Volk völlig-UNgettießbät. ' ' Mag seinwie.Vtele behaupten, daß die älteren Kömpönisten religiöser empfUttdenhabM-wieihre Zeit über- Haupt: eine kirchlichere war als es die unsere ist. Verständlich .>*- für unsere Zeit zumal — ä üs g edrückt haben sie ihre Gefühle -nichtauch glaube ich nicht, daß ste: bei dem '-Kockponiren sich--in religiöserandächtiger Stimmung befanden; denn bei' dbm Berechnen ihrer überkünstlichen Normen , bei der dorwaltenden ILHätigkeit deS Verstandes mußte 'das watmeGesühl erkalten: Die Regel, daß da eitie Umkehrung, dütt eine Engführung des. Thema re. eintreten muß;' hat mit dem Gänge der Regungen des GemütheS ganz und gär Nichts gemein: Jeder, der eint Fuge öder ein anderes künstliches MÜsikstück kömpomrt, wird durch die nothwendige Aufmerksamkeit auf die Menge von Regelnauf die mannigfachen Rechenkünste- 'denen er sich unterworfen, die er beachten Muß, viel zu .sehr in- Ansprüch genommen und auf seine Kunst MM^tlSdaß rr'auf fein religiöses Gefühl- 'wenn er Mit Arbeit gegangen wäre, achten und rM^UMsR^ÄÄDMdeVsuchen könnte, selbst angenommen-,. eS fei MMWWE^h'MugeMMdacht zu er- Jch spreche mich so offen und Unverholen'ssegen M s sere Kirchenmusik auSweil ste Mehr als jede andere fuir: daS Volk, für das' ganze Volk und nür für dieses fein und-: wenn sie LäS nicht will uttd: kann, lieber ganz wegbleiben soll. Aber selbst angenommen,' sämmtliche Anwesende in der Kirche beständen au'S gelehrten Musikkennern und Musikhörern, sö wird auch auf diese unsere bisherige/KirchenMüfik deinen deck Zwecke entsprechenden Eindrück 'Machen. Sie werden aufmerksam den verwickelten iIässg der verschiedenen Stimmen verfolgen , um den entschiedenen Eintritt des Thömä's, die Engsuhrüngen, die Umkehrungetr rc., Mit einem Worte das Gesetzliche sind Regelrechte der Form aufzüfassett und zu erkennen ich Stande zusein;' sie werden' also zu Kunsthörern und empfinden iM besten Fälle das Vergnügen, welches etwa das Begreifen und Verstehen einer kunstvollen Form dem Verstände gewährt. (Schluß folgt.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, im Mai. Das Osterprogramm des Gy m n asi.u mS zu Mühl hau sen, welches uns in diesen Tagen, zugekommen, enthält eine Abhandlung des Konrektors vr. Mühlberg: „Beleuchtung der Eigenthümlichkeite-n deS hebräischen Kriegswesens in der Geschichte des ZugS der Dreihundert unter Gideon gegen die Midianiter (Buch der Richter VI—VIII, 28.), die mit vielem Scharfsinn abgefaßt ist und zu guten Resultaten führt.— Angenehm konnte eS uns nur sein, da so häufig über Nichtbeachtung jüdischer Arbeiten in 'christlichen Kreisen geklagt wird, aus dem Jahresbericht deS Gymnasiums zu ersehen, daß daselbst in krims der Kommentar zu den Psalmen in unserm Bibelwerke dem Unterricht zu Grunde gelegt und .näher erörtert wird. . 8. April. inbapSn n^na, Examen tradilioniL von I. S. Reggio. Görz, 1852. *) Umfassende. Abhandlungen über theologische Gegenstände find in der neuern Zeit unter uns so selten, daß wir die Erscheinung des obigen Werkes mit besonderer Freude begrüßen. Erhöhet wird dieselbe durch den Umstand, daß daS Werk uns in hebräischer Sprache dargeboten gerade die Fragen äbhandelt, welche seit längerer Zeit unsere Hervorragendsten Männer beschäftigen, und um welche sich bereits ein halbes Jahrhundert die praktischen Bestrebungen der grö- Gemeinden Deutschlands bewegen, ohne daß wir *') Mir .werden voN dieser Schrift später noch eine genauere UnälhMWey. Redakt.