Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 22 (24.5.1852)
- Date
- 1852-05-24
- Page
- Seite 263 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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auch nur irgendwo einem beftiegenden Resultät betzegnen. Die Reformberechtigung und die Bewerkstelljgung gewisser Abänderungen in der äußern Darstellung unsers ReligionSsystemS, Nicht aus Nachgiebigkeit gegen Vkn Zeitgeist, welcher in ReligionSsächen nur ein irriger Kitstern ist, indem er beinahe so abwechselnd wie -die Mode' keinen festen Anhaltspunkt gewährtdie Religion dagegen eine Leuchte istdie uns durch alle Stadien der Geschichte bis in die späteste Zukunft unseres Geschlechtes treu und freundlich begleiten soll, — ife:‘llni{t|üciuij ifi gewiß ein Gegenstand, der die gewissenhafte Prüfung" frommer Gemüther mit erleuchtetem Geiste mit Recht beansprucht. Unbefangenheit Und Leidenschaftslosigkeit find zur Lösung der Frage vor Allem unumgänglich; und da es sich um unser kostbarstes Lebensgut handelt, so ist eS nur dankend hinzunehmen, wenn die Untersuchung auf das Prinzip gerichtet, jedoch stets das Praktische vor Augen habend, nicht auf Ausführung aUntüßend dringt, dis die Prinzipien nicht zu allgemeiner Anerkennung gelangt sind. Wenn nun das besprochene Werk einem wahren Bedürfnisse in unserer Literatur abhilft, da eS auf die Berichtigung der Meinungen in religiösen Fragen eS abfieht, so gewinnt es um so mehr an Werth, wenn wir auf die Veranlassung eingehen, die den gelehrten Verfasser zur Herausgabe desselben hewögeu hat. Unter den Schriften des berühmten Rabbi I. L. Modena, welcher gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts blühete, befand sich in den Verzeichnissen der hebräischen Manuskripte des Abate de Rosst, verdienstvollen Bibliothekars an der kostbaren Bibliothek von Parma auch das Werk und genannt; davon eristirte aber seither, wie es scheint, blos das Original Und zwar in oberwähnter Bibliothek. Durch die Sorgfalt-eines Literatur- und Bücherfreundes gelangte Her? Reggio zur Abschrift dieses Werkes, und sein scharfer kritisch geübter Blick führt ihn auf die Entdeckung, daß der von Modena angeführte angebliche Verfasser des Vip nur pseudonym, er selbst aber der Urheber jener wichtigen Schrift sei. Es ist nämlich der pyd Vip eine Schrift polemischer Natur, und zwar kämpft Rabbi I. L. Modena, der längere Zeit in einer der orthodöresten Gemeinden Italiens, in Venedig, als Rabbiner fungirte, mit leidenschaftlicher Heftigkeit gegen die rabbinischen Institutionen; um ab/r nicht als Verfasset dieses Werkes erkannt zu werden, , versucht er im naüW die verpönten AnsiEtenMs^ zu widerlegen , gelangt aber mit^dD^Är^it nicht über das zweite Kapitel, ohneHedöch^^in dem von ihm selbst verfaßten Verzeichnisse seiner Schriften die Un- - Vollständigkeit dieses widerlegenden SchriftchenS auch nur änzudeuten. Dieses für die Freunde unserer Literaturgeschichte höchst wichtige Werk erscheint mm als erster Theil deS Bechknät hakkabbäla; vorausgefchickt wird die Meisterhafte Biographie des durch Leiden ebenso geprüften, als durch - seine Gelehrsamkeit und schriftstellerischen Leistungen berühmten Modena. Südlich begegnen wir im zweiten Theile deS Werkes Regtziö'S kritischen Beleuchtungen des dip und riadrw , worin er unS aber seine eigenen Ansichten über die von Modena berührten Gegenstände von wissenschaftlichem Standpunkte aus darlegt. Wahrhaft gründliche Abhandlungen, ruhige wissenschaftliche Prüfung mit klarer, faßlicher Darstellung, vereint mit frommer Pietät gegen die ' Urheber der. überlieferten Lehre schüiückrn dieses in ausgezeichnet schönermit Eleganz und unvergleichlicher Leichtigkeit. gehandhäbtcn hebräischen Sprache -geschriebene Werk. Besonders anziehend ist für den aufmerksamen Leser die Gegeneinanderhaltung der scheinbar oft zusammenfallendeu, in der That. aber, ungemein abstehendest Änfichten. der berühmten Verfasser in den, beiden Theilen des Werkes, und Herrn Reggio bleibt das hohe Verdienst, daß er wie vor 30 Jahren der -erste unter den italienischen Israeliten in seinem Werke: die Tora und Philosophie, der wissenschaftilchen Bildung vßci unseren Glaubensgenossen ein einflußreiches, entscheidendes Wort redete, auch nun zuerst unter den hiesigen Gelehrten in diesem umfassenden Werke die Fragen behandeltwelche.'in den letzten Jahrzehnten unsere Gelehrten und Rabbiner in Deutschland so lebhaft in Anspruch nehmen,. Schließlich ist in Bezug auf die äußere' Ausstattung des Buches beMerkenSwerth, daß solches in Görz unter den Äu^ew ^es Verfassers mit vieler Sorgfalt gedruckt worden. Seiner warmen Liebe für unsere Literatur und seinem regen Eifer, für Meligion und Wahrheit ist es gelungen, den Buchdrucker in Görz, Herrn Johann Saitz, zur Anschaffung hebräischer Dtucklettern zu bewegen, und somit eine hebräische Buchdrucksrei zu stiften,' welche ^Mitz dem Drucke deS eben besprochenen. verdienkvollenMWMI begann und letzthin die 'HMWgübHRnesMn^^^^Us' Gebiet der kritifckestUlnt^M^^MM^Wenden. Wertes, dem wert^^^HDlMge-über' Kabbala und Sdhär un- . fers beriMM^ S. I. Luzzatto bewerkstelligt hat. vt.> MVses Ehtennich.