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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-24 · Heft 22 (24.5.1852) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 22 (24.5.1852)
Date
1852-05-24
Page
Seite 254 (sequence 2)
Language
German
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254 , nicht Bewußtsein der Geschichte? .Noch mehr, es ist .ihm bekannt,.- daß- .weil Israel zuerst dieser Lehre theilhastig worden,^s jauchz chuS Opfer derselben. geworden'-,, und., in her Äeüe für sie alle ' seine Väter unsägliches Leidiges tragen haben — wäre daS nicht Bewußtsein einer langen, langen Geschichte? Und hierzu kommt nun der zweite >Thei.l dieser Idee, Dieser Väter Sohn ist er, er ihr Erbe, ihres Looses, ihrer Aufgabe, ihrer Verpflichtung Erbe. Ja, er weiß sich Erbe'der innern Herrlichkeit, der'stillen Größe, jenes göttlichen Vorzugs Israels. Was Wunder, daß er auch Erbe ihrer Knechtschaft, des Stachels'in ihrer 'Seite,' deS DornS in ihrer Hand sein muß, daß es gar nicht anders sein kann. Aber Eines muß durch das Andre ausgewogen werden. Er leidet um eine Idee. Außen verachtet zum Staube, innen erhöht bis zu den Sternen *). ... Das ist daS jüdische Bewußtsein. - Es ist schwächer geworden, dieses jüdische Bewußtsein. In sehr vielen Individuen der jüdischen Masse pulsirt' es nur noch'schwach, zum Erlöschen schwach. In die Welt' getreten, bemerkten sie noch Vieles was außer der religiösen Idee eristirt und was sich loSgerissen von der religiösen Idee. Sie begannen Letztere geringer zu achten als was die 'Welt ihnen darbot. Ja, Etliche'gaben die religiöse Idee — so weit dies möglich ist, denn Viele thun nur so — überhaupt auf. Da mußte jenes Bewußtsein erbleichen. Und nachdem die nichtjüdische Welt Jahrhunderte lang von diesem jüdischen Bewußtsein gar Nichts gewußt, sein' Dasein nicht geahnt, und nachdem sie endlich dasselbe kennen gelernt, begann sie auch dieses zu bekämpfen, theils zu bespötteln, theils zu befeinden. Und nicht immer hielten,die Juden Stand, und Viele derselben begannen sich dieses jüdischen Bewußtseins zu schämen, und es zu leugnen,. und.es zu verleugnen — auch hier öfter mehr scheinbar als aufrichtig. Aber verschwunden ist eS nicht; und wie es, allerdings geläutert, und von Selbstüberschätzung gereinigt, und nach den Lehren der Geschichte und nach der Kenntniß von allem menschengeschlechtlichen Thun und Wirken berichtigt, in den Edelsten und wahrhaft d. h. religiös Gebildetsten der jüdischen Glaubensgeuoffenschaft fortlebt, so wird es auch in der Brust aller Juden wieder erwachen, *) Midr. zu Meg. Esth.: irfwis ÖfTJÖDT ‘“löy ‘TS* 'iTTP und sie stärken und erheben, Falls die Verhältnisse der Welt um^sie-.sich wieder zusammenziehen, und zusämmenschnüren.... .1. ' , , , , * Kultusreform. ' - (Fortsetzung.) - DaS erste Heft des „gottesdienstlichen Gesangbuchs" für den prager Tempel^ von vr/^Käm p f> das uns vorliegt, enthält die Liturgie für die Feier- und Festtage im Monat Tischri. An und für sich ist der gesummte Kultus des prager Tempels ganz derselbe, wie im wiener Tempel, und wir haben hierin von den „Festgebeten", welche Mannheimer in Wien 1840 herausgegeben, keinen Unterschied wahrgenommen, mit Ausnahme des ‘jn 21p im Neila-Gebete. Hingegen hatKämpf eine besondere Liturgie für.das Schofarblasen eingeschoben, welche unsere ganze Sympathie;geweckt hatt Wir können voraus- - setzen, daß jeder -unserer Leser fühlt, wie gerade dieser al-- terthümliche Akt deS Schofarblasens der Erhebung , der feierlichen Einleitung bedarf, und wird eS daher dem Dr. K ä Mp f Dank wissen, daß er mit eben, so vielem Geschmack als Talent eine derartige Liturgie geschaffen hat. Selbst der Hamburger Tempel hat sich begnügteinige passende deutsche Verse vorangehen zu lassen, mit denen aber das Blasen selbst ziemlich unvermittelt bleibt, und so daS Modernste und" Antikeste dicht aneinandergerückt sind. Die Liturgie des.;Dr. K. beginnt mit einem deutschen Chorgesang, dann spricht der Prediger eine Reihe zusammengestellter, herrlicher . Schriftstellen, über 3>pn, "N Vlp, Gericht Gottes, Buße, Vergebung, WTW endend, hebräisch und deutsch; hierauf folgt wieder ein deutscher Chorgesang mit Solo über die verschiedene sinnbildliche Bedeutung deS Schofarblasens; alsdann ein deutsches NeujahrSgebet, gesprochen' vom Prediger, von der Gemeinde in stiller ^Andacht mitgebetet; endlich hebräisch rezitativ der Ps. 47, worauf die üblichen Segenssprüche und das Blasen.-Das zweite besondere Stück ist die T o d t e n fe-i er am Versöhmrngstag^ achten Peßach-, zweiten Schebuot-Tage und Sie besteht aus einem deutschen'Choral, vom Prediger hebräisch und deutsch gesprochner nrs 'ii u. s. w., wieder einem deutschen Chorgesang und Solo, einem, deutschen, vom Prediger gesprochnenvon der Gemeinde still mit gebeteten Gebete, dem vom Vorbeter laut, von der Gemeinde leise gesprochnen und dem 16te» Psalm als

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