Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 21 (17.5.1852)
- Date
- 1852-05-17
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
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24S und Slrebens ist* *), how Hojt, allein. alle Gesetzgebung auSgehl, darum konnte der subjektive Glaube an Gott ihm nicht genügen; alles höhere Forschen mußte dahin sich wenden, das -Dasein-des höchsten WesenS zu konstatiren unh! diesen Begriff aller Begriffe vor Herabziehungen und Verunstaltungen zwchüten. -77j Weil aber neben der reinen Einheit GotteS als höchsten Grundsah' auch die spezielle Fürsorge.GotteS selbst: -für das Geringfügigste, (das! Weben GottE in der Zeit) zu den wesentlichsten Doktrinen des JudenthumS gehört, darum mußten auch jene vorgenannten beiden Anschauungen neben einander Vorkommen, jedochohne daß die Letztere. (Jmmanentsetzung) so mächtig geworden wäre, - Erstere (die Transzendenz) ganz zu verdrängen. In anderen Kreisen war dieS: nicht der Fall. Das Heidenthum sah Gott sin der Natur!, in der Schönheit, Kunst, Zweckmäßigkeit u; st w; die Probleme lösten sich dann poetisch oder auf sonstige leichtere Weise.- DaS Christenthum.ließ!Gott aus Liebe für die: Menschen selbst Mensch werden und verkörperte, so.: Gott in: der besten Absicht; wogegen es auf Ausbildung der reineren transzenderen.Begriffe von Gott, obwol sie rezipirend, doch weniger Werth legte. Dieser Widerspruch, insofern man ihn nicht gläubig hinnahm, .führte zum Zweifel. Um den Zweifel zu beseitigen, mußten die Partieen^ die der Vernunft am Mindesten berechtigt erschienen, noch mehr sublimirt und zum Wesen erhoben werden. War so die Immanenz gegeben, so war der Uebergang zum feiner» und von da zum gröbern Pantheismus nur die Konsequenz. Ein neues Heidenthum drohet heranzubrechen, der positive Gott -soll gestürzt und das sogenannte reine Menschenthum an dessen Stelle, gesetzt werden. - Sy will. das Kind die eigene Mutter verschlingen, die cs unbewußt hierzu anleitete. — Nicht also im Judenthume. - - Hier chatte die der Transzendenz zugethane Richtung eine solche philosophisch-dogmatische.Ausbildung erlangt, daß die entgegengesetzte Richtung es nicht wagen durfte, offen und klar hervorzutreten; das Volksbewußtsein, wenn auch',zuweilen durch phantastische und halbverstandene Formeln getrübt, behielt doch immer: die tranS- *) Erklärt dies nicht Spinoza auch, und ist er nicht so in seinem Endresultat doch mehr Jude, als. alle anderen Philosophen — weil er eben als Jude geboren, erzogen, gebildet war? „Da also die Liebe zu Gott die höchste Glückseligkeit und das letzte Ziel des Menschen und der Zweck-aller menschlichen Handlungen ist ü. s. w." So spricht Spinoza, Theol.-polit. Abhdlg. p. 209 eä. kauli. Rez. . zendente' Cinheiti GotteS! an der Spitze des ganzen RelkgionsfystemS.: - Versucht die'Immanenz, ganz zum Durchs! bruch zu -bringen.:, galten als Abfall vom Jubenthümewie dies bei ejnigen: ^kabbalistischen' Sekten! wirklichder Fäll war. u; Die Philosophie/ des JudenthumS hat daher! die Mission, gegen daS neuere Heidenthüm in die Schränke zu treten;!:sie besitzt das Rüstzeug zu siegreicher - Bekämpfung jener Selbstvergötterung- :4)ie das -junge Wölk zu beherrschen beginnt, jenes Ausflusses einer Doktrin/' die sich einer solchen Konsequenz allerdings nicht - bewußt wär^ und die nun mit dem Schicksale von Göthe'S Zauberlehrling bedroht ist. Die Geschichte der jüdischen Philösophke und Dogmatik zeigt auf ihrem mehrtäusendjährigen Gänge, auf welche Irrwege :daS Entfernen vom den reinen Gottesbegriffen hinführt, sie zeigt aber aüch die Pfade, die von jenen dunkelen Abwegen wieder zur lichten Heerstraße,! zur reinen GotteSerkenntniß und sittlichen Veredelung hin- , geleiten.:. Das Judenthum wird also dem-ChristestthuM und der ganzen Menschheit den großen Dienst zu-erweisen . haben, die neuen Götzenaltäte zu zerstören; und den Thron . GotteS: zur Anbetung in Liebe und Verehrung wiederher-! zustellen. Dies ist die Aufgabe des JudenthumS und darin liegt feine Zukunft!" —. ' . r d - : ■’ " Daß Munk mit dem löten Jahrhundert schließt, daß ihm Spinoza untr Mendelssohn keine' jüdischen Philosophen sind, daß er die neueren Arbeiten gar nicht kennte zeigt die Schwäche seiner Auffaffung. si - im März! Rap op ört' S Ere ch m ilttn. Artikel ASm0da i. Fortsetzung. Kap. 6. Wir haben bereits oben (Kap. 2) bemerkt, daß Man in Babylonien zur Zeit der Talmudisten manche Menschendie durch Thaten oder: Worte über den Horizont, gewöhnliche^ Men-: scheu sich erhoben, für wirkliche Dämonen gehalten habe, - obgleich sie gewöhnliche hebräische Namen führten,' Jetzt'! aber wollen wir Personen besprechen, die durch ihre auffallenden und staunenerregenden. HmWLie! üichi'.'mir M Däinonen gehalten wurden, sondern auch Namen der Dämonen führten. So erzählt.Rabba bar bar Chana (Batra zu Anfang des öten Abschnitts *))•: „Ich sah einst den n^b •panisr:2) auf den Mauerspitzen von M ä. *) Fol. 73 a. Inm. d. Uebers. 2) Samuel ben Mel r (Raschbam) in seinem Kommentar zur zitirten Stelle bemerkt im Namen seines Vaters-, daß hier (HurmiS) zu lesen sei; dies würde auf.den egyptifchm Hermes hinweifen, während 21*