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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-17 · Heft 21 (17.5.1852) · p. Seite 248

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 21 (17.5.1852)
Date
1852-05-17
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 Sie giebt einerseits ein^e, historische Skizze, eine Uebersicht, ein Resumö, andererseits "eine* große Masse von Detailnotizen; jene wird/demjenigen wi-llkommew'^M>♦ Melcher - ohne.>Sp^ialstudium..,,.fich.....e,i-ne//übersi,chtljche Kenntniß erwerben will,-dieseab.er führt einer in's Einzelnste gehenden /Forschung . hie und / da sehr ^wichtige Wahrung., zu. Um eine, allerdings-noch dürre Skizze, legt sich daher eine Fülle von Notizen.Munks, und Beers, ^welche die Schrift auch .dem tüchtigsten, Forscher .angenehm-- unentbehrlich machen .wird. *, Dem, Zwecke der„literar. Nachrichten" dieser Blätter gemäß hahen wir es hier nicht mit. diesen Notizen zu thunsondern mit den Resultaten der. in der vorliegengen.Schrift Angestellten Untersuchung. Und da können wir uns. nicht .verhehlen, daß uns der Standpunkt, von welchem. M.unk ausgeht, so wie die Schlüsse, zu denen er deshalb gelangt, gänzlich verfehlt, scheinen. Sehen wir genauer zu, so urtheilt der Uebersetzer selbst so, und sieht sich daher genöthigt, seinen Tert, ohne daß er es will, zu bekämpfen. Munk verlangt eigentlich eine Philosophie, welche, selbstständig und unabhängig von der religiösen^, Würzel,' ihre'Spekulatiönen aüSführt, und dennoch-/ sobald dies von. Juden geschieht, erklärt erisie für „zur Geschichteder allgemeinen Zivilisationgehörig. Auf diese Weise mußte"er' den Juden alle Philosophie und allePhilosophen absprechen. Mit demselben Rechte müssen'aber dann a l l e n positiven Religionen Philosophen abgesprochen werden, Philosophie ist dann ein von den positiven Religionenvöllig geschiedener Zweig der menfdj** lichen Geistesthätigkeit,: und die ganze Abhandlung erweist Etwas, was gar. nicht erwiesen zu werden brauchte, da es sich (nach Munk) in der Voraussetzung von selbst versteht. Woher denn aber dennoch: in der Abhandlung selbst eine außerordentliche Zahl zum Thell. glänzender Namen und Schriften? Munk vernachlässigt gleich am Anfang seiner Abhandlung,, eine klare und gründliche Darstellung zu. gebenwiein der religiösen Lehre schon der Tora der Stoff und die Wurzeln zum Philosophkren und später zu Philosophemen gegeben waren, und wie aus diesen Keimen und Wurzeln! der/ganze Baum des. jüdischen Philosophirens erwachsen ist- Als die ersten Zweige mußten die Bücher Jjob, .Kohelet, Sprüche und selbst einige Psalmen genauer chäraktecistrt werden, und anstatt die späteren jüdischen Philosophen allein aus. dem Einfluß nkchtjüdischer Philosopheme hervvrgkgangen zu betrachten, mußten sie vielmehr nachgewiesen werden, wie sie, aus dem heimischen Boden «sprossenin die Regionen der fremden - Denkwelt Hinaustrieben/ und entweder in. diesen..das' eingeborne Lebensprinzip zu eigenthümlichen Gebildenumarbeiteten, oder jenes ausgehend und überwachsend fremdartige. Gebilde schufen. - Es / ist dies schon ssei^. Spinoza und- Sal. Maimon) den ursprünglichen-, Schülern des Rabbkmsmns,-nicht zu. verkennen-, ^unl wie viel\ mehr.;bei Mendelssohn, der auch in der Tiefe, ebenso wenig wie Maimonides sich je vom jüdischen Boden verlor-. Würde Mund diesem Gesichtspunkte, ausgegangen sein, so wüMnAnhast -und Resultat, seiner Abhandlung sich nicht Zeradezuwidersprochen haben, und es hätte.ein einheitlicher Gedanke^ der. den inner« Zusammenhang der Erscheinungen aufgedeckt hätte, das Ganze belebt, statt daßer jetzt, fast nur einen chronologischen Faden verfolgt. ., , Der, Uebersetzer hat daher in seinen,. verhältnißmäßig umfangreichen Anmerkungen (S. 39-7-95 außer vielen .Eiuschiebseln) oft genug das Geschäft, den/ Text .-zu verbessern und eine gründlichere Auffassung . zu /verlangen,, und wir halten eS daher für das/Beste,-eine . Stelle-aus der letzten Anmerkung B e ex's hier -zu geben (S..,. 90): „In. Bezug auf früher Gesagtes , bedürfen -auchdiese -Aussprüche, der Erläuterung, um Mißverständnissen zu begegnen. Allerdingswar die Rolle der Juden sekundär' m der äußern Geschichte oder eigentlich iss der Architektonik der Philosophie; neue Systeme wurden von.ihnen nicht in der Vollständigkeit ausgebaut und dann -auf alle Wissenszweige didaktisch angewendet, wie/ von den griechischen und manchen, neueren Philosophen , und man kann .darum nicht sagen, daß z. B. ein maimonidisches System existirt, wie ein platonisches,, aristotelisches, kantisches oder hegelsches *); sie begnügten sich hierin mit Verarbeitung Mer Anpassung,, zuweilen Modistzirung, vorhandener Systeme. Aber, in der innern Geschichte,/ in. -der Behandlung des Kerns der Philosophie, dem Angelpunkte, von dem alles Forschen ausgeht und wohin alle Radlen zu-, rückstrahlen, darin .war , dem Judenthume wol. eine Hauptrolle beschützen, die es noch nicht ausgespielt.hat.. Die Transzendenz (^lußerweltlichheit) oder- Immanenz« (Jnwelt- . lichkeit) Gottes, diese vom religiös-ph ilosophischeu Standhunkte aus noch nicht als' gelöst, zu betrachtenden Probleme fanden beiderseits /ihre Ausbildung im Judenthume Mrstere in Maimonides und seinen, Nachfolgern, Letztere in. den Kabbalisten)-/ ohne sin seinem. Innern, eine solche Erschütterung hervorzubringen, wodurch sein Lebensnerv ÄNgetastet worden wäre. Wie so dies? Weil eben im Judenthum Gott/Anfangs- und Endpunkt alles Denkens *) Nun, nicht ein spinozistisches? . .. . Rez. '

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