Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-17 · Heft 21 (17.5.1852) · p. Seite 246

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 21 (17.5.1852)
Date
1852-05-17
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225768-3225790--12422-3242593
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

einzubringen. Der Schatz ka y z l er (d'Jsraeli) verneint die Frage. —Wir sehen,, die Frage über den Eintritt-von Parlamentsmitgliedern israelitischer Religion dringt immer tiefer ein.; DaS entgegengesetzte Schauspiel bieten Ober- und Unterhaus. In jenem, sucht man' ängstlich jede Berührung dieser Frage zu vermeiden, in diesem holt man sie wiederholt herbei, bald, kün? digt Rüffel eine Motion an, bald wird das Ministerium befragt. Jndeß haben sich augenblicklich die Aussichten vermindert, denn früher gingen Regierung und Unterhaus in dieser Frage zusammen., jetzt Regierung und Oberhaus. Jndeß läßt es sich nicht verkennen, daß auch die Whigregierung des Lord Ruffel diese Angelegenheit so lau betrieben, daß sie dadurch scheiterte, so daß ihre Bemühung mehr Schein als Wirklichkeit war. Frankreich. Paris, 1. Mai. (Nach den Arch. isr.) Den 26. d. wird das israelitische Hospital feierlich eingeweiht werden. Der Aufruf des Konsistoriums um Beiträge zur Erhaltung dieses Instituts, welches nicht blos eine Zuflucht für Kranke, sondern auch ein Asyl für daS Alter ist, hat vielen Anklang gefunden, und täglich laufen Geschenke und Subskriptionen ein. in großer Zahl, und Mehrere von bedeutenden Belang. — Im Konsistorialtempel ist ein Gottesdienst mit Predigt Sonnabend um 1 Uhr eingerichtet worden. Man hofft auf guten Besuch besonders, von Frauen und Kindery. — DaS israelitische Konsistorium von Kon stan tin e (Algerien) hat bei der Regierung einen Strich Land erbeten, um eine ackerbauende Kolonie von Israeliten zu gründen. Man hofft auf Bewilligung. — Die zum Besten verschiedener israelitischer WohlthätigjeitSanstalten von Paris veranstaltete Lotterie ist den 29. April gezogen , worden und hat 21,000 Fr. (5600 Thlr.) ertragen. — Am Tage der Einweihung deS israelitischen Hospitals werden 2000 Fr. an die israelitischen Armen von Paris, und 1500 Fr. an arme Christen des Viertels PicpuS, in welchem daS Hospital gelegen ist, vertheilt werden.' Die Schweiz. Papis, 5. Mai. Die Arch. isr. schreiben: In dem Augenblicke, in welchem wir-unser Monatsheft unter -die - Presse bringen, -erfahren wir,- daß; die Verfolgung gegen die. Israeliten in? den Schweizerkayto- . nen. von Basel Stadt, und Basel Landschaft-diechöchste Stufe erreicht hat. Ein sehr kurzer- Aufschub, per? Sonnabend den 8. Mar zu Ende läuft, nft^ihnen ver- - gönnt, um dieses, Land zu räumen.' Diese. Verban- ' nung trifft selbst Familien, 'die ffeit mehr uls 50 Jahre hier wohnen. . .. ..Man ist erstaunt, sagt,'ein Journal, über die ' Stellung , welche indiesevAngelegenheit der franzöl sische Gesandt^ nimmt. . Wenn Wie Schweiz die Freis heit hat jeden Kultus auszuschließen, der ihr beliebt, s so, darf eS ihr doch nicht erlaubt -sein, französische Bürger. zu verbannen.. > Der Großrabbine von Kolmar und der Rabbine ' von Hegenheim sinh um-diese wichtige Angelegenheit in Paris angekommen. .... DaS -Zentralkonsistorium hat deshalb den ,3. Mai eine Sitzung gehalten. Italien. Rom, 20. April. Toskana leidet an einer perpetuirlichen Ministerkrisis. Boccella kann kein Ministerium kompletiren, welches geneigt wäre, mit Ihm in Gemeinschaft die Leopold mischen Toleranzedikte.aufzuheben , und doch besteht der Großherzog darauf, hierinden Wünschen des heiligen: Stuhles zu willfahren, obgleich ihm von Oesterreich eindringliche Gegenvörstellungen gemacht werden. Man-ist über diese i Hartnäckigkeit sehr bestürzt .und die reichen Juden in Florenz und Livorno suchen ihre Geschäfte zu liquidiren, um nach Genua auswandern zu können. : Florenz, 22. April. (A. Z.) Der Großherzog weilt in Grosseto, und man sieht noch immer vergebens einer Entscheidung in der Angelegenheit der Israeliten entgegen, welche die Menge viel beschäftigt. Es heißt bekanntlich, die denselben durch ältere wie neuere Gesetzbestimmungen gewährten Privilegien sollen sehr beschränkt werden; außer der Entziehung der Ausübung der legalen; Profession erwähnt man selbst das Verbot der medizinischen Praris, welche doch diesem Volke von jeher zugestanden und von ihm vorzugsweise ausgeübt worden ist. Es ist wahrscheinlich, daß daS Stadtgespräch übertrieben ist. .Die Ungewißheit des Bleibens oder Abgangs. des jetzigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.