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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-17 · Heft 21 (17.5.1852) · p. Seite 245

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 21 (17.5.1852)
Date
1852-05-17
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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kannte Lehrer Herr M. Lich t e n st ei n *) bereits fünfun dz wan zig Iah re/ Der -gegenwärtige Vorstand verfehlte in; neuerer Zeit nichtnach-augenscheinlicher Ueberzeugung von den rühmlichen Leistungendes Herrn L i chte n st ein, gegen diesen seine vollkommene Zufriedenheit auszusprechen. In Folge dessen fühlte sich' auch wahrscheinlich der Vorstand bewogen-, dem wackern Herrn Lichtenstein eine auszeichnenve Ju-- belfeier zu bereiten. Es wurde zu diesem Behufe eine Sitzung des Vorstandes anberaumt, man debattirte lange hin und her und gelangte endlich zu einem Resultate. Am 4. Maials am Tage der Feier, lehrte Herr Lichtenstein wie gewöhnlich im Kreise seiner jungen Schüler, in seiner Anspruchslosigkeit und Pflichttreue die Feierlichkeit nicht ahnend, die-seiner warte. Da traten um 9 Uhr vier Vorsteh er und ein Deputirter, den Rabbiner Herrn Arnheim in ihrer Mitte, in das Schulzimmer, und — — gratulirten!! Hiermit war die Solennitat zu Ende. Bei dieser Gelegenheit /erinnere ich mich einer am dern Jubelfeier auS einer frühern Zeit, bei welcher der glogauer Vorstand durch sein würdevolles Benehmen sich ebenfalls rühmlichst auSzeichnete. Vor einem Dezemtium feierte nämlich in Groß -G lo g au der bereits verstorbene Hirsch Leblin als - zweiter Chafan, Sopher und S-cho chet sein funfzigjahrig es Amtsjubiläum. Der zeitige Vorstand, um auch seinerseits den ehrwürdigen, silberhaarigen Greis zu ehren, schickte demselben durch den Gemeind'ediener — fünf Thal er. Der Jubilar, gerührt ob solcher Auszeichnung, drückte seine Erkenntlichkeit dafür -dadurch aus, daß erdie fünf Thaler zurückschickte. — 0 temporal 0 mores! ' Großbritanien. London, 5 Mai. Alderman Salomons redete vorgestern- Abends ein großes Meeting der Wähler von Greenwich an und setzte auseinander, er werde die Entscheidung seiner Angelegenhit dem Volke überlassen und demnach keine weitere Appellation emlegen. Wenn die Wähler von Greenwich ihn.wieder zu ihrem Vertreter machten, so werde er seinen Sitz im .*) Früher zweiter Lehrer ist Hrrr Lichtenstein seit 1849, wo Herr Arnheim die Zall er Cohnsche Stelle erhalten hat, alleiniger-Lehrer an dieser Schule... Korresp. Parlam^nte einnehmen Nüd die ersten Prozeduren desselben mitmachen-; er werde für die Ernennung des Sprechersmitvotirenf dettü/vör diesem Votum werde i kein Eid von ihm erfordert werden. So werde er die Regelwidrigkeit und Verwerflichkeit des/jetzigm gesetzlichen Zustandes zeigen.- Die'Eidftäge werde dann ' vor-das Haus kommen, Und wenn dasselbe' sich weigere, einen Beschlußf zu fassen, welcher ihm die Privilegien der Gesetzgebung gestatte, -so werde er in die Hände^ber Wähler von-Greenwrch-ein Amt niederlegen, das er nicht nützlich verwaltenkönne. Dqs Meeting gab Herrn Salomons ein Vertrauensvotum. Ob erhauS. 'Sitzung vom 4. - Lord Ly ndhurst ersucht eine Bill einbringen zu dürfen, wodurch die Strafe derjenigen, wie, ohne den vorgeschriebenen Eid abgelegt zu haben, im Parlamente mitstimmen.(der Fall Mr. Salomons), blos auf eine zu erlegende Geldsumme reduzirt wird^ Bisher'mußte ein solches Individuum für jede Mitabstimmung 500 Pfd. zahlen , er durfte - keine Vormundsstelle ■ und kein Hegat von einer dritten Persom übernehmen, ' kein öffentliches Amt bekleiden', und verlor überdies seine' Wählbefähigung, mit einem Worte seine/bürgerlichen Rechte. Lord Campbell (der als Richter gegen° Salomons entschieden hatte) drückt seine Befriedigung über die Vorlegung einer solchen, dem Zeitgeiste angemessenen Bill. aus. : Earl Derby hat vom allgemeinen Standpunkte Nichts gegen dieselbe einzuwenden, erinnert; jedoch die Lords, sich nicht Meiner Abschweifung nach dem Gebiete der Judenaufnahme in's Parlament verleiten zu lassen. ' Der Zeitpunkt zur Einbringung jener Bill fei gegenwärtig nicht der geeignetes AlderMatt Salomons' brauche übrigens bei der- Regierung bloS eine Besschwerdefchrift einzureichen, und sie werde gebührend berücksichtigt werden. Der Marquis of Lansdowne will 'die Bill, ohne weitere Anspielung auf den Fall Mr/ Salomons eingebracht wiffem Lord Campbell erinnert daran, daß diese Bill mib der Aufnahme der Juden in's Unterhaus gar nichts zu schaffen habe. Earl Wicklow bemerkt, daß es sich, hierbei nicht blos um die. Juden handle. — Die Bill kommt sofort zur ersten Lesung. Unterhaus. - Sitzung vom 6: Reynolds fragt . den Schatzkanzler, ob es die Absicht der Regierung sei, während der gegenwärtigen Session ekneBill zur Abänderung der' Eidefür' die Parlamentsmitglieder

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