Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 21 (17.5.1852)
- Date
- 1852-05-17
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
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ein Lebenszeichen von sich.! ^So lange jedoch der bekannte §., nach Welchem^ die Feldwirthschast in oder itt.; München erlernt werden muß, aufrecht erhalten bleibt, kann die Wirksamkeit des Vereins keine eingreifende, nachhaltigewerden. Das Gegentheil würde vielleicht eine übergroße Konkurrenz bewirken, waS dermalen - -bei - der großen Auswanderungslust : noch fraglich wäre, allein der Verein könnte eben nur nach fernen Mitteln wirken. Der Magistrat in Regensburg, an dessen Spitze weiland der große.Liberale v. .Thon-Dittmax stand, scheint wieder zu den alten Judenordnungen zurückgreifen zu wollen. Behufs.der Zulassung zur dortigen Dult (Messe) wird von den Juden ein besonderes'Zeugniß guten Rufs öffentlich verlangt. / Der - freiwillige! Abgang des - bisherigen Kantors und Religionslehrers Herrn Schöttbrunn in Fürth gab Herrn - Rabbiner ttr. Löwi' daselbst an' den vergangenen Feiertagen Gelegenheit zu einer ausgezeichneten Predigt, bei welcher kein Auge.thränenleer blieb, was bei dem dortigen krittelnden Publikum doppelt viel sagen will, und da der Redner auch darauf 'hinwies, daß Herr Schönbrunn unbemittelt. und blös aus Liebe zu seinen Kindern über den Ozean gehe, so brachte eine sofort eröffnete Subskription in wenigen ^Stunden eine sehr namhafte Summe für den Betreffenden auf. : Fürth hat hierbei seinen alten Ruf der Wvhlthätigkeit 'und der Fürsorge für seine. Bediensteten auf's Neue glänzend-bewährt. In einer andern an diesen Tagen abgehaltenen Predigt nahm. Herr Rabbiner Dr. Löwi Veranlassung, der Zunahme der geheimen, Wohlthatigkeit \ mit Dank gegen .Gott zu gedenken. In dem Opferstock der Synagoge finde man häufig. Papiergeld , Goldstücke rc., und einmal seien ihm-.von einem unbekannt bleiben wollenden Genleindegliede 400 Fl. zu wohlthätigem Zwecke per Post zugesandt worden. — Wir können, freilich nur in verjüngtem ^Maßstabe, eine Zunahme des Wohlthatigkeitssinns auch vom Lande versichern, ^ur ist der alte Mißstand zu beklagen, daß 5diese.Wohlthatigkeit nur inuner eine -partielle,: lokale, häufig 'der Arbeitsscheu und dem Bettel Vorschub leistende, keine Allgemeines, Gemeinnütziges fördernde ist. Man versuche einmal/ die Errichtung eines dringend nöthigen allgemeinen Waisenhauses für Israeliten, 'wie die Württemberger mit Erfolg gethan, oder die Aufbringung eines-Stipendienfonds öder sonst dergleichen und sehe zu, was dafür geschehen wirdj was selbst Fürth dafin thün wird! Wahrlich, 'ein. güt beattestirte Pole oder ein Abgebrannter würde, besonders auf dem Lande/ eine namhaftere Summe ,,»rächen". - In allem Uebrigen herrscht bei ünö Stillstand. K. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag» 4. Mai. (Correspbl. a. B.) Der Stadtrüth und frühere Vorstand der israelitischen Gezneinde- Herr M. I. Landau, ist heute Morgens gestörbe». '-—. 77 Mai/ Gestern Nachmittag wurde die Leiche des Vorstandes der israelitischen Gemeinde, Herrn I. Landau, feierlich zu Grabe bestattet. Der Leichenkondukt ging vom israelitischen Badhofe' aus über den altstädter Ring, durch die Zeltner- und Hibernergaffe zum Neuthore hinaus zurisraelitischen Grabstätte. Vor dem Leichenwagen gingen die Chorsänger und hinter demselben folgte ein langer Zug sowol von Israeliten als Christen, welche dem Verstorbenen das letzte Geleite, und zugleich das Zeugniß gaben, in wie allgemeiner Achtung er gestanden. Eine lange Reihe von Equipagen und Fiakern schloß den Kondukt. Auf dem Wege, "welchen: der Leichenzug durch die Stadt nahm, hatte sich' eine zahlreiche Volksmenge eingefunden. . - . ' ■ Aus Qfkgulrzien, 28. April. Einige Korrespondenten des Correspbl. a/ Böhm, geben sich seit langer Zeit Mühe, den Ackerbau unter den galizischen Israeliten zu befördern. Wir halten dies für einen Zweck, : der so viel wie möglich immer von Neuem angestrebt werden muß, undentlehnen daher gern dem gedachten Blatte folgenden Artikel. Es ist in älterer und neuerer Zeit viel davon die Rede gewesen, die Israeliten Galiziens wo möglich der fortwährenden Beschäftigung mit dem Handel zu entziehest, und in ihnen die Neigung zu den von ihnen wenig geübten Handwerken, besonders aber zum Ackerbaue zu erwecken. Zur Zeit, wo noch die Lichterzündungssteuer fürdie galizischen Juden, in Kraft bestand, befreite das Gesetz die ackerbautreibenden Juden von dieser lästigen Religionssteuer, und^bot ihnen noch manche, andere Begünstigungen dar. Doch diese alle waren nicht hinreichend, um. die Juden. unserS KronlandeS zum Landbau, also zu einer Befchäfti-