Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 21 (17.5.1852)
- Date
- 1852-05-17
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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Geist damit stille steht; glauben wir nur nicht, daß, weil Bequemlichkeit, Gleichgiltigkeit und ScheuB>»r^e^eMÖVfer so schnell' in-.daÄ Alte sich wieder finden,^cine^besondere Liebe zwdiesem wieder in die Menschen gekommen ^glauben wir nur nicht, daß die Jugend darum wieder zum Alten zurückkehrt und sich in dasselbe versenkt. Nein'! wir halten vielmehr dieses leichte. Ergeben in das Alte, das.man so heftig bekämpft hat, für ein erschreckendes Zeichen fortschreitenden Verfalls, wir halten es für ein Zeichen, daß das religiöse Bedurfniß, über dessen Mangel schon längst geklagt wurde, immermehr schwindet, für ein Vorzeichen, daß es leider! immer mehr, schwinden werde, und daß wir über kurz oder lang die Folgen in sehr betrübenden Mäßen erfahren, erkennen werden! Der irreligiöse Geist der. Zeit findet um so weniger» Widerstand , und wird um so reißender Raum gewinnen; da, wo so manche junge Seele durch erhebenden Kultus gehalten worden wäre, da wo' so mancher ältere Geist durch belebende Andacht neuen, Aufschwung erhalten hätte, da wird, da nun Alles fehlt, eine Erschlaffung eintreten,; eine Abspannung, welche den Abfall, die Entfernung, die Verirrung bei den seichtesten Konjunkturen, in gar sehr vielen Individuen einleiten wird. -h :■■■]■:;; Mit welchem Schmerze wir diese Ueberzeugung aussprechen! Wir gerade, welche die Kultusreformen nie als selbstständigen Zweck, sondern nur als. Mittel verfolgten, als Mittel der religiösen Bildung, als Mittel neuem Lebens und neuer Liebe für das Vatererbe, für die,Religion Israels! Nein, nicht um den Triumph, dem so mancher Gegner mit diesem Absterben jedes StrebenS nach Kultus- Verbesserung feiert, zu verleiden, sprechen wir dies aus, sondern nur um einfach zu warnen und zum erwägenden Ernste zu bringen.. Wir wissen, auch solche Warnung hat. nur geringen Erfolg — aber geschehen muß ste doch, damit sie Zeugniß gebe. r;.;- Dennoch wollten wir hiermit nur den Bericht über mehrere liturgische Schriften der neuern Zeit von, allerdings-sehr verschiedenem Standpunkte einlei'ten, die uns - seit langer vorliegen. Wir meinen namentlich^Gottesdienstliches Gesangbuch, eingeführt im israelitischen Tempel zu Prag rc. Von vr. S. I. Kä.mp f, Prediger und Rabbiner der Tempelgemeinde. Erstes Heft. Prag, 1849" und „Israelitisches GebetundAndachtsbuch^zum Gebrauche bei der häuslichen und öffentlichen Gottesverehrung von Kirchenrath vr. Maier, Rabbiner. . Stuttgart, 18.48," ' (Fortsetzungfolgt.) Zeitungsnachrichten. r . ’ Deutschland. Frankfurt am Main, 10. Mai Die öffentlichen Blätter bringen unter diesem Datum eine telegr. Korr, in folgender, Fassung: „Eine konfidentielle Erinnerung ist v'öü Seiten des Bundestags dem Senate wegen Verfassungsänderung zugegangen. Nach §. 46 der^Diester WtzMÜffe)Franksurt ,ein christlicher Staat bleiben.." Wir -müssen das Weitere abwarten; nach dem Wortlaute scheint dies zu bedeuten: daß die .bürgerliche'Gleichstellung der Juden in dem frankfurter Staate keinen- Platz haben dürfe. Karlsruhe, 10. Mai. Der israelitische Oberrach hat einen Trauergottesdienst um des verstorbenen Großherzogs k. H. in allen Synagogen des Landes angeordnet. > Aus. Barern, End e April.. (Privatmitth.) Züvörderst muß ich mir Ihrem Setzer rechten, der mir noch einen Preßprozeß auf den Hals bringt.. Ich sprach in meinem vorletzten Bericht (No? 13. S. 151) von einer gewicht losen Persönlichkeit/ von welcher eine Aeußerung über die „Judenwirthschaft^ ausgegangen, und. jener-Herr macht flugs, eine gew iss enlose^ Persönlichkeit daraus. Das ist doch ein himmelweiter Unterschied! Der gemeldete polizeiliche Ausweisungsbeschluß gegen den Verfasser, resp. Herausgeber des Schriftchens: „Es ist nur Ein Gott!"'ist wieder zurückgenommen worden. ' Der Wiederaufbau der Synagoge in Heidenheim, wozu Herr Emanuel in London fünf Pfund .und sein Schwiegersohn Herr Becgtheil ein Pfund beigesteuert haben — .Beide geborene Baiern — wird demnächst beginnen und soll schon bei der Grundsteinlegung große Feierlichkeit ftattfinden und ein auswärtiger Rabbiner herbeigerufen werden. Wenn. doch kleine Gemeinden derlei,. selbst bei großen nicht allseitig gutzuheißende- Ostentationen unterließen! Zuerst bettelt, man das Land, auf und.ab um einige Thaler und dann will man doch in Nichts Anderen.nachstehen und meidet-: überflüssige Kosten nicht. ’ , Der israelitische Verein für. Landwirthschast.in München giebt> durch öffentliches Ausscheiden wieder