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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-10 · Heft 20 (10.5.1852) · p. Seite 238

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 20 (10.5.1852)
Date
1852-05-10
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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darauf gesündigt Wie, empörte sich.Ahm o d a i, den Salomo auch nach feinem Wiedergelangen zur Regierung noch fürchtete. Sechzig Helden mußten fortan seine Lagerstätte bewachen, nach H. 8.*), woeSheißt: „„Siehedas. Bett Salomo's! u. s. w. aus Furcht in dm Nächten"^ — nämlich aus Furcht vor den Dämonen?> — So weit der Midrasch, der das - Merkmal feiner, späten Abfassung an der Stirn trägt; denn offenbar hat seinVerfasser die ÄSmodai-Sage, wie - sie im ba b hl on ifch.e n Talmu d sich findet, bereits gekannt, ,.;.ES'f^icirit foflar, baf die Worte „und die ganze Geschichte des Asmodai" eine kurze Hinweisung, darauf sind, da.die Schlußworte des Midrasch in Betreff der sechzig Helden, und der Beleg dafür auS dem Hohen Liede auch den Schluß der beregten Sage in Gittin zu Anfang des siebenten Abschnittes, bilden^ 3m Mattenot Kehuna 2) wird bemerkt, daß der Passus vom AS m ö ha i im Midrasch CH a si t (züm H. L.) und im Midrasch Kn hel et. fehle. Die Ursache davon dürfte in dem Umstande liegen, daß die Verfasser dieser Midraschim in einer Zeit gelebt haben, wo die babylonische ASmodai-Sage noch nicht bekannt war.; Bei den Alten stand. es nun unbezweifelt fest/ daß zu tiefes Einlaffen in die Weltweisheit oft für einen tugendhaften Lebenswandel sehr gefährlich ist, da eS den betreffenden Menschen leicht zu einem üppigen und ausschweifenden Leben führt. Nur der feste Glaube an Gott und das Festhalten an der göttlichen Religion vermag die wilden Begierden deS Herzens zu zähmen. Auch Salomo der Weife entging den Gefahren; die Vielwissen und Wohlleben mit sich führen, nur durch seine Gottesfurcht, die seiner Weisheit voranging. Denn er erbat sich vom Herrn ein verständiges Herz; der Herr willfahrte ihm und verlieh ihm. große Weisheit. Er aber liebte den Herrn. Und nur durch diese Liebe zu Gott erlangte er Herrschaft über l die bösen Gedanken, die - den Menschen in das > Netz der Sinnlichkeit zu verstricken. pflegen. Diese Auffassung des Lebens Salomo's ist dann die Quelle der Säge ge- -—männliche und weibliche Dämonen, zur Unterhaltung. Nachdem 'er aber den Tempel gebaut und die ganze Gefchichte des ASmodai (bxo iimsnn bsi -7hier ist im Midrasch offenbar eine Lücke; eS müßte denn sein, daß der ganze PassuS ein späteres Einschiebsel ist. Im Texte haben wir die Uebersetzung so eingerichtet, daß die Lücke weniger fühlbar wird. ') H. L. 3, 7. 2) Kommentar zum Midrasch Rabba. An m erkun g er t> worden," daß Salomo, über hiebösen,Geister und Dämonen geherrscht habe. Denn der Eingang der As m o d a i- Sage entspricht ganz der JugeydgeschichteSnlomo'S,,.der durch die Fesseln ..der Religion, abgehalten, wurde ,, Böses zu.thun. Erst..in ^stinem Alter ließ M sich von Weibern zu Götzendienst , verleiten.,, und - warnicht mehr mit 7 ganzem Herzen .dem Ewigen zugethan, wie. sein Vater David eS gewesen (1 Reg..,1.1, 4.). . Nachdem nämlich die Fesseln der Religion ihm'abgenommen waren, walteten seine Leidenschaften zügellos (—.wie, ^bekannt ist, daß der heidnische Kultus gröbsinnlich und'geeignet war, die Sinne des. Menschen für. Häßliches und. Gemeines, ,zu entflammen, —), indem der böse Geist.-nunmehr ihn beherrschte und Asmodai in ihm sich einnistete.. Ja, all seine Kenntniß und Wissenschaft wurde nun für ihn schädlich' und verderblich, da er sie nun zu. bösen Zwecken verwendete. Demnach hätten wir in König Salomo, dem Weise.Ni eine.Parallele, zum Faust der.deutschen Sage (siehe oben. Kap. 3).Der- Unterschied zwischen hem. jungen, -gottliebenden Salomo, und dem alten, v0n Gott. abgewandten und auf unrechtem Pfade wandelnden-Salomo war so, außerordentlich, groß, daß eS schien, als sei der frühere Salomo von seinem Platze weit weg geschleudert, worden. Der Ausdruck „vierhundert Ferseng" ist im Talmud eine hyperbolische Bezeichnung für eine große Entfernung.. Daher heißt es auch in unserer Sage, daß Asmodai den Salonro vierhundert Ferseng weit weggeschleudert habe. (Auch anderwärts wird erzählt, daß der Prophet Elia einen Denunzianten vierhundert Ferseng weit weggeschleuidert habe Äboda sara 17 b.) Nachdem Salomo auch den, Thron verloren, rief er aus: „was; bleibt, dem Menschen von all seinem Mühen?" rc.*). Die Sage läßt ihn darauf betteln gehen und überall ausrufen: „ich Kohelet war einst König über'Israel in Jerusalem!" Die Sage läßt den Salomo erst „in den.letzten Tagen seiner Regierung" dem Asmodai die Fesseln abnehmen, wahrscheinlich weil 'die Schrift sagt, daß Salomo in seinen alten Tagen von Frauen.sich.-verleiten ließ rc. In - unseren.- Ausgaben des Talmud fehlt jedoch der Passus „ i n den. letzten Tag en.seiner Regierung"; nur im Midrasch Jalkut (.1 Reg. §. 122) findet er sich. Sam. Edl es in seinen N0vitäten zu den Sagen des -Talmud bemüht sich nachzuweisen, daß Asmodai's Empörung erst in der letzten Zeit derRe- *) Kohel. .1, 3. . Anm., d. Uebers.'.'

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