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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-10 · Heft 20 (10.5.1852) · p. Seite 239

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 20 (10.5.1852)
Date
1852-05-10
Page
Seite 239 (sequence 11)
Language
German
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. gierung Salomo'-S stattgefunden habe) er scheint.nicht gewußt zu haben, daß dies' im- Ialkut ausdrücklich gemeldet wird. In der' Bibel (loo. eit.) wird. nach dem Berichte von Salomo'S Fehltritt auch gemeldet, daß am Ende > seiner Tage sein Reich in eine üble Lage gerathen seiindem Gott ihm Widersacher erweckte iy 'H adäd dem Edömiten) in Reson ben Eljada äuS DamaSk- und in Jorob eam ben Ne batwelch -Letzterer Salomo'S Reich vollends theilte. Die Schrift giebt nicht an, ob S ä l o m o während der Auflehnungen gegen ihn in Jerusalem geblieben, oder die Flucht ergriffen habe und erst später wieder zurückgekehrt sei. Einer paläst inensisch en Sage, zufolge hatte.In der kritischen Zeit ein Engel den Thron Salomo's in der Gestalt deS Letztem eingenommen, während dieser herumzog und rief: „Ich Kohelet war einst König!" (Midr. rabb. Rut zum Worte: *).). Nach der babylonischen Sage aber war es kein Engelsondern ein Dämon snämlich Asmodai), der auf dem Thron Salomo'S saß. Nur' darin stimmen beide Sagen überein, daß S ä l o m o herum z og re. Aus dem Allen geht hervor, daß S a.l o m o. in seinem späten Alter nicht mehr derselbe war, der er in seiner Jugend gewesen, — daß er in seiner Denk- und Lebensweise , so sehr sich geändert hatte, daß: ihn Niemand mehr erkennen konnte. - In der babylonischen Sage wird noch hinzugefügt, daß er während seines HerumziehenS auch zu den Synedristen gekommen,?sei und sich als Salomo angekündigt, aber keinen Glauben gefunden habe. Die-Sy ne driften? nämlich wollten nicht glauben, 'daß die vor ihnen stehende gebeugte Gestalt, voll Demuth. und Resignation (denn damals war Salomo bereits - bußfertig in den Schooß der Tugend zurückgekehrt) der ehemals so hochmüthige und wollüstige König sei. — Zu dieser Sage vergleiche man besonders was. von den Königen der Vorzeith) bekannt ist/ daß sie nämlich zu Zeiten sich verkleidet -unter das Volk zu begeben pflegten, um dessen Gesinnung und Urtheil über ihre Person und Regierung kennen, zu' lernen. Die Sage .läßt nun dies auch den vorzüglichst weisen König Salomo thun, den abernachdem seine Räthe ihm .daS Band deS Glau- . J) Rut 2, 14. . . 2) Der Urtert hat vnp “«5V», was freilich auch „König deS Orients" heißen kann; allein in Betracht, daß dergleichen Züge auch'von abendländischen Königen bekannt sind, schien eS uns angemessener, ünp tempore ll zu fassen. ^^^ln^^fu^gcn des..Uebersetzors. . hens und. den Ring her Religion entgegenhielten — der böse Weistverließ) so daß .sie in ihm wieder den frühem Salom o erkannten. Damit stimmt überein die Behauptung eines Talmudisten, daß nämlich Salomo erst König, dann Er-König, Und endlich wieder König gewesen fei. Im Midr. rabb. (zum V. ^n) wird - nochhingefügt: erst - ein W e i se r-, * dann;c*n ^Tho r, endlich wieder ein Weiser, Dies ist ein Beleg für unsere Ansicht, daß Salomo mit seiner Krone auch seine Weisheit verloren, nach den Worten des Talmuds, daß -ihm die Fesseln der Religion abgenommen wurden, wodurch seine Weisheit in Thorheit sich verwandelte, da . er sie nunmehr nur zu bösen Zwecken gebrauchte. Auch beweist dies die Richtigkeitunserer Ansicht, daß die Asmodai- Sage ursprünglich nur eine Salomo-Sage gewesen sei. Vergleiche noch folgende Stelle im Midr. rabb. (Genes. §. 30):. „Pa sah König Salomos sich im Netze gefangen, nach. den Worten der Schrift: „ „Er läßt Weise in ihre eigne List sich verstricken"^ (Hiob 5 *) j. „Wie viel Gsister und Dämonen hatte Salom onscht bezwungen! und doch wurde, er in seinen alten Tagen vom diesen. bewältigtso daß er sich nunmehr vor ihnen fürchtete!.. Früher haben die Dämonen vor ihm gezittert, und jetzt zitterte er vor den Dämonen!" (Fortsetzung folgt.) *) Ders 13. " ' ‘ Anm. d. Uebers. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 >/4 Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlags Handlung. Die .hiesige israelitische- Gemeinde beabsichtigt einen Prediger und Religionslehrer; zum 1. Oktober c. mit einem stritten jährlichen Einkommen von 300 Thlr. zu placiren».Darauf.r'eflektirende qualifizirte Subjekte, welche die Universität besucht, und die nöthigen Eramina abgelegt, wollen sich bis zum 1. August o. an die Unterzeichneten melden, und ihre Atteste in frankirten Briefen an den mitunterzeichneten A. Fürstenwald einsenden. Dirschau, den 30. April 1852. . Der Vorstand. - A. Fürstenwald. I. Kleinmann. L. Michaelis. Die Stelle des Kantors, an der hiesigen israel. Gemeinde soll wieder desinitiv besetzt werden. Bewerber um dieselbe, welche neben.der andern erforderlich^ Besä-

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