Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 20 (10.5.1852)
- Date
- 1852-05-10
- Page
- Seite 234 (sequence 6)
- Language
- German
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muß beseitigt werden, dies ist der Unfriede. Jede Ueberzeugung im Gebiete des Judenthums sei uns heilig und wir wollen.sie unterstütze« mit pekuniären und materiellen Mitteln, so weit eS geht. Die Gemeinde JeschurunS muß ein: Ganzes bleiben, die Unterscheidung in Orthodoxie und Reform muß wieder schwinden, da die Orthodoxie ipr Judenthum nie eine besondere innere Richtung war, nur ein fremder, entlehnter Name —daS ganze Judenthum ist Orthodoxie. Unter dem Einflüsse der Bildung, mehr noch unter dem Einflüsse stiller, belehrender, sich immer mehr entwickelnder Theologie, d. i. wissenschaftlicher Auffassung des Judenthums, seiner Lehre und seiner Geschichte, wird sich das anstößige und unbefriedigende. Formelle mehr und mehr umgestalten, ohne daß eS des Streites, der Zwietracht, der Erschütterung bedarf. Was wir Gutes, Edles, Gediegenes unter unseren Glaubensgen offen sehen, müssen wir anerkennen, befördern, lohnen, ehren. Unsere Jugend müssen wir vor dem Alles in Frage stellenden, Alles auflösenden Unglauben bewahren, von jener „Glaubenslosigkeit", die einen Theil von uns unsere Feinde schon vorzuwerfen anfangen. üTitt baW1 b2 sei der immer geltende Wahlspruch und eine nachsehende, freudige, thätige Liebe herrsche in dieser Familie, swwn 'rt n^nn der andere Wahlspruch, da sie keiner Vervollkommnung fähig und bedürftig, mit forschendem, wahrheitsliebenden Geiste aufgefaßt, Raum giebt jeher religiösen Anschauung im Judenthum, wenn sie nur in ihr, als der ewig wahren und heiligen Grundlage, wurzelt. So kann daS wenig mba, -r wenig im Vergleich zu den Schicksalen unserer Väter — nur zu unserer inner« Erkräftigung und Erhebung dienen, und dann werden wir bestehen auch unter äußerer Anfeindung, bei Ausnahmegesetzen, ohne Kammermitglieder, RegierungSassefforen, Erekutoren u. dgl. werden zu können, ja wenn selbst dem armen Trödler die Grenze deS einen deutschen Landes dir Grenze seines Erwerbs für das .andere wieder werden, sollte. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kassel, 20. April. DaS Fr. I. sagt: Die Opposition gegen den Güterkauf der Juden soll, besonders. ihren Ursprung, in einem Freiherrn haben, der selbst stark mit Gütern Geschäfte macht, und dem des-' halb, die jüdische Konkurrenz doppelt lästig ist. H Frankfurt am Main- 16. April. (Didask.) Das: Pflegamt deS Almofenkastenö der israelitischen Gemeinde -hat seinen Jahresbericht dieser Tage im Druck veröffentlicht und wir ersehen daraus, daß im abgelauftnen Jahre sich der Stand dieser Anstalt, namentlich durch die in Folge des Gesetzes vom 15. April v. I. ihr zugewendeten Bürgeraufnahmsgelder, in erfreulicher Weise gebessert und daß zur Linderung mannigfacher Noth und zur Trocknung mancher Thräne dieselbe das Ihrige beigetragen hat. Die Armenpfleger, die fortfahren, alle Gaben persönlich zu bestellen, werden auch in Zukunft nicht versäumen, die verschämte Armuth, die verschwiegene Noch, den stillen Jammer'aufzusuchen, und, soweit es in ihren Kräften steht, zu erleichtern. DaS Vermögen der Anstalt betrug am 1.. Januar 1851 fl. 4512. 45 kr. Die Einnahmen an Gottespfennigen im verwichenen Jahre berechnen sich auf fl. 3522. 48 kr. Verausgabt wurden theils in regelmäßigen Spenden, theils in.außerordentlichen Unterstützungen fl. 2338. 8 kr. z mithin belief sich daS Vermögen am 1. Januar 1852 auf fl. 5697. 25 kr. — Das Pflegamt schließt seinen Bericht mit folgenden Worten: „Mit diesem Jahre sind die ersten sieben Jahre unserer Wirksamkeit verflossen. Waren .es auch nicht blos fruchtbare Jahre, war auch darunter manches harte Nothjahr, so blicken wir doch mit frohem Bewußtsein und mit dem innigsten Danke gegen so viele edle Menschen/ die -uns ihr Mitgefühl durch die That bewiesen haben, auf diesen Zeitabschnitt zurück. Er verheißt unS ein stetes Zunehmen, einen wachsenden Segen, und mit neuer Zuversicht gehen wir an unsere herzerleichternde und dadurch menschenverbrüdernde Thätigkeit." Preuße«. Berlin, 2. Mai« Unter den Petitionen, über welche die PetitionSkommisston der zweiten Kammer den Uebergang zur Tagesordnung empfiehlt und wahrscheinlich keinen Widerspruch erfährt, ist ein Gesuch des jüdischen Synagogenvorstandes zu Soest in Westphalen um Verleihung von Korporationsrechten an die Gemeinde, bis die Gemeindeverhältniffe der Juden im Staate geordnet sein würden. Warmbrunn, im April. Die Verwaltung der hiesigen jüdischen Badearmenkasse hat ihren siebenten