Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 20 (10.5.1852)
- Date
- 1852-05-10
- Page
- Seite 235 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rechenschaftsbericht veröffentlicht. Je wohlthätiger diese Kasse wirktdesto mehr halten wir es für Pflicht, in diesen Blattern darauf aufmerksam zu machen. 17 jüdische .Gemeinden haben im vorigen Jahre die Kaffe mit 53 Thlrn. unterstützt (es ist Tessin in der Schweiz mit 172 Thlr. darunter), 7 Chebrot mit 34 Thlrn.; außer einigen einzelnen Wohlthätern galten die jüdischen Badegäste 87 Thlr. , Die Einnahme betrug 203 Thlr., die: Ausgabe 204 Thlr., wofür u. A. 251 Douchebäder, 57 Wochen Bassinbäder und Trinken, 765 Portionen Mittagbrod u. s. w. Wir stellen daS Nachwort des Berichtes hierher. ■4 Drei und dreißig jüdische, arme Badegäste haben im Jahre 1851 die hiesigen Bäder besucht, und sind von unserer Badearmenkaffe durch die verausgabten 204 Thlr. 12 Sgr. 5 Pf. während ihrer Kurzeit, sowol hinsichts der Kurkosten als des Lebensunterhalts, mit den nöthigsten Bedürfnissen versorgt worden. Den wohllöblichen Vorständen der jüdischen Gemeinden und Krankenverpflegungsanstalten, so wie allen edlen Glaubensgenossen, die unsere Armenkaffe bisher mit milden Beiträgen bedacht, sagen wir hiermit den herzlichsten Dank; denn nur durch ihre Unterstützung wurde eS uns möglich, auch im verflossenen. Jahre daS Werk der Barmherzigkeit an so vielen leidenden, armen Glaubensgenossen zu üben; dieselben vor Roth und Elend HU bewahren; auch ihnen, mit Gottes Beistand, durch die vollbrachte Kur vollkommene Heilung oder Linderung'ihrer Leiden und Schmerzen zu verschaffen: Wer da weiß, was eS heißt, in der Fremde verlassen, mittellos, krank und elend dastehen; der wird ermessen können, welche Wohlchat dem armen Kranken durch die hiesige Badearmenkaffe gewährt wird, wenn sie ihm die nöthigsten Lebensbedürfnisse reicht und Gelegenheit zur Erreichung^seiner Gesundheit verschafft. * - Es ist aber auch jede milde Gabe, dieser wohlthätigen Stiftung gereicht, eine um so edlere That; jeder Beitrag zur Unterstützung der ftemden, kranken Glaubensgenossen hier ein um so größeres Werk der Barmherzigkeit; als sie, der Fonds zur Bestreitung ihrer Ausgaben bis jetzt entbehrendnur durch milde' Beiträge wohllöblicher jüdischer Gemeinden, KrankenverpflegungSanstalten und wohlthätiger Glaubensgenossen ihre Wirksamkeit fortführen kann. Wir wenden uns demnach wieder an die wohllöbliche^ Vorstände jüdischer Gemeinden und ArmenkrankenverpflegungSanstalten, so wie an wohlhabende, mildthatige Glaubensgenossen mit der eben so dringenden als ergebenen Bitte: die hiesige jüdische Badearmenkasse, die nur daS Wohl fremder, armer, kranker GlaubenSgeuossen bezweckt und fördert, ihrer Aufmerksamkeit zu würdigen, und sie durch, milde Beiträge in den Stand zu setzen, das sich vorgesteckte Ziel verfolgen und erreichen zu - können. Warmbrunn, im April 1852. Die Verwaltung der jüdischen Badearmenkaffe. W. Frankel. Sch eimann Schneller. Bon bet Diewel, 30. April. (Privatmitth.) Am 10. Mai wird in Marburg eine Versammlung von Lehrern stattfinden, welche zum Zwecke haben wird, eine Konferenz für. diejenigen Lehrer WestphalenS zu gründen, welchen eS wegen zu weiter Entfernung von Krefeld sich an dieser Konferenz persönlich zu betheiligen durch die Kosten, wie. man sie ihnen bei ihrer prekären Stellung kaum zumuthen dürfte, unmöglich 'ist. Es liegt also dieser Versammlung durchaus kein Gelüste zu einem Sonderstreben oder zu einet Demonstration weder gegen die krefelder Konferenz, noch gegen ihren würdigen Präses zu Grunde. Herr Oberrabbiner Bodenheimer hat nicht Nur dem unter seiner Leitung, stehenden Konfistorio, welches vor ffeinem Amtsantritte die jetzt bestehende Konferenz dadurch im Keime ersticken, daß eS sich nicht Herbeilaffen wollte, deren Statuten die Konzession zü verschaffen, eine bessere Meinung von jüdischen Lehrerkonferenzen beigebracht , sondern ist auch der Erste unter den Ravbinen, welcher sich persönlich daran betheiligte. Billig wird er daher nicht nur als Rabbiner, sondern auch als Freund,. da sein Herz für die Lehrer und ihre Interessen waruk schlägt, hochgeschätzt. AuS diesem Grunde hegt auch wol kein Lehrer den Gedanken, gegen ihn demonstriren zu wollen, was wir hier zu bemerken uns gedrungen fühlen, theilS um Vorurtheilen vorzubeugen, theils um den: Böswilligen und . Speichelleckern unter unseren Kollegen die Gelegenheit vorweg abzuschneiden, sich auf ihre wenig benei- - denSwerthe Weise Lorbeeren zu erwerben. R. Wo^lfSdorf.