Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 19 (3.5.1852)
- Date
- 1852-05-03
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
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name „Israelitisches-HandlungSdienerinstitut" in die (zeitgemäßere) Benennung „Verein, für,Handlungsdiener" umgewandeltworden. Dev hiermit.verfolgte Zweck, „den Kaufleuten und Kommis andern Glaubens die: Hand zur Vereinigung zu reichen" ist (nach dem.„.Berichte") bis. jetzt doch nur. insoweit erreicht wprden, als sich nicht mehr denn-ein einziger.christlicher Kaufmann, Herr H. Bielefeld., dem Vereine angeschloffen. Im Zähre 18.50. ging das Protektorat von Herrn v. Minutoli auf Herrn Oberbürgermeister Geh. O. R. R. Naumann über. Zn derselben Zeit wurden. die Herren Professor Di\ Heydemann (Direktor des Fr. W. Gymnasiums), Dr. Bvettner (Regierungs- und Schulrüth) und Dr., Barth (Direktor der Louisenschule) . für den.Verein insofern gewonnen, altzsiemiftanerkennungswerther Bereitwilligkeit, es übernahmen, abwechselnd Vorträge über Geschichte, Experimentalphysik und; Geographie zu halten, was von' den genannten Herren- bis auf den heutigen Tag noch.geschieht. Hachdm Anlagen zum Berichte (ü^-L) hat der Verein gegenwärtig den zweiten. Protektor (ft-oben)- daS dritte Kuratorium und das. achte Konnte.— und zählte am Ende des JahreS .1851:: 54 ordentliche, 113 außerordentliche. und 3 Ehrenmitglieder. 1 Die Letzteren sind: Herr, Generalkonsul Minutoli,. Herr. Gymnastaldirektor- ,vr. Heydemann und Herr' Regierungs-.-undSchulrath vr. Brettner. HuS dem allzuletzt folgenden Rechenschaftsbericht ist nurmoch hervorzuheben, daß-der Verein in den 8-Zähren seines.Bestehens circa 2350. Thlr.-ausseine Zweckeund . hierunter allein auf Unterricht - und. Vorträge gegen 575 -Thlr., fo wie auf Unterstützung und Krankenpflege über 120 Thlv — verausgabt hat. ' Schließlich haben wir nur noch zu bemerken, .daß zwischen der Erstattung des erwähnten --Berichts^ und jetzt.7— und zwar am 1. Januar I. — eine schon im vorigeu Jahre gegründete.„.Vereinsbibliothek-" den' Mitgliedern zur Benutzung übergeben worden; ferner, daß, fett: mehreren Wochen jeden, Mittwoch Abend durchden Medizinalrath Herrn vr. Levfseur „Vorträge/über Anthropologie" im Vereinslokale ge-; halten werden, und daß endlich am 27. -v. M: dem oben erwähnten Herrn Direktor Barth von dem Vereine ein Ehrengeschenk — bestehend in einer Marmorvase mit silbernem Deckel — überreicht worden. Wir scheiden mit dem Wunsche, daß in Posen. ein. ähnlicher Verein , wie .der. eben, beschriebene/ der sich die. wissenschaftliche - Ausbildung des Handwerkerstandes (der.Gesellen und Lehrlinge) zur Aufgabe .stellte, recht bald möchte gebildet'werden! Rußland, Wir überlassen dem Urtheil einsichtsvoller Leser folgenden Artikel des „Lloyd", der uns eigentlich nur wegen der Fakta inieressirt, in seinen Schlüssen aber den bekannten Erfahrungen'anheimfällt. / ' „Die russische Regierung leitete bei ihrer , eben in Vollzug begriffenen Klassifikation der jüdischen,Population die Absicht, aus der letzten Klaffe (der fünften), wohin alle Erwerbs-, Beschästigungs- und Besitzlosen gehören, arbeitsfähige Individuen zu rekrutiren, um mit ihnen einige noch,/ unbebaute. Strecken zu kolonisiren oder auch sie zum Straßenbau und Kriegsdienst zu verwenden. Die Regierung.Rußlands hatte den löblichen Zweck, aus dm untersten Klaffen der Gesellschaft den fressenden-Pauperismus, in dem der Keim zu sd vielen sozialen Krankheiten liegt, auszurotten,. und Jene,, hie .keinen soliden. Erwerb haben, zu Bauern oder Arbeitern zu'machen. Es ist aber erstaunlich, wie reich die Leute, welche von dieser Maßregel betroffen, an Erfindungen und K.mffm und wie willfährig die subalternen Beamten, von denen die lokale Klasßsikation abhängt, aus begreiflichen Gründen sind , Und es ist gewiß', daßlaut den uns. eben zugehenden Nachrichten aus Nachbarstädten .nur eine sehr geringe Zahl zur fünften Klasse gestempelt wurde, indem sich sehr Viele Subsistenzzeugnisse zu verschaffen oder sich zu Zünften zu zählen wissen, denen sie in Wirklichkeit nie angehörten. Den Juden, die "eine Kolonie zu beziehen und-sich der Agrikultur zu widmen willig sind, wird außer Boden auch Baumateriale zur Errichtung .einer Hütte, zwei Paar Ochsen und 30 Silberrubel zur wettern Equipirung Seitens der Regierung ganz,freigegeben; sie sind überdies 50 Jahre von Steuer- und Rekrutenabgaben befreit, und doch zahlt Rußland nur wenige ^nd schlecht bevölkerte Kolonien!" GroHbritünien. London, 26. April.' Wir stellen hier hinsichtlich - des Prozesses des Alderman Salomo ns die Fakta zusammen.. .' . . . «