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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-05-03 · Heft 19 (3.5.1852) · p. Seite 218

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 19 (3.5.1852)
Date
1852-05-03
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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218 ihres Eintritts auch ohne die bekannten letzten Worte des Eid,es) Zu ^erlangen, §daS Unterhaus..sich aber-hiegegen'ausgesprochen^ pk Älderman Salömons Pch' wegen'' dennoch versuchtem Einlritts^verklägeijin der Hoffnung,' der. Ge^ richtshof würde den Eintritt der Juden für berechtigt erklären. Er hat sich getäuscht. Und wenn er nun auch appellirt, es wird zuMchtS. helfen. Hiermit ist bestimmt ausgesprochen, daß nur durch eine besondere Vill die Gleichstellung der Israeliten möglich ist; eine Solche wird aber stets an dem QberhMse scheitern^ Die Möglichkeit der Erreichung ist daher nur dann gegeben, wenn eine vollständige Reformbill durchgeht, welche eine Menge Verhältnisse hinsichtlich des. englischen Parlaments anders ordnet) vorhanden ist, können wir nicht sagen, genug, hierin liegt deri eigentliche Punkt der Frage und die Möglichkeit ihrer Lösung. Vorerst ist daher auch in Großbritanien Hierauf, zu verzichten. Gin wenig mba! Von vr. Ari. ' (Fortsetzung.) . Lasset , unS choch sehen, wie unsere Feinde die von uns zugegebene/ Wahrheit, daß unser Fortbestandt, daß unsere wundersame i Erhaltung -auf einer in positiver Religion wurzelnden M a t i o na litat, beruhe*.• benutzen. ,, Nachdem die Kreuzzeitung vergebens versucht.hat, die niederen; Schichten des Volkes, gegen uns aufzureizen,; die Leidenschaften gegen, uns auzuregen, waS ihr bei der im preußischen Volke lebenden Vernünftigkeit und.. Religiosität nicht gelingen konnte, betrat, ihre. Partei daS Forum der gesetzgebenden. Körper und suchte durch den Klee'schen Antrag unsere.Ausschließung, von staatsbürgerlichen -Rechten in der' Gesetzgebung zu bewirken und prinzipiell zu motiviren. Auch hier gelang es' ihr für jetzt noch nicht, aber in einzelnen Artikeln sucht die Kreuzzeitung fortwährend ihrem Aerger darüber-Luft.zu machen und sich über Juden und Judenthum - auf bekannte Meise. zu - erpektoriren. Wir erinnern an den, schon in voriger Nummer d. Z. besprochenen Artikel, der Kreuzzeitung, in. No. 90 „zur bürgerlichen .Gleichstellung der Juden// - Liefet, man solche Artikel, so weiß man wirklich nicht, wo ) nmn^in<-denr^Knotender Dialektik die FädendeS JrrthumS,, der Unwissenheit, deS blinden VorurtheilS, des maßlosen, unverdienten Hasses zuerst aufsuchen - soll, und man würde voll Ueberdruß daS ganze Gewebe zur Seite werfen, da mir gewohnt sind, über uns, unfern Glauben und unser Leben feit Jahrhunderten' bei christlichen Gelehrten und Zeitungsschreibern einer naiven Unwissenheit zu begegnen, wenn es nicht Pflicht wäre, der Lüge immer Von Neuem entgegenzütretcn und uns — was doch zunächst Tendenz dieser Blätter ist — unsere Stellung zu unserm Glauben und zu unseren staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten immer klarer zu machen und klar zu erhalten. Wir sind ein fremdes Volk. Was aber gehört zum Begriff eines Volkes (poxuluZ)? Doch vor Allem oder vielmehr einzig und allein, daß ein Volk einen eignen Staat bilde, daß es eine gemeinschaftliche.Regierung habe, unter denselben Gesetzen stehe, daß es ein selbstständiges Ganzes, dessen^ Mittelpunkt die Regierung ist, bilde. Das ist doch gewiß eine Definition vom „Volke", wie sie die Kreuzzeitung nicht abweisen kann. .'Nicht ein und dieselbe Abstammung macht ein Volk, nicht die Sprache, ja nicht einmal die Gesetze machen es, denn selbst daS preußische Volk besteht aus verschiedenen Nationalstäten, redet in polnischer, deutscher, wendischer, französischer Zunge, auch die Gesetze unterscheiden sich in den einzelnen Provinzen u. dgl., aber daß dies preußische Volk unter e in er Regierungsform 'steht, daß es einen K önig hat, hat eS geschichtlich und faktisch zu einem Volke gemacht. Am Allerwenigsten macht die Religion ein Volk aus, das russische Volk hat Griechen/ Katholiken, Evangelische, Juden, Muhamedaner und sogar Heiden und der Kaiser würde es sich sehr verbitten , wenn man auS allen diesen,-welche unter ihm eine politische Einheit ausmachen, verschiedene Völker konftruiren wollte. — Daß wir Juden in diesem Sinne kein Volk mehr bilden, brauchen wir doch wol nicht zu erweisen. Wir haben kein weltliches, ja nicht einmal ein sichtbares geistliches Oberhaupt, unser einziges geistliches Oberhaupt ist der sich in der Schrift offenbarende Gott und da dieser auch von unserm Könige anerkannt wird, so können wir ihn, ohne als Fremdlinge zu gelten, weiter anerkennen und verehren. Ganz anders ist der Begriff von Nation (natio). Nachdem wir aufgehört haben ein Volk zu sein, haben wir noch nicht aufgehört eine Nation, d. h. ein Komplex von Familien gemeinschaftlicher Abstammung, Nachkommen Abrahams zu sein. Es hat dies unserm Verhältniß zu den Völkern, unter, welche wir zerstreut, zu den Regierungen, unter denen wir standen, keinen Eintrag gethan,

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