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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-26 · Heft 18 (26.4.1852) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 18 (26.4.1852)
Date
1852-04-26
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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211 Theil der Predigt „denEwigendeinenGottzuehrfürchten" verhandelt. -Ohne - auf daS Wesen der Gottesfurcht einzugehen, reihet der Vers. hier eine.Menge Bibel- und Talmudstellen zusammen, welche -hierauf nur in entfernter Beziehung stehen.: Der zweite Theil hat auf den.dreizehn folgenden-Seiten Platz. Herr M. tritt gleich im; Anfang als feiner Ereget auf. Der Tert soll sich nämlich über unsere Bestimmung und durch diese über den Beruf des Seelsorgers auslassen. ,.Anders nämlich wäre der Sinn. der Stelle , hätte Moses Leide AuSspräche: „,,,alS daß du den Ewigen deinen,Gott ehrfürchtest upd Ln seinen Wegen wandelst"" getheilt und nur! durch das, verbindende i äußerlich verbunden, anders ist. der Sinn , da das . sonst so leise sich anfügende „und" - unterblieben, beide Theile des Satzes also, innerlich verbunden ein Ganzes bilden, eine Forderung uns auf-; erlegend Es sann nicht unterbleiben, daß die berliner! Reformer nach vielen solchen Vortragen bald gute Grammatiker und Interpreten werden müssen, und welche Bürger, wennihnen nun philpsophisch vorgeschrieben wird :, „Pie Vollkommenheit des Menschen ist ein unendlicher - Fortschritt zur .größer» Tauglichkeit (?), strebe nach Vollkommenheit, sage ich (Herr vr. Müller), ist also die Regel: handle so, daß die Tauglichkeit zu allen durch die Einrichtung deines Wesend dir aufgegebenen Zwecken unaufhörlich bei dir wachse", oder' einige Zeilen vorher: „handle so, daß /du mit der ganzen Realität über dir gebieten kannst." Da_ der Vers. in diesem Theile bei der .Philosophie steht, so bleibt,er auch bei dieser und Newton,^ und Derham, Gegner, Kästner und Euler, selbst der alte Arzt Barhaave -(der Mann hieß übrigens Boerhaave), Pole und Aequator.. kommen vor, um uns zu unserer Bestimmung, auf Gottes Wegen zu wandeln, zu führen und des Seelsorgers Beruf deutlich'zu machen. Vier Seiten bleiben nur für den dritten Theil „Gott zu lieben" übrig. Der Vers. ergeht sich über die Freundschaft, der doch auch die Liebe (er meint hier die Frauenliebe) weichen muß, und hier hören wir den bekannten Spruch, daß die-Liebe (nämlich die Frauenliebe) der Schatten am Morgen, die Freundschaft der.Schatten am Abend' ist, der -aber gewiß den anwesenden Damen nicht, sehr angenehm war. Merkwürdig., ist noch. der Schluß. Der Vers, „scheidet glücklich,, so stte er die -Gemüther-wirklich erbaut,-wenn auch die Geister nicht sonderlich belehrt, haben"; glücklich-aber auch, wie rr -sich ausdrückt, , „sollte: die allgemeine Stimme und Stimmung sich dahin über mich und die Sache, die ich vertrete, vereinigen, ohne tiefe., -e rp-ö n ir e n d euud auSeinandersetzendere ^(was ist der -Unterschied zwischen erponiren und auSeinandersetzen?) Prüfung meiner Rede zu dem Entschlüsse (?) gelangen, ich stehe noch ihrer äußern, Form nach > gewiß nicht ihrem Inhaltenach — bei all meiner Kenntniß des Judenthums auf dem altern, von 'dem Neuern längst aufgegebenen Standpunkt und suche nur Wissenschaft.und Beredtsamkeit für diesen Standpunkt re. rc." So'wird 1851 in Berlin im^ Reformtempel gepredigt. . Wir glücklichen Kleingemeindler, denen der Bachur eine Predigt vorliest! U. Ko rr efpond e n j. Jevusalew, im März. Aus einem vorliegenden, uns gefälligst, mitgetheilten Familienbriefe, der von Jerusalem nach Posen gerichtet ist und in Bezug auf die dortigen Verhältnisse und den herrschenden religiösen Geist interessanten. Stoff darbietet, theilen wir Mehreres mit. Mit schmerzlichem Bedauern und Mitleiden vernahmen wir von den Leiden unserer Mitbrüder im Auslande; wir versammelten uns daher am nbm 's 'tt OV’, nachdem . wir Dienstag vorher die Nachrichten erhalten hatten, in den Synagogen und sagten nin^bd bis Mittag; Nachmittag ging das ganze nach den Gräbern der Frommen und betete, desgleichen wiederholten wir es Montag den zwölften Schewat. Die mmVö waren Folgende: u. s. w. Zum dritten Male schickten wir Briefe aus nach Chebron, Zephat und Tiberia, daß. man insgesammt auf einen bestimmten Tag ein Fasten ansetzen, nämlich auf *T7K HS und mit Beten verbringen sollte. Einen Tag vor demselben führen wir zu -N-, S^p und haben dort bis zur Minchazeit mit Gebeten zugebracht. Merkwürdig war dieser Tag. Von Mittag an fing es an finster zu werden und eS erhob sich ein solcher Sturm- * wind, wie wir ihn Hier nie erlebt, so daß man sagen konnte: nTDtnn Tfn irmi 1^2", und wir glaubten, die Welt gehe zu Grunde. Dies dauerte fort bis zum andern Morgen nach dem Frühgebet. Wir - haben den Tag mit Fasten und Gebet verbracht. -Möge der Allgütige das Flehen seiner armen Kinder erhören und uns bald erlösen. Vor drei Monaten kam hier der Befehl' vom Sultan an, daß man auch hier Soldaten von chen Türken' aus-°- hebrn solle, ‘ welche bis jetzt /! weil sie int heiligen Lande

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