Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1852)
- Date
- 1852-04-26
- Page
- Seite 215 (sequence 11)
- Language
- German
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215 wohnen, vom Dienste befreit waren. 'Zu diesem Zwecke wurde ein Baffa'^vVn'-KoristankMM^^mkh Waffeü versehen, hergeschickt. Es gefiel dies zwar den Türken Nicht, allein sie fühlten sich zu ohnmächtig, sich dem Befehle zu widersetzen und stellten daher Militär nach Verlangen. Nur der Scheich in Chebron widersetzte sich, von seinen Unterthanen Soldaten ausheben zu lassen, mit der Behauptung, fie seien von der urväterlichen.Stadt, wo die Heiligen begraben find, und von allen Abgaben und Diensten frei. Der Bassa schwieg, lud aber den Scheich zu einem Ball ein, bei welcher Gelegenheit er ihn gefangen nahm und so lange im-Gefängniß zurückhalt, bis die Entscheidung kommen wird. Nun will ich Euch eine kleine Begebenheit mittheilen, welche die Beschuldigungen zurückzuweisen M Stande ist, die man in Europa gegen' uns hier häufig vorbringt, indem man behauptet, eS sei Unrecht von den hiesigen Einwohnern, daß sie Nichts thun wollen, und keine Geschäfte machten. Ein Mann hier von den Sefardim, welcher die arabische Sprache sehr gut sprach und die Sitten der Araber gut kannte, war ^seit einigen Jahren ansässig und ernährte sich und seine Familie durch den Hausirhandel mit Schnittwaaren. Als er an einem Freitage ausging, kam er nicht wieder und Niemand wußte, wo er hingekommen sei. Als wir nun am Neumonde Kislev uns auf den heiligen Gräbern versammeln wollten, um Regen zu erstehen, weil es sehr dürre war, hörten Einige, wie ein Türke zum Andern sagte: „Wenn die Juden wüßten, waS in der nahliegenden Zisterne wäre!" brachen aber daS ' Gespräch ab als fie bemerkten, daß Einer von uns aufmerksam wurde. . Als man -nachher^ die Zisterne unter? suchte, bemerkte man einen Korb auf der Oberfläche des Wassers. Man zeigte dieses dem Vorsteher der Sefardim an, welcher es dem Konsul meldete und durch Vermittelung des türkischen Baffas wurde der Korb herauf gebracht, und in demselben fand man den vermißten Juden erschlagen und noch daS Messer in der Brust,, welches ihn durchbohrt hatte. Der Türke, der des Mordes verdächtig war, wurde zwar sestgenommen, hat aber noch Nichts eingestanden. Er war Schuldner deS Juden und hat denselben, als er von ihm gemahnt wurde, getödtet. Wenn dies innerhalb der Stadt geschieht, so könnt Ihr Eüch denken, was außerhalb^derselben vorgeht. Ich habe Euch"^ schon im vorigen Briefe geschrieben, .daß sich, auf. dem; Lände eine deutsche Kolonie aus Schwaben gebildet hat. Neulich sielen die Araber in ihre Felder und Gärten, schlugen und verwundeten hie Leute und sollen auch Einen getödtet 'haben. Der englische Konsul ist die vorige Woche hingereist, um die Sache zu untersuchen. . - Ein berühmter Doktor der Medizin Namens Abraham Kiel, gebürtig aus Lemberg, welcher vor zwölf Jahren getauft war, kam hier an, nachdem seine erste Mau',"eine Israelitin, :gestorben, und) er seine zweite., ein ichristliches Mädchen aus Danzig uvpn. reicher Herkunft mit 50,000 Piastern geheir.athet,.hatte,^ utlp M aMerfixn Adar wieder zu unserm .Glauben ^ZuxüMrhehE M Wrselben Tage wurde, auch seine..Frau Jüdin, die ihm nach drei Monaten . NO1N2 an getraut werden wird. . Ende Monat MarcheSwan sind fünf Israeliten aus Babylon hier angekommen/ um das heilige Land'zu besuchen "und auf den Gräbern zu beten..Pon hier, haben sie eine Reise nach dem Grabe-des Hohenpriesters Aaron auf dem Berge Har gemacht.. Von Chebron auS.machten sie eine. Fußreise.- nach der Wüste acht- Tage, -lang, deny,Ds^Kauieeley.^^r>Hseln kann man dort unmöglich fortkömmen, weil^ es „sehr-, steinig. uM Lebstgsg^ifi weil die Araber die.Kau^elH.Muhen. ^.^-<Vinen^Scheiche der dortigen Gegend, welcher mit den wilden Arabern bekannt ist, haben sie 2000 Piaster bezahlt, ihnen Geleit-zu geben. Zwei Tage dauerte es, big sie den ersten, untersten Berg.bestiegen und einen ganzen Tag gingen sie, bis sie die Spitze deS obersten erreichten, auf der sich ein wunderschönes steinernes aber unbewohntes.Gebäude befindet und ein zweites kleineres in die Erde hineinZebaut äst, mit. einer eisernen Thüre, die zum Grabe führt:' - Es -darf aber Niemand hinein. Merkwürdig ist eswie das Alterkhüml'iche sich bei den Arabern erhält. "Man * findet hier noch, türkische Frauen, welche Nasenringe tragen. Armbänder tragen auch die Reicheren, israelitischen zefardlschen Mauen; beide Arten sind don Gold oder Silber. Anzeiger. . In demselben werden Annoncen aller Art gegen l'/^Ngr.sl gGr.) Gebühren für die gespaltene .Zeile aus Petitschrift oder derenRaum so.wie literarische, merkantile u. a. Beilagen.aufgenommen. V, D.i-e.-HS.erI.a g:shj«, .Die Vorsteher der niederländisch-israelitischen Gemeinde in Groningen (Holland) -machen, .öffentlich bekannt, daß sie im-.Eegriff. sind,■) bäMlyö^WMdie: .vakante Stelle .desvOberrabhinates iui.rKirchcrirefforte - vpn Groningen zu erfüllen, -»und: MlMnAkexiGi rabbinW',.--.Rahbiner--.^d.er^ifraelirssche^heoloMche^Kakdl- Laten , die, obgenatrnteSlelle.zu 'beanspruchen wünschen,