Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1852)
- Date
- 1852-04-26
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
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zeugung der jetzt sogenannten Dissidenten, die nichts Gemeinschaftliches hat,. als den Abfall vom positiven EhrkMn-/ IhuM^ rA-zw älleü -Zeiten untere den höheren, 'thatsächlich fli EheklhKhÜ?e 'vatf der Rkgiekuttg tferufenett 'Stündew ziemlich verbreitet gewesen, ohne daß man, wenn man keine Inquisition 'einführen will, im Stande wäre, an deü^ bloS innerlichen Unglauben denBerlusider Staatsbürgerrechte zu knüpfen." Auf welche Weise stellt nun die Kreuzzeitung das Iudenthum dieser Erscheinung gegenüber? „Das Iudenthum isi nicht. einMon^Ehristenthum abweichende Ueberzeugung, öie Juden sind nicht. Mitglieder abtrünniger Sekten, und selbst die zahlreichen von dem Glauben ihrer Väter in die allgemeine Glaubens lüsigkeit abgefallenen Juden" hören damit noch nicht auf Juden zu fein. Denn die Juden, und hierin liegt der große Unterschied, sind geboren als Bekenner einer das Christen* thum grundsätzlich verleugnenden, übrigens durchaus positiven Religion, und was noch mehr ist, sie sind ein durch diese Religion, zusammengehaltenes, überall fremdes Volk. Beides,. Religion und Volksthümlichkeit, ist bei ihnen, durch einander bedingt, wodurch das Iudenthum-zu einer unauflöslichen, Fremdheit gemacht ^ird." — Wer nun diese beiden Sätze der Kreuzzeitung, mit einem Fünkchen Menschenverstände mit einander verbindet, wird er nicht einfach schließen: Wie? wenn der größte Theil der zur Gesetzgebung und zur Regierung berufenen Stände seit längster Zeit ^die religiöse Ueberzeugung. der Dissidenten,, d. i. der freien Gemeinden, hegt, wenn also Gesetzgebung und Verwaltung nachher Meinung der Kreuzzeitung vom Gifte des Unglaubens geschwängert ist, wenn die Kreuzzeitung selbst dagegen kein Mittel weiß, sondern/ da eine Inquisition nicht möglich ist, Gesetzgebung und Regierung dem immer weiter wuchernden und fressenden Krebsschaden überläßt : was kann es da für eine Bedeutung, haben-, wennein oder zwei Juden in der Kammer sitzen und zwanzig, oder dreißig Beamte des' großen preußischen Staates Juden sind-? Ist die Schadhaftigkeit .auf der einen Seite so groß/, wie die Kreuzzeitung sie-schildert : so können fürwahr ein Paar Männer, die nicht voll heimlichen. GisteS und nicht voll, Heuchelei, sind ,, sondern, beharrend auf bekanntem positivem Boden, zum Staate.treten, jene, unermeßliche Faulheit nicht,vermehren.. Die Kreuzzeitung hat somit ^ihrem. ersten .Argumente,, dem abgestandenen. Brei von der Fremdartigkeit der Juden, durch shr eigenes Zugeständniß alles Salz .genommen. Wir sagen „abgestanden/^., Denn wie oft ist. es gun .schon bemerkt, worden,' daß . darum, weil. eine Masse, anfGedanken-. und .Sitteninhalt ein Besonderes sich noch bewahrt hat, diese damit dev inrugKn, treuesten,tzstkebsaMeKDMnahM aur Staate mickjtz Unfähig ist, so^-wenig Aie. das Individuum durch seine Jndividualrtät dazu unbefähigt wird. ' Das zweite Argument holt die Kreuzzeitung aus der Bibel. Sie sagt: . „Entweder also bekenne man sich ausdrücklich zutü üüchristlicheü' Mat^ over>man betrachte die , Juden als das, was sie vor dem ersten großen Abfall vom göttlichen Recht im Jahre ..1798 in, der ganzen Christenheit waren,' ünd' tdcks "sie MchE vess hesiurimten Worten der heiligen Schriftenalten und neuen Testaments bis zu ihrer Bekehrung sein sollen — als Fremdlinge. Und wenn auch, noch so viel daran h^rumparagraphirt und-.humanifirt - wird, allen diesen Paragraphen steht das -klare Wort Gokt'es entgegen, und dem Herrn Veit sowot wie dem Herrn VethMann-Hollweg wird -es schwer werden, wider diesen göttlichen Stachel zu löcken." — Und mit diesen Worten wird sich die.Kreuzzeitung auch,triumphkrend gegen uns wenden, .'und sagen:' nun, Ihr wollet doch Männer des Glaubens, der göttlichen. Schrift Anhänger und Vertheidiger sein, was saget Ihr hkerzü? Und wir antworten: Wir wollen gegen diesen Stachel -nicht-löcken, aberwir schieben Euch einen ändern Stachel des göttlichen Wortes entgegen, gegen welchen Eure Gerläch und Stahl mit ihren Ausschließungs-undBedrückllngsentwürfen sich die Zunge zerlecken und zerreißen mögen. . Dieser - Stachel des göttlichen Wortes' ist das Gesetz: „Ein Gei sitz soll für den Eingeborenen und für den Fremdling - sein, der sich in eurer Mitte aushält. 2 Mos. 12, 49."; „Eine Satzung ist für euch ültd den Fremdling, der sich - üufhält, eine ewige Satzung bei eueren Geschlechtern, wie - ihr ist auch der Fremdling vor dem-Ewigen. Ein Gesetz I und ein Recht soll euch sein und.dem Fremdling, der j sich aufhält bei euch. 4 Mos. 15, 15—16." Vergleiche.! Vers 29. und oft. Betrachtet Ihr also die Juden nach! dem göttlichen Worte als „Fremdlinge",, nun so behani delt sie auch so, wie das göttliche Wort verlange, und lasset demnach alle Ausschließung und Bedrückung fallen? — sonst hinket Ihr wie Baalshriester auf zween Seiten!! Bringt endlich der -besagte, Artikel noch als drittes j Argument, daß das Volksich, von den.Juden nicht „re- , gieren//, lassen-wolle, .und verweist deshalb abermals auf die Bauern in Pommern und Westphalen, so -verweisen .. wir auf das städtische Molk--, 7.bas- -überall- Züven' iw die i Stadtverordnetenversammlungen, jetzt Gemeinderäthe und? -Magistrate gewählt hat und wählt,,.so .zu erkennen ge-