Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1852)
- Date
- 1852-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. A l l g e m eine No. 18. Ein . ' ilnparteiisches Organ für alles jüdische Zuteresft. ' . R-e d aktion: ' Dr. Ludwig Philippson, Dr. B. Meyer» Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 26. April 1852. . Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in'Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Dhlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für^sechs Monate — 22.V2 Ngr. (18:gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle .Buchhandlungen, 'Postämter:und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. fächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t Leitende Artikel: Die Kreuzzeitung.— Ein wenig mVä! Von Dr. Uri. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Klötze, aus der Provinz Posen', MeurS. Deutschland: aus Baiern, aus Sachsen, Kassel. Polen: aus Polen, Brody. Türkei.' Italien: Rom. Nordamerika. Literarische Nachrichten: aus der Altmark. Korrespondenz: Jerusalem. . Leitende Artikel. Magdeburg, 20. April. ■■■■?. Die Kreuzzeitung. Die „Neue preußische Zeitung" giebt der Verhandlung in der ersten Kammer über die Judenfrage , deren Inhalt wie Resultat sie natürlich "wenig befriedigt hat, einen Nachhall in einem Artikel vom 17. April. Allerdings ist ihr Artikel fadenscheinig. Sie weiß sehr wohl, wie wenig Gewicht jetzt eine Kammerverhandlung vor der Wucht der Thatsachen hat. In einem Augenblicke wo, um nur daS Neueste anzuführen, - Kuxhessen mit einem Federstrich die bereits zwanzigjährige Gleichstellung der Juden streicht, Toskana selbst-die alte leopoldinische Duldung aufheben will-: in eilwr solchen Zeit sind Gründe nur Seifenblasen, die an der Luft zerplatzen. Die „Neue preußische Zeitung" weiß auch, daß jede Partei eine ÜUiraa rutio Hat, bei welcher ang'elängt die Gründe der Gegner nur Hohnlachen erwecken. Wenn nun die Partei der Kreuzzeitung die Wiederherstellung des Feudalstaates, der Lehnsherrschaft, ' der Leibeigenschaft, der Zehnten und Alles was damit zusammenhängt, will und erstrebt, so wäre eS wirklich lächerlich, fie nach Gründen zu fragen und mit ihr Gründe diSkutiren zu wollen, warum sie die Juden wieder in das Ghetto zurückbringen will. Wir bemerken dies, um der Kreuzzeitung sofort den Werth zu erkennen zu geben, den wir einer Diskussion mit ihr beilegen. Allein die Kreuzzeitung Spartei bringt dennoch Gründe vor Und diskutirt nicht blöS zum Zeitvertreib. Indem sie nämlich bei Ihren unterirdischen' Bauten natürlich Nicht sofort an ihrem letzten Endziele angelangt ist, bedient sie sich, indem sie immer tiefer und tiefer in den Schooß der Erde hineinwühlt, der Gründe und der Diskussion als Mauerschildes, hinter welchem sie den gewonnenen Raum auSmauert. Dann wird der Schild weggeräumt und weitergewühlt. So bedient fie' sich gegenwärtig gewisser Gründe, um die Juden aus Kammern und Stäatsämtern auszuschließen. Ist dies erreicht, so werden die Gründe weggeworfen und andere' herbeigeholt, um die Ausschließung aus Kommune, Gewerbe und dergleichen zu erwirken. ' Dies' find' Gründe und Diskussion der Kreuzzeitung werth, und darum wollen auch wir ein wenig die von der Kreuzzeitung jetzt vorgebrachten Argumente beleuchten. Wir sagten, der 'ganze Artikel sei fadenscheinig. Denn von vorn herein giebt er ein Zugeständniß, welches der höchsten Beachtung würdig ist.' Er sagt:' /,Die' religiöse Ueber-"